Börsenlexikon
Die Laufzeit ist der Zeitraum zwischen dem Kauf eines Wertpapiers und dem Zeitpunkt seiner Rückzahlung oder seines Verfalls.
Bei festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen bezeichnet die Laufzeit den Zeitraum, während dessen der Emittent dem Anleger regelmäßig Zinsen zahlt und am Ende die Nennwert-Summe zurückerstattet. Ein Anleger, der eine Unternehmensanleihe mit 10.000 Euro Nennwert und einer Laufzeit von 5 Jahren kauft, erhält in dieser Zeit jährlich die vereinbarten Zinsen und bekommt nach 5 Jahren die 10.000 Euro zurück. Danach endet die Anleihe.
Die Laufzeit ist für Privatanleger aus mehreren Gründen entscheidend. Sie bestimmt erstens, wie lange das investierte Geld gebunden ist. Ein Anleger mit kurzfristigem Geldbedarf sollte Wertpapiere mit kurzer Laufzeit bevorzugen. Zweitens beeinflusst die Laufzeit das Zinsänderungsrisiko: Bei längeren Laufzeiten schwanken die Kurse stärker, wenn sich die Marktzinsen verändern. Drittens wirkt sich die Laufzeit auf die Rendite aus. Längerfristige Anleihen bieten in der Regel höhere Zinssätze als kurzfristige, weil Anleger für das längere Risiko und die längere Kapitalbindung kompensiert werden.
Bei Anleihen unterscheidet man typischerweise zwischen kurzfristigen Laufzeiten (unter 2 Jahren), mittelfristigen (2 bis 10 Jahren) und langfristigen (über 10 Jahren). Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit sind beispiele für sehr lange Bindungsfristen.
Auch bei Optionen und Derivaten spielt die Laufzeit eine Rolle: Sie bestimmt, bis zu welchem Datum die Option ausgeübt werden kann. Eine Call-Option mit einer Laufzeit von 3 Monaten kann nur innerhalb dieser 3 Monate genutzt werden; danach verfällt sie wertlos.
Die Laufzeit hängt eng mit verwandten Konzepten zusammen. Die Duration misst, wie empfindlich ein Anleihen-Kurs auf Zinsänderungen reagiert – sie ist eine Art gewichtete Laufzeit. Die Restlaufzeit ist der verbleibende Zeitraum bis zur Rückzahlung, der sich täglich verkürzt. Der Kupon ist der jährliche Zinssatz, der während der gesamten Laufzeit gezahlt wird. Die Fälligkeit bezeichnet den Stichtag, an dem die Laufzeit endet und die Rückzahlung erfolgt.
Privatanleger sollten die Laufzeit bewusst wählen: Sie sollte zur eigenen Anlagestrategie und zum geplanten Anlagehorizont passen. Wer Geld für den Ruhestand anlegt, kann längere Laufzeiten akzeptieren. Wer in absehbarer Zeit auf das Geld angewiesen ist, sollte kürzere Laufzeiten bevorzugen.

