Börsenlexikon
Ein Management Buy-Out (MBO) ist der Kauf eines Unternehmens oder von Unternehmensteilen durch das bestehende Management mit externer Finanzierung, wobei die Manager nach dem Kauf Anteile am erworbenen Unternehmen halten.
Funktionsweise und Ablauf
Bei einem MBO erwerben die Geschäftsführer und leitenden Angestellten das Unternehmen, in dem sie tätig sind, von den bisherigen Eigentümern. Die erforderliche Kaufsumme wird typischerweise durch eine Mischung aus Eigenkapital der Manager, Bankdarlehen und Mezzanine-Kapital (Finanzierungsinstrumente mit Merkmalen von Fremd- und Eigenkapital) aufgebracht. Häufig sind auch Private-Equity-Fonds als Geldgeber beteiligt, die neben dem Management Anteile erwerben.
Das Geschäftsmodell beruht auf dem Gedanken, dass das bestehende Management das Unternehmen am besten kennt und daher effizienter führen kann, wenn es wirtschaftlich an dessen Erfolg beteiligt ist. Nach dem Kauf können die neuen Eigentümer das Unternehmen sanieren, modernisieren oder durch Kosteneinsparungen rentabler machen, um später einen Gewinn zu erzielen – etwa durch den Verkauf an einen strategischen Käufer oder durch einen Börsengang.
Relevanz für Privatanleger
Privatanleger können auf mehreren Wegen von MBOs betroffen sein: Sie können Anteile an Private-Equity-Fonds erwerben, die an MBOs beteiligt sind. Sie können als Kreditgeber fungieren, indem sie Anleihen halten, die zur Finanzierung eines MBO ausgegeben werden. Auch Aktionäre des verkaufenden Unternehmens sind betroffen, da die Bewertung und Transaktionsbedingungen ihre Rendite beeinflussen.
Ein vereinfachtes Finanzierungsbeispiel: Ein Unternehmen mit einem Kaufpreis von 100 Millionen Euro könnte wie folgt finanziert werden: 20 Millionen Euro Eigenkapital vom Management und Private-Equity-Investoren, 60 Millionen Euro Bankdarlehen und 20 Millionen Euro Mezzanine-Kapital. Die Schuldenquote von 80 Prozent ist typisch für MBOs und führt zu erheblichen Zinsbelastungen, die das Unternehmen aus seinen Gewinnen bedienen muss.
Risiken entstehen durch die hohe Verschuldung: Sollte das Unternehmen nicht wie erwartet wachsen, können Zins- und Tilgungsverpflichtungen zu Liquiditätsproblemen führen. Anleger sollten die Geschäftsstabilität und den Schuldenabbauplan prüfen.
Verwandte Konzepte sind der Leveraged Buy-Out (LBO), bei dem externe Investoren ein Unternehmen mit hohem Fremdkapitalanteil kaufen, das Management Buy-In (MBI), bei dem externes Management ein Unternehmen übernimmt, und der Going Private, bei dem ein börsennotiertes Unternehmen von der Börse genommen wird.

