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Börsenlexikon

Fondsgesellschaft: Ein Unternehmen, das Geldmittel von Anlegern sammelt, diese am Kapitalmarkt anlegt und die resultierenden Erträge nach einem festgelegten Gebührenmodell an die Anleger ausschüttet oder thesauriert.

Eine Fondsgesellschaft ist ein spezialisiertes Finanzunternehmen, das als Vermögensverwalter tätig ist. Sie sammelt Kapital von privaten und institutionellen Anlegern, bündelt dieses Geld in einem oder mehreren Fonds und investiert es nach einer definierten Anlagestrategie in Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder andere Vermögenswerte.

Die Fondsgesellschaft trägt die Verantwortung für die Verwaltung des Fondsvermögens. Dazu gehören die Auswahl der Wertpapiere, die Überwachung der Marktentwicklung, die Einhaltung der im Fondsprospekt festgelegten Anlagerichtlinien sowie die Abrechnung und Berichterstattung gegenüber den Anlegern. Die Anleger selbst werden Fondsanteile-Inhaber und profitieren von der Diversifikation des Portfolios, ohne jedes Wertpapier einzeln kaufen zu müssen.

Für ihre Leistung erhebt die Fondsgesellschaft Gebühren. Die wichtigste ist die Verwaltungsgebühr (auch Managementgebühr genannt), die typischerweise als Prozentsatz des verwalteten Vermögens berechnet wird. Hinzu kommen oft Transaktionskosten, Depotgebühren und bei aktiv verwalteten Fonds möglicherweise eine erfolgsabhängige Gebühr. Diese Gebührenstruktur wird im Fondsprospekt offengelegt.

Ein Beispiel verdeutlicht die Funktionsweise: Eine Fondsgesellschaft bietet einen Aktienfonds an. Ein Privatanleger investiert 10.000 Euro und erhält dafür Fondsanteile. Die Fondsgesellschaft kauft mit diesem Geld und den Mitteln tausender anderer Anleger ein diversifiziertes Portfolio aus 50 verschiedenen Aktien. Steigt der Wert dieses Portfolios um 8 Prozent im Jahr, wächst auch der Anteilwert des Privatanlegers (abzüglich der Gebühren). Bei einer Verwaltungsgebühr von beispielsweise 0,5 Prozent pro Jahr behält die Fondsgesellschaft 50 Euro von den verwalteten 10.000 Euro als Gebühr ein.

Für Privatanleger ist die Fondsgesellschaft relevant, weil sie professionelle Vermögensverwaltung zugänglich macht. Anleger müssen nicht selbst Hunderte von Einzelwertpapieren recherchieren und handeln. Gleichzeitig sollten Anleger die Gebührenstruktur kritisch prüfen, da hohe Gebühren die Rendite erheblich schmälern können.

Eng verwandte Begriffe sind der Fonds selbst (das verwaltete Vermögen), die Investmentgesellschaft (der rechtliche Dachbegriff für Fondsgesellschaften), der Fondsmanager (die Person, die konkrete Anlageentscheidungen trifft) und die Depotbank (ein unabhängiges Institut, das die Wertpapiere verwahrt und die Fondsgesellschaft kontrolliert).