Börsenlexikon
Deport ist ein Geschäft an der Börse, bei dem ein Anleger ein Wertpapier verkauft und sich verpflichtet, es zu einem festgelegten späteren Zeitpunkt und Preis zurückzukaufen.
Der Deport funktioniert als Kreditgeschäft mit Sicherheit. Der Verkäufer erhält sofort Geld aus dem Verkauf, muss das Papier aber später (typischerweise nach wenigen Tagen bis Wochen) zum vereinbarten Rückkaufspreis wieder erwerben. Der Unterschied zwischen Verkaufs- und Rückkaufspreis bildet die Leihgebühr für das erhaltene Kapital ab – diese wird oft als Deport-Satz in Prozent pro Jahr ausgedrückt. Das Geschäft ist also ein besicherter Kredit, bei dem das Wertpapier selbst als Sicherheit dient.
Für Privatanleger ist der Deport vor allem in zwei Situationen relevant: Erstens können Anleger, die kurzfristig Liquidität benötigen, ihre Wertpapiere per Deport verkaufen, statt sie ganz zu veräußern – sie behalten damit ihre Position und erhalten trotzdem sofort Geld. Zweitens begegnet der Begriff Privatanlegern indirekt bei Fonds oder strukturierten Produkten, die Deport-Geschäfte zur Optimierung ihrer Renditen nutzen.
Rechenbeispiel: Ein Anleger hält 100 Aktien im Wert von 50 Euro je Stück, also insgesamt 5.000 Euro. Er verkauft diese per Deport zu 5.000 Euro und verpflichtet sich, sie in 14 Tagen zum Preis von 5.010 Euro zurückzukaufen. Der Differenzbetrag von 10 Euro entspricht einer Leihgebühr. Auf Jahresbasis wären das etwa 5,2 Prozent (10 Euro ÷ 5.000 Euro × 365 ÷ 14 Tage). Der Anleger hat 14 Tage lang über 5.000 Euro verfügt und zahlt dafür diese Gebühr.
Der Deport unterscheidet sich vom verwandten Repo-Geschäft (Repurchase Agreement) hauptsächlich in der Perspektive: Beim Repo kauft der Käufer ein Papier und verkauft es zurück, beim Deport verkauft der Verkäufer und kauft zurück. Beide Seiten desselben Geschäfts sprechen also von unterschiedlichen Begriffen. Eng verwandt sind auch der Leihemarkt für Wertpapiere, auf dem Anleger ihre Bestände gegen Gebühr verleihen, und die Pensionsgeschäfte, die ähnlich funktionieren, aber eher im institutionellen Bereich üblich sind.

