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Börsenlexikon

Ultimo ist der letzte Geschäftstag eines Börsenmonats, an dem Positionen abgerechnet und Lieferungen erfüllt werden.

Der Ultimo markiert das Ende des Abwicklungszeitraums für Transaktionen, die während eines Kalendermonats getätigt wurden. An diesem Tag müssen offene Positionen – insbesondere bei Termingeschäften und Kassageschäften – erfüllt werden. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort „ultimus" (der letzte) und wird häufig abgekürzt mit „ult." oder „ultimo".

Für Privatanleger ist der Ultimo vor allem bei zwei Szenarien relevant: beim Handel mit Aktien und Anleihen sowie beim Umgang mit Termingeschäften. Bei klassischen Aktienorders ist die praktische Bedeutung gering geworden, da die Abwicklung heute standardisiert und automatisiert erfolgt. Anders verhält es sich bei älteren oder speziellen Geschäftsmodellen sowie bei Derivaten.

Ein konkretes Beispiel zeigt die historische Relevanz: Ein Anleger kauft am 15. März 100 Aktien zu 50 Euro je Stück für insgesamt 5.000 Euro. Das Geschäft muss bis zum Ultimo des März – also dem letzten Börsenhandelstag dieses Monats – abgewickelt sein. Käufer und Verkäufer tauschen dann Wertpapiere gegen Geld aus. Heutzutage erfolgt dies automatisch über Clearingstellen innerhalb von zwei Geschäftstagen (T+2-Abwicklung), weshalb der Ultimo als einzelner Stichtag an Bedeutung verloren hat.

Bei Termingeschäften, insbesondere bei Futures und Optionen, behält der Ultimo dagegen seine Wichtigkeit. Ein Anleger, der einen Aktienindex-Future hält, muss diesen bis zum Ultimo des Kontraktmonats entweder glattstellen (verkaufen) oder in physische Lieferung gehen. Wird die Position nicht geschlossen, führt der Ultimo zur Abrechnung oder zum Rollover in den nächsten Monat.

Eng verwandt mit dem Ultimo sind die Begriffe Kassamarkt, auf dem Wertpapiere mit sofortiger oder kurzfristiger Lieferung gehandelt werden, sowie Termin oder Terminmarkt, wo Geschäfte für einen zukünftigen Erfüllungstag vereinbart werden. Auch das Konzept der Lieferfrist oder Valuta hängt eng damit zusammen – es beschreibt die Zeit zwischen Geschäftsabschluss und tatsächlicher Erfüllung.

Privatanleger sollten den Ultimo vor allem dann beachten, wenn sie mit Derivaten handeln oder bei älteren Wertpapierabrechnungen. Bei modernen Aktiendepots spielen Ultimo-Fristen praktisch keine Rolle mehr, da die Abwicklung vollautomatisch und standardisiert läuft.