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Börsenlexikon

Market Maker sind Finanzunternehmen oder Börsenhändler, die sich verpflichten, für bestimmte Wertpapiere kontinuierlich Kauf- und Verkaufspreise zu stellen und damit Liquidität bereitzustellen.

Ein Market Maker funktioniert als ständiger Handelspartner. Er veröffentlicht gleichzeitig einen Geldkurs (bid), zu dem er kauft, und einen Briefkurs (ask), zu dem er verkauft. Die Differenz zwischen diesen beiden Preisen heißt Spread und ist sein Geschäftsgewinn. Beispiel: Ein Market Maker stellt für eine Aktie einen Geldkurs von 99,50 Euro und einen Briefkurs von 100,00 Euro. Kauft ein Anleger 100 Anteile, zahlt er 10.000 Euro; verkauft ein anderer Anleger 100 Anteile, erhält er 9.950 Euro. Der Market Maker verdient die 50 Euro Differenz, unabhängig davon, wie sich der Kurs entwickelt.

Für Privatanleger ist das Market-Maker-Modell relevant, weil es die Handelskosten direkt beeinflusst. Ein enger Spread (kleine Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis) reduziert die Transaktionskosten; ein breiter Spread erhöht sie. Bei illiquiden Wertpapieren, für die weniger Market Maker aktiv sind, fallen die Spreads typischerweise größer aus. Umgekehrt konkurrieren Market Maker bei populären Aktien oder großen Indizes um enge Spreads, weil hier hohes Handelsvolumen lockt.

Market Maker tragen auch das Bestandsrisiko. Wenn ein Anleger verkauft, muss der Market Maker die Papiere in sein Bestandsportfolio aufnehmen – und trägt dann das Risiko, dass der Kurs fällt, bevor er die Anteile weitergeben kann. Dieses Risiko wird über die Spread-Marge kompensiert.

Das Market-Maker-Modell unterscheidet sich vom Order-Matching, bei dem ein Handelsplatz nur Kauf- und Verkaufsaufträge zusammenführt, ohne selbst Partei zu werden. Auch die Liquidität ist eng mit Market Makern verknüpft – sie ist oft ein Maßstab für die Enge der Spreads. Der verwandte Begriff Geldkurs-Briefkurs-Spanne beschreibt direkt die Kosten, die aus der Market-Maker-Aktivität entstehen. Schließlich prägt das Konzept des Bid-Ask-Spreads die gesamte Mikrostruktur von Finanzmärkten.