Börsenlexikon
Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil am Eigenkapital eines Unternehmens verbrieft und dem Inhaber Eigentumsrechte sowie Ansprüche auf Gewinnbeteiligung gewährt.
Wenn ein Unternehmen Aktien ausgibt, teilt es sich in gleichberechtigte Anteile auf. Ein Privatanleger, der eine oder mehrere Aktien kauft, wird damit Miteigentümer des Unternehmens – allerdings nur im Umfang seines Anteils. Die Gesamtzahl aller ausgegebenen Aktien bestimmt den Eigentumsanteil jedes einzelnen Aktionärs.
Mit dem Eigentum an Aktien sind typischerweise zwei Rechte verbunden: das Stimmrecht in der Hauptversammlung, wo wichtige Unternehmensentscheidungen getroffen werden, und der Anspruch auf Dividende, falls das Unternehmen Gewinne ausschüttet. Nicht alle Unternehmen zahlen regelmäßig Dividenden; manche reinvestieren ihre Gewinne vollständig.
Der Kurs einer Aktie wird durch Angebot und Nachfrage an der Börse bestimmt. Wenn viele Anleger eine Aktie kaufen möchten, steigt der Kurs; wenn viele verkaufen möchten, fällt er. Ein Anleger verdient auf zwei Wegen: durch Kursgewinne, wenn er die Aktie teurer verkauft als er sie gekauft hat, oder durch Dividendenzahlungen während der Haltedauer.
Beispiel: Ein Privatanleger kauft 100 Aktien eines Unternehmens zu je 50 Euro, investiert also 5.000 Euro. Ein Jahr später zahlt das Unternehmen eine Dividende von 2 Euro je Aktie aus, der Anleger erhält 200 Euro. Gleichzeitig ist der Aktienkurs auf 55 Euro gestiegen. Verkauft der Anleger seine Positionen, erlöst er 5.500 Euro, zuzüglich der 200 Euro Dividende. Der Gesamtgewinn beträgt 700 Euro.
Der Kauf von Aktien ist mit Risiken verbunden. Der Kurs kann fallen, und im schlimmsten Fall kann das Unternehmen in Konkurs gehen, wodurch der Anleger seinen Einsatz verliert. Deshalb ist Diversifikation – die Streuung über mehrere Aktien oder Fonds – für Privatanleger eine gängige Risikominderungsstrategie.
Eng verwandte Begriffe sind der Aktienfonds, der Kapital mehrerer Anleger bündelt und in verschiedene Aktien investiert, die Dividende als Gewinnbeteiligung, und der Börsenindex, der die Entwicklung einer Gruppe von Aktien abbildet.

