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Börsenlexikon

Der ISM-Index ist ein monatlich veröffentlichter Indikator der US-amerikanischen Einkaufsmanager, der die Geschäftsaktivität im verarbeitenden Gewerbe der Vereinigten Staaten misst und Werte zwischen 0 und 100 annimmt.

Der Index wird vom Institute for Supply Management (ISM) errechnet, einer Berufsvereinigung von Einkaufsfachleuten. Jeden Monat befragt das ISM mehrere hundert Einkaufsmanager von Industrieunternehmen zu ihrer Geschäftslage. Diese geben Auskunft über fünf Komponenten: neue Aufträge, Produktion, Lieferantenverzögerungen, Lagerbestände und Beschäftigung. Aus diesen Angaben wird ein gewichteter Gesamtindex berechnet.

Die Interpretation folgt einer einfachen Regel: Ein ISM-Wert über 50 Punkten signalisiert eine Expansion des Sektors, ein Wert unter 50 Punkten deutet auf eine Kontraktion hin. Ein Wert von genau 50 bedeutet Stagnation. Beispielsweise würde ein ISM-Wert von 58 Punkte anzeigen, dass die befragten Einkaufsmanager überwiegend von wachsender Geschäftstätigkeit berichten, während ein Wert von 42 Punkte auf wirtschaftliche Schwäche hindeutet.

Für Privatanleger ist der ISM-Index relevant, da er einen frühzeitigen Einblick in die Konjunkturentwicklung bietet. Der Index wird vor vielen anderen Wirtschaftsdaten veröffentlicht und beeinflusst häufig die Reaktion der Finanzmärkte. Starke ISM-Werte können Aktienmärkte unterstützen und Anleiherenditen unter Druck setzen, da sie auf robustes Wachstum und möglicherweise steigende Inflation deuten. Schwache Werte können dagegen Anleihen attraktiv machen und Aktien belasten.

Der ISM-Index konzentriert sich auf das verarbeitende Gewerbe, weshalb er die Gesamtwirtschaft nicht vollständig abbildet. Für ein umfassenderes Bild sollten Anleger den ISM-Index zusammen mit anderen Konjunkturindikatoren wie dem PMI (Purchasing Managers' Index) für den Servicesektor und dem Arbeitsmarktbericht betrachten. Der PMI misst ähnlich wie der ISM-Index die wirtschaftliche Aktivität, bezieht sich aber auf den Dienstleistungssektor und wird von verschiedenen Anbietern weltweit erhoben.

Privatanleger können den monatlich veröffentlichten ISM-Index nutzen, um ihre Allokation zwischen Aktien, Anleihen und anderen Anlageklassen zu überprüfen. Besonders in Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit hilft der Index dabei, Wendepunkte frühzeitig zu erkennen.