Menü
sharewise zieht um Am Wochenende vom 22./23. August wird das neue sharewise die Hauptseite. Schau es dir jetzt an und sag uns, was dir fehlt. Zum neuen sharewise Was sich ändert
Microsoft selbst warnt vor der Verwendung von Internet Explorer, da er nicht mehr den neuesten Web- und Sicherheitsstandards entspricht. Wir können daher nicht garantieren, dass die Seite im Internet Explorer in vollem Umfang funktioniert. Nutze bitte Chrome oder Firefox.

Börsenlexikon

Peter Lynch ist ein Investmentansatz, der auf der Anlagestrategie des amerikanischen Fondsmanagers Peter Lynch basiert und Privatanleger ermutigt, in Unternehmen zu investieren, deren Geschäftsmodelle sie verstehen und deren Produkte sie selbst nutzen.

Lynch war Leiter des Magellan Fund und entwickelte eine Methode, die Fundamentalanalyse mit praktischer Beobachtung kombiniert. Der Kerngedanke lautet: Ein Investor sollte nur in Aktien investieren, deren Geschäftsprinzipien er durchschaut. Wer beispielsweise regelmäßig in einem bestimmten Restaurant isst und beobachtet, dass es stets voll ist, während ein Konkurrenzlokal leer bleibt, verfügt über einen Informationsvorteil gegenüber anderen Anlegern. Diese alltägliche Erkenntnis kann ein Anlass sein, die Geschäftszahlen des erfolgreichen Restaurants zu analysieren.

Für die praktische Umsetzung bedeutet dies: Der Anleger beobachtet Trends in seinem eigenen Umfeld (neue Produkte, wachsende Nachfrage, verändertes Konsumentenverhalten), überprüft dann die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens und vergleicht die Bewertung mit dem erwarteten Wachstum. Lynch konzentrierte sich dabei auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Verhältnis zur erwarteten Wachstumsrate – je niedriger das KGV im Vergleich zum Wachstum, desto attraktiver die Aktie.

Die Methode setzt voraus, dass der Anleger bereit ist, Zeit in die Recherche zu investieren und regelmäßig die Geschäftsberichte der Unternehmen zu lesen. Sie richtet sich also nicht an passive Indexanleger, sondern an aktive Stockpicker, die ihre Investitionen selbst auswählen möchten.

Ein praktisches Beispiel: Ein Anleger bemerkt, dass ein Softwareunternehmen, dessen Produkt er beruflich täglich nutzt, kontinuierlich neue Features einführt und von Kunden gelobt wird. Er prüft daraufhin den Jahresbericht und stellt fest, dass der Umsatz in den letzten drei Jahren um durchschnittlich 20 Prozent pro Jahr gestiegen ist, das KGV aber nur bei 15 liegt. Dies könnte ein Kaufsignal sein, da das Wachstum das Bewertungsniveau zu rechtfertigen scheint.

Kritiker weisen darauf hin, dass diese Strategie anfällig für Bestätigungsfehler ist – der Anleger sieht möglicherweise nur die positiven Signale und übersieht Warnzeichen. Zudem garantiert das Verständnis eines Geschäftsmodells nicht dessen zukünftigen Erfolg.

Der Ansatz steht in enger Verbindung zur Fundamentalanalyse, zum Value Investing und zur Bewertung durch das PEG-Ratio, das das KGV ins Verhältnis zur erwarteten Wachstumsrate setzt.