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Börsenlexikon

Portfolio ist die Gesamtheit aller Wertpapiere und Vermögenswerte, die ein Anleger zu einem bestimmten Zeitpunkt hält.

Das Portfolio bildet die konkrete Vermögensstruktur eines Anlegers ab. Es umfasst typischerweise Aktien, Anleihen, Fonds, Sparbriefe oder andere Wertpapiere sowie unter Umständen Bargeld. Die Zusammensetzung des Portfolios bestimmt, welchen Chancen und Risiken der Anleger ausgesetzt ist.

Die Bedeutung des Portfolios liegt in der Diversifizierung. Ein Anleger, der sein gesamtes Vermögen in eine einzelne Aktie investiert, trägt das volle Risiko dieser einen Gesellschaft. Verteilt er 100.000 Euro stattdessen auf 20 verschiedene Aktien, Anleihen und einen Geldmarktfonds, reduziert sich die Auswirkung eines Einzelausfalls erheblich. Diese Risikostreuung ist das Kernprinzip der Portfoliogestaltung.

Die Zusammensetzung eines Portfolios wird durch die persönliche Anlagestrategie bestimmt. Ein konservativer Anleger mit kurzer Anlagehorizont könnte ein Portfolio aus 30 Prozent Staatsanleihen, 20 Prozent Unternehmensanleihen und 50 Prozent Geldmarktfonds halten. Ein Anleger mit 20 Jahren Zeithorizont und höherer Risikotoleranz könnte 70 Prozent in breit gestreute Aktienindexfonds, 20 Prozent in Unternehmensanleihen und 10 Prozent in Immobilienfonds investieren. Die konkrete Gewichtung hängt von Alter, Zielsetzung und persönlicher Risikofähigkeit ab.

Zur Überwachung des Portfolios dienen verschiedene Kennzahlen. Die Portfoliorendite misst den Gewinn oder Verlust aller Positionen zusammen. Das Risiko eines Portfolios wird häufig durch die Standardabweichung der Renditen gemessen – eine höhere Standardabweichung zeigt größere Schwankungen an. Das Rebalancing ist der Prozess, bei dem ein Anleger sein Portfolio regelmäßig wieder auf die ursprüngliche Gewichtung zurückführt, um die gewünschte Risikostruktur zu bewahren.

Ein praktisches Beispiel: Ein Anleger investiert 50.000 Euro. Er kauft Aktienfondsanteile für 25.000 Euro, eine Unternehmensanleihe mit Nennwert 15.000 Euro und hält 10.000 Euro in Tagesgeldkonto. Nach einem Jahr ist der Aktienfonds auf 28.000 Euro gestiegen, die Anleihe bringt 600 Euro Zinsen, das Tagesgeldkonto 200 Euro. Das Portfolio ist nun 53.800 Euro wert. Die Aktienquote ist gestiegen und überwiegt das ursprüngliche Ziel – ein Rebalancing könnte angebracht sein.

Eng verwandte Begriffe sind die Asset Allocation, die die strategische Verteilung auf Anlageklassen beschreibt, das Rebalancing, das die regelmäßige Anpassung an die Zielgewichtung meint, und die Diversifikation, die das Prinzip der Risikostreuung bezeichnet.