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Börsenlexikon

Ein Trend an der Börse ist die anhaltende Richtungsbewegung eines Wertpapiers oder Index über einen längeren Zeitraum hinweg, die sich in einer Abfolge von höheren oder tieferen Hochs und Tiefs ausdrückt.

Trends entstehen durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Überwiegt die Kaufbereitschaft, entstehen steigende Kurse (Aufwärtstrend). Überwiegt das Angebot, fallen die Kurse (Abwärtstrend). Ein Seitwärtstrend liegt vor, wenn sich der Kurs in einem definierten Bereich bewegt, ohne eine klare Richtung zu etablieren.

Für Privatanleger ist die Trendbewertung zentral, weil Trends Informationen über Marktsentiment und fundamentale Bedingungen enthalten. Ein stabiler Aufwärtstrend signalisiert oft wirtschaftliches Vertrauen und kann für langfristige Anleger ein Kaufsignal darstellen. Ein Abwärtstrend warnt vor Vorsicht oder kann für spekulative Strategien genutzt werden. Seitwärtstrends deuten auf Unsicherheit hin und können für Range-Trading-Strategien relevant sein.

Die Dauer unterscheidet Trends nach Zeithorizont: Ein langfristiger Trend erstreckt sich über Monate oder Jahre, ein mittelfristiger über Wochen bis Monate, ein kurzfristiger über Tage oder Wochen. Ein Beispiel: Ein Aktienindex notiert bei 10.000 Punkten. Über sechs Monate steigt er kontinuierlich auf 11.500 Punkte, wobei jedes neue Hoch über dem vorherigen liegt und jedes neue Tief über dem vorherigen – dies ist ein Aufwärtstrend. Fällt der Index danach über zwei Monate auf 10.200 Punkte zurück, wird der Aufwärtstrend gebrochen.

Trends werden mit verschiedenen Methoden analysiert. Trendlinien verbinden die Tiefs (bei Aufwärtstrends) oder die Hochs (bei Abwärtstrends) grafisch miteinander. Technische Indikatoren wie der gleitende Durchschnitt zeigen die durchschnittliche Kursbewegung und helfen, Trends zu erkennen und zu bestätigen. Ein gleitender 50-Tage-Durchschnitt berechnet beispielsweise den Mittelwert der letzten 50 Schlusskurse und wird täglich neu berechnet.

Privatanleger sollten beachten, dass Trends nicht unendlich anhalten. Trendumkehrungen entstehen, wenn sich die Marktbedingungen ändern oder eine psychologische Unterstützungs- oder Widerstandszone durchbrochen wird. Die Trendfolge-Strategie versucht, von bestehenden Trends zu profitieren, während Contrarian-Anleger gegen Trends wetten.

Verwandte Konzepte sind die Volatilität, die die Schwankungsintensität misst, der Widerstand und die Unterstützung, die psychologische Kurszonen markieren, sowie die Trendwende, die das Ende eines Trends anzeigt.