Börsenlexikon
Initial Margin ist die Mindesteinzahlung, die ein Anleger auf seinem Margin-Konto hinterlegen muss, um mit geliehenem Kapital Wertpapiere zu kaufen oder Derivate zu handeln.
Die Initial Margin dient als Sicherheit für den Kreditgeber (in der Regel der Broker). Sie schützt ihn vor Verlusten, falls der Wert der gekauften Positionen fällt und der Anleger seine Schulden nicht bedienen kann. Die Höhe wird in Prozent des Gesamtwertes der Position ausgedrückt und variiert je nach Wertpapierart und Broker.
Für Aktien liegt die Initial Margin typischerweise zwischen 20 und 50 Prozent des Kaufpreises. Bei volatileren Wertpapieren wie Optionen oder Futures kann sie deutlich höher ausfallen. Ein Anleger, der mit Margin handelt, zahlt also nicht den vollständigen Kaufpreis selbst, sondern nur einen Bruchteil – den Rest leiht der Broker.
Rechenbeispiel: Ein Anleger möchte 100 Aktien zu je 50 Euro kaufen. Der Gesamtwert beträgt 5.000 Euro. Der Broker verlangt eine Initial Margin von 30 Prozent. Der Anleger muss 1.500 Euro einzahlen (30 Prozent von 5.000 Euro), der Broker leiht ihm die restlichen 3.500 Euro. Der Anleger schuldet dem Broker diese 3.500 Euro plus Zinsen und muss sie zurückzahlen, wenn er die Position auflöst oder der Broker sie liquidiert.
Bedeutung für Privatanleger: Margin-Handel verstärkt sowohl Gewinne als auch Verluste. Sinkt der Aktienkurs im Beispiel um 30 Prozent auf 35 Euro pro Aktie, ist die Position nur noch 3.500 Euro wert. Der Anleger hat damit seine gesamte Einzahlung von 1.500 Euro verloren – obwohl die Aktie nur 30 Prozent gefallen ist. Fällt der Wert weiter, kann es zur Margin Call kommen, wobei der Broker zusätzliches Kapital fordert oder Positionen automatisch verkauft.
Initial Margin unterscheidet sich von der Maintenance Margin, die das Minimum darstellt, das danach auf dem Konto verbleiben muss. Wird dieses Minimum unterschritten, erfolgt der Margin Call. Auch der Leverage (die Hebelwirkung) steht in direktem Zusammenhang: Je niedriger die Initial Margin, desto höher der Hebel und damit das Risiko. Privatanleger sollten verstehen, dass Margin-Handel erhebliche Verluste bis zum Totalverlust der Einzahlung ermöglichen kann.

