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Börsenlexikon

Immobilienfonds sind Investmentfonds, die das Kapital ihrer Anleger überwiegend in Immobilien oder immobilienbezogene Wertpapiere anlegen und Erträge aus Mieteinnahmen und Wertsteigerungen anstreben.

Funktionsweise und Struktur

Immobilienfonds sammeln Gelder von Privatanlegern ein und investieren diese in ein Portfolio aus Immobilien – typischerweise Bürogebäude, Wohnkomplexe, Einzelhandelsflächen oder Logistikimmobilien. Der Fondsmanager kauft, verwaltet und verkauft diese Objekte mit dem Ziel, Renditen zu erzielen. Die Einnahmen stammen hauptsächlich aus Mieteinnahmen der Mieter sowie aus Kursgewinnen beim Verkauf von Immobilien.

Es gibt zwei Haupttypen: offene Immobilienfonds ermöglichen Anlegern theoretisch jederzeit Ein- und Ausstieg, während geschlossene Immobilienfonds eine feste Laufzeit haben und Anteile nur begrenzt handelbar sind.

Besonderheiten für Anleger

Immobilienfonds bieten Privatanlegern Zugang zu Immobilieninvestitionen ohne große Eigenkapitalanforderung. Ein Anleger könnte beispielsweise mit 5.000 Euro in einen Fonds investieren, der dadurch indirekt Anteile an mehreren Gebäuden im In- und Ausland hält. Die Erträge werden regelmäßig ausgeschüttet oder thesauriert (reinvestiert).

Allerdings bestehen Risiken: Immobilienmarktschwankungen, Leerstand, steigende Instandhaltungskosten und Liquiditätsrisiken bei offenen Fonds (bei Marktturbulenzen können Auszahlungen zeitweise ausgesetzt werden) beeinflussen die Wertentwicklung. Geschlossene Fonds binden Kapital über Jahre und erlauben keinen flexiblen Zugriff.

Kosten und Steuern

Immobilienfonds erheben Verwaltungsgebühren (typischerweise im einstelligen Prozentbereich pro Jahr) sowie häufig Ausgabeaufschläge beim Kauf. Die Besteuerung von Ausschüttungen und Gewinnen folgt den jeweils geltenden Regelungen für Kapitalerträge und hängt von der persönlichen Situation des Anlegers ab.

Verwandte Begriffe

Immobilienfonds unterscheiden sich von REITs (Real Estate Investment Trusts), die börsennotierte Gesellschaften sind und täglich wie Aktien gehandelt werden. Auch Infrastrukturfonds ähneln dem Konzept, konzentrieren sich aber auf Verkehrs-, Energie- oder Telekommunikationsinfrastruktur. Ein weiteres verwandtes Konzept ist die direkte Immobilienanlage, bei der Privatanleger selbst Immobilien kaufen und vermieten.