Börsenlexikon
Der MDAX ist ein Aktienindex der Deutschen Börse, der die 50 größten Unternehmen nach Marktkapitalisierung abbildet, die nicht bereits im DAX notiert sind.
Der MDAX ergänzt den DAX um eine zweite Reihe von Standardwerten und schafft damit eine breitere Abbildung des deutschen Kapitalmarkts. Während der DAX die 40 Leitaktien darstellt, konzentriert sich der MDAX auf mittelgroße und große Unternehmen der nächsten Kategorie. Die Zusammensetzung wird regelmäßig überprüft; Unternehmen können aufsteigen, wenn ihre Marktkapitalisierung die DAX-Schwelle überschreitet, oder absteigen, wenn sie zu klein werden.
Für Privatanleger ist der MDAX ein wichtiger Gradmesser für die wirtschaftliche Entwicklung des Mittelstandssegments in Deutschland. Viele dieser Unternehmen sind Hidden Champions – international erfolgreiche Spezialisten, die weniger Aufmerksamkeit erhalten als DAX-Konzerne. Der Index wird nach der Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichtet, was bedeutet, dass größere Unternehmen einen stärkeren Einfluss auf die Indexentwicklung haben als kleinere.
Praktisch funktioniert dies so: Angenommen, der MDAX enthält ein Unternehmen mit einer Streubesitz-Marktkapitalisierung von 20 Milliarden Euro und ein anderes mit 5 Milliarden Euro. Das größere Unternehmen hat dann eine vierfach höhere Gewichtung im Index. Steigt die Aktie des größeren Unternehmens um 10 Prozent und die des kleineren um 5 Prozent, trägt die größere Aktie überproportional zur Indexveränderung bei.
Anleger können über MDAX-ETFs oder Indexfonds in den gesamten Index investieren, statt einzelne Aktien auszuwählen. Dies bietet Diversifikation und reduziert das Einzeltitelrisiko. Auch Zertifikate und Optionen auf den MDAX werden gehandelt und ermöglichen gehebelte oder absichernde Strategien.
Der MDAX wird oft mit dem TecDAX verglichen, der spezialisiert auf Technologieunternehmen ist, oder mit dem SDAX, der die nächste Größenklasse darunter abdeckt. Zusammen bilden DAX, MDAX, TecDAX und SDAX ein Stufensystem der deutschen Börsennotierungen ab. Während der DAX international als Leitindex Deutschlands gilt, spiegelt der MDAX häufig konjunkturelle Schwankungen empfindlicher wider, da Mittelständler stärker an Wirtschaftszyklen gekoppelt sind als Großkonzerne.

