Menü
Das neue sharewise ist da Übersichtlicher, schneller, mit heller und dunkler Ansicht — und allem, was du kennst. Jetzt ausprobieren
Microsoft selbst warnt vor der Verwendung von Internet Explorer, da er nicht mehr den neuesten Web- und Sicherheitsstandards entspricht. Wir können daher nicht garantieren, dass die Seite im Internet Explorer in vollem Umfang funktioniert. Nutze bitte Chrome oder Firefox.

Börsenlexikon

Geldmengen sind die Summen aller Geldbestände in einer Volkswirtschaft, die in unterschiedlichen Formen (Bargeld, Bankguthaben, kurzfristige Geldmarktpapiere) vorliegen und nach ihrer Liquidität in abgestufte Kategorien eingeteilt werden.

Die Geldmenge beschreibt, wie viel Geld in einem Wirtschaftsraum (etwa dem Euroraum) zirkuliert oder unmittelbar verfügbar ist. Zentralbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) messen und steuern Geldmengen, um Inflation, Beschäftigung und Wirtschaftswachstum zu beeinflussen. Die Geldmenge wird üblicherweise in drei Kategorien unterteilt:

M1 umfasst das Bargeld im Umlauf und täglich fällige Bankguthaben – also das Geld, das sofort ausgegeben werden kann. M2 erweitert M1 um Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bis zu zwei Jahren und Einlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist bis zu drei Monaten. M3 addiert zu M2 noch kurzfristige Geldmarktpapiere und andere liquide Vermögenswerte hinzu.

Für Privatanleger ist die Geldmenge deshalb relevant, weil ihre Entwicklung einen Einfluss auf Inflation, Zinsniveaus und damit auf Vermögenspreise hat. Wenn eine Zentralbank die Geldmenge stark ausweitet – etwa durch Anleihekäufe oder Zinssenkungengen – führt dies typischerweise zu niedrigeren Zinsen und kann Aktienkurse oder Immobilienpreise stützen. Umgekehrt kann eine Geldmengenverknappung Zinsen erhöhen und Vermögenspreise unter Druck setzen. Anleger beobachten daher regelmäßig die von Zentralbanken veröffentlichten Geldmengendaten, um Rückschlüsse auf zukünftige Geldpolitik zu ziehen.

Ein vereinfachtes Beispiel: Wenn eine Zentralbank in einem Jahr die Geldmenge M3 von 100 Milliarden auf 110 Milliarden Euro erhöht, während die Wirtschaft nur um 2 Prozent wächst, deutet dies auf ein Überangebot an Geld hin. Dies kann Inflation anheizen und Zentralbanken zu Zinserhöhungen bewegen, was wiederum Anleihekurse senkt und Sparzinsen erhöht.

Die Geldmenge steht in enger Beziehung zu Konzepten wie der Geldpolitik, die Zentralbanken einsetzen, um Geldmengen zu steuern, und zur Inflation, die durch zu viel Geld im Umlauf beschleunigt werden kann. Auch der Leitzins, den Zentralbanken festlegen, beeinflusst die Geldmenge: Niedrige Leitzinsen ermutigen Banken, mehr Kredite zu vergeben und damit die Geldmenge zu erhöhen.