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Börsenlexikon

Das Parkett ist der physische oder virtuell organisierte Handelsplatz einer Börse, an dem autorisierte Makler und Händler direkt miteinander Wertpapiere kaufen und verkaufen.

Der Begriff stammt aus der Zeit, als der Wertpapierhandel tatsächlich auf einem Parkettboden stattfand – Makler trafen sich an einem zentralen Ort, um Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere auszuhandeln. An der Frankfurter Wertpapierbörse etwa existiert ein solches physisches Parkett noch heute, wo Händler im direkten Austausch Kurse vereinbaren. An anderen Börsen wie der elektronischen XETRA findet der Handel vollständig digital statt, der Begriff „Parkett" wird dort aber weiterhin verwendet, um den zentralen Handelsplatz zu bezeichnen.

Für Privatanleger ist das Verständnis des Parketts relevant, weil es zeigt, wie Kurse entstehen. An einem Parkett treffen Angebot und Nachfrage aufeinander: Ein Makler möchte 100 Aktien eines Unternehmens zu mindestens 50 Euro verkaufen, während ein anderer 100 Aktien zu höchstens 50 Euro kaufen möchte. Stimmen diese Preise überein, entsteht ein Geschäft – der Kurs wird notiert. Diesen Prozess nennt man Kursfeststellung. Je mehr Käufer und Verkäufer am Parkett aktiv sind, desto enger wird typischerweise die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs, also zwischen dem Preis, zu dem man verkaufen kann (Geldkurs), und dem Preis, zu dem man kaufen muss (Briefkurs).

Ein Privatanleger, der über einen Broker Aktien kauft, partizipiert indirekt am Parkett: Der Broker leitet den Auftrag an den Handelsplatz weiter, wo er mit anderen Aufträgen zusammengeführt wird. Der Privatanleger sieht nicht den direkten Handelsprozess, erhält aber einen Kurs, der an diesem Parkett entstanden ist.

Verwandte Begriffe sind die Liquidität, die angibt, wie leicht sich ein Wertpapier kaufen und verkaufen lässt – je aktiver ein Parkett, desto höher die Liquidität – sowie der Geld-Brief-Spread, die Preisdifferenz zwischen Kauf- und Verkaufsangebot. Das Orderbuch dokumentiert alle ausstehenden Kauf- und Verkaufsaufträge am Parkett und zeigt damit die Markttiefe. Der Begriff Börsenmakler bezeichnet die Fachleute, die früher physisch auf dem Parkett tätig waren und teilweise noch heute für die Ordnungsgemäßheit des Handels sorgen.