Börsenlexikon
Ein Underperformer ist ein Wertpapier oder Fonds, dessen Rendite über einen definierten Zeitraum unter der Rendite eines Vergleichsmaßstabs (Benchmark) oder des Gesamtmarkts liegt.
Der Begriff beschreibt eine relative Schwächeleistung. Ein Underperformer kann in absoluten Zahlen durchaus Gewinne erzielen – relevant ist der Vergleich zur Referenzgröße. Wenn beispielsweise der DAX in einem Jahr um 12 Prozent steigt und eine DAX-Aktie nur um 8 Prozent, gilt diese Aktie als Underperformer gegenüber dem Index, obwohl sie positiv rentiert hat.
Für Privatanleger ist diese Unterscheidung wichtig, weil sie zeigt, ob das investierte Kapital optimal am Markt arbeitet. Wer einen Fonds hält, dessen Benchmark der MSCI World ist, und dieser Index steigt um 10 Prozent während der Fonds nur 7 Prozent Rendite bringt, hat Underperformance. Dies kann auf höhere Gebühren, ungünstige Aktienauswahl oder schlechte Timing-Entscheidungen des Fondsmanagers zurückgehen.
Rechenbeispiel: Ein Anleger investiert 50.000 Euro in einen europäischen Aktienfonds. Nach 12 Monaten ist das Vermögen auf 53.500 Euro gewachsen – eine Rendite von 7 Prozent. Der zugehörige Benchmark (etwa der STOXX Europe 600) ist im selben Zeitraum um 10 Prozent gestiegen. Der Fonds hat um 3 Prozentpunkte unterperformt. In absoluten Zahlen: Der Anleger hätte bei passiver Nachbildung des Index mit 50.000 Euro ein Endvermögen von 55.000 Euro erreicht. Die Underperformance kostet ihn somit 1.500 Euro.
Underperformance ist nicht gleichbedeutend mit Verlust. Ein Fonds kann absolut im Minus sein und trotzdem als Outperformer gelten, wenn er besser läuft als seine Benchmark. Umgekehrt kann ein profitabler Fonds ein Underperformer sein.
Anleger sollten regelmäßig überprüfen, ob ihre Wertpapiere und Fonds ihre Benchmarks schlagen. Anhaltende Underperformance kann ein Grund sein, die Anlagestrategie zu überdenken oder zu einem besser laufenden Produkt zu wechseln. Dabei ist es wichtig, längere Zeiträume zu betrachten, da kurzfristige Abweichungen normal sind.
Verwandte Begriffe sind der Outperformer, der seine Benchmark übertrifft, die Benchmark selbst als Vergleichsmaßstab, und die relative Performance, die die Wertentwicklung im Verhältnis zu einem Index misst.

