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Börsenlexikon

Eurex ist die elektronische Terminbörse für den Handel mit Derivaten und Rentenpapieren in Kontinentaleuropa mit Sitz in Frankfurt am Main.

Die Eurex entstand 1998 aus dem Zusammenschluss der Deutschen Terminbörse (DTB, gegründet 1990) mit der Schweizer Terminbörse SOFFEX. Sie ist eine reine elektronische Börse ohne physischen Handelsschalter – der gesamte Handel findet über computergestützte Systeme statt. Privatanleger greifen auf die Eurex typischerweise über ihren Broker zu, der als Vermittler fungiert.

Das Handelsangebot der Eurex umfasst drei Hauptbereiche: Terminkontrakte auf Indizes (etwa auf den DAX oder den Euro Stoxx 50), Einzelaktienoptionen und -futures sowie Rententerminkontrakte. Besonders bedeutsam sind die Zinskontrakte, bei denen Anleger auf Anleihen oder Rentenpapiere spekulieren oder sich gegen Zinsänderungen absichern. Beispiel: Ein Privatanleger könnte einen Terminkontrakt auf einen Bundesanleihe-Future mit einem Kontraktwert von 100.000 Euro kaufen. Verschiebt sich der Anleihekurs um ein Prozent, gewinnt oder verliert der Anleger etwa 1.000 Euro – ohne den vollen Betrag zahlen zu müssen, da Terminkontrakte gehebelt sind.

Für Privatanleger ist die Eurex vor allem als Handelsplatz für Optionsscheine und börsengehandelte Optionen relevant. Während institutionelle Investoren direkt mit Futures und komplexen Derivaten handeln, nutzen Privatanleger häufig die standardisierten Optionen auf Einzelaktien oder Indizes. Diese bieten die Möglichkeit, mit kleinerem Kapitalaufwand auf Kursveränderungen zu setzen oder bestehende Positionen abzusichern.

Die Eurex unterliegt einer strikten Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Deutsche Bundesbank. Alle Transaktionen werden zentral abgewickelt und verrechnet, was das Gegenparteirisiko minimiert – das Risiko, dass eine Seite ihre Verpflichtungen nicht erfüllt.

Wichtig zu verstehen ist der Unterschied zwischen dem Handel an der Eurex und dem Handel an Kassamärkten wie der Xetra: An der Eurex werden keine Wertpapiere selbst gekauft oder verkauft, sondern Rechte und Verpflichtungen zu zukünftigen Terminen. Privatanleger sollten bedenken, dass der Handel mit Derivaten deutlich riskanter ist als der Direktkauf von Aktien oder Fonds, da gehebelte Positionen zu Totalverlusten führen können.

Verwandte Begriffe sind der Kassamarkt, auf dem Wertpapiere unmittelbar geliefert werden, sowie die Begriffe Futures und Optionen, die die beiden Grundkategorien von Derivaten beschreiben, die an der Eurex gehandelt werden.