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Börsenlexikon

Immobilien-Investment ist die Anlage von Kapital in Immobilien oder immobilienbezogene Wertpapiere mit dem Ziel, Renditen durch Wertsteigerung, Mieteinnahmen oder Dividenden zu erzielen.

Privatanleger können auf zwei Wegen in Immobilien investieren: direkt durch den Kauf einer Liegenschaft oder indirekt über Finanzprodukte. Die direkte Investition erfordert erhebliches Kapital, Kreditvergabe, Verwaltung und Instandhaltung. Die indirekte Anlage erfolgt über Immobilienfonds, börsennotierte Immobilien-Aktiengesellschaften (sogenannte REITs – Real Estate Investment Trusts) oder spezialisierte Immobilienaktien.

Immobilienfonds sammeln Gelder mehrerer Anleger, um damit Immobilienportfolios aufzubauen. Der Fondsmanager kümmert sich um Kauf, Verwaltung und Verkauf der Objekte. Privatanleger erhalten Anteile und partizipieren an Mieteinnahmen und Wertsteigerungen. REITs sind börsengehandelte Unternehmen, die Immobilien halten und verwalten; Anleger kaufen Anteile wie bei anderen Aktien auch und erhalten regelmäßig Ausschüttungen.

Die Rendite setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der Ertrag aus Mieteinnahmen (Mietrendite) und der Gewinn aus Preisveränderungen (Wertsteigerung). Beispiel: Ein Immobilienfonds wird mit 50.000 Euro erworben. Die jährlichen Ausschüttungen betragen 2.000 Euro (4 Prozent Mietrendite). Gleichzeitig steigt der Fondsanteilwert innerhalb von fünf Jahren um 15 Prozent auf 57.500 Euro. Die Gesamtrendite setzt sich aus den kumulierten Ausschüttungen und der Wertsteigerung zusammen.

Für Privatanleger bietet indirektes Immobilien-Investment mehrere Vorteile: geringere Einstiegshürden, Diversifikation über mehrere Objekte und Regionen, professionelle Verwaltung sowie hohe Liquidität bei börsennotierten Produkten. Nachteilig sind Verwaltungsgebühren und der Kontrollverlust über einzelne Investitionsentscheidungen.

Immobilien-Investments gelten als vergleichsweise stabil, da Immobilien langfristig an Wert gewinnen und Mieteinnahmen regelmäßig fließen. Allerdings reagieren Immobilienmärkte auf Zinsveränderungen, wirtschaftliche Zyklen und lokale Marktbedingungen. Steuerlich werden Mieteinnahmen als Einkommen besteuert; Wertsteigerungen unterliegen der Kapitalertragsteuer oder Einkommensteuer je nach Haltedauer und Anlegertyp.

Verwandte Begriffe sind Immobilienfonds, REITs, Dividendenrendite und Mietrendite. Sie beschreiben entweder spezifische Investmentformen oder Kennzahlen zur Bewertung von Immobilien-Investments.