Börsenlexikon
Currency Options sind Terminkontrakte, die dem Käufer das Recht (nicht die Pflicht) geben, eine bestimmte Währung zu einem festgelegten Kurs bis zu oder an einem vereinbarten Termin zu kaufen oder zu verkaufen.
Diese Finanzinstrumente funktionieren nach dem Prinzip der Optionalität: Der Käufer zahlt eine Prämie und erhält dafür das Recht, aber nicht die Verpflichtung, die Transaktion durchzuführen. Eine Call-Option auf Euro gibt beispielsweise das Recht, Euro zu kaufen; eine Put-Option das Recht, Euro zu verkaufen. Der Verkäufer der Option kassiert die Prämie, ist aber verpflichtet, die Transaktion auszuführen, falls der Käufer sein Recht ausübt.
Der Wert einer Currency Option hängt von mehreren Faktoren ab: dem aktuellen Wechselkurs, dem vereinbarten Ausübungskurs, der Restlaufzeit, der Volatilität des Währungspaares und dem Zinsniveauunterschied zwischen den beiden Währungen. Je volatiler ein Währungspaar schwankt und je länger die Laufzeit, desto höher ist typischerweise die Prämie.
Praktisches Beispiel: Ein deutscher Exporteur erwartet in drei Monaten eine Zahlung von 100.000 US-Dollar. Er fürchtet eine Dollarabschwächung und kauft eine Put-Option mit einem Ausübungskurs von 0,95 Euro pro Dollar. Die Prämie beträgt 0,02 Euro pro Dollar, also insgesamt 2.000 Euro. Falls der Dollar in drei Monaten auf 0,90 Euro fällt, kann der Exporteur seine 100.000 Dollar zum vereinbarten Kurs von 0,95 Euro verkaufen und erhält 95.000 Euro statt nur 90.000 Euro. Die bezahlte Prämie von 2.000 Euro begrenzt seinen Schutz auf einen Verlust von 2.000 Euro. Steigt der Dollar dagegen auf 0,98 Euro, übt der Exporteur die Option nicht aus und verkauft am Markt – die Prämie ist dann sein Verlust.
Für Privatanleger sind Currency Options relevant zur Absicherung von Währungsrisiken bei internationalen Investments oder Auslandsgeschäften. Sie ermöglichen es auch, auf Wechselkursbewegungen zu spekulieren, erfordern aber Verständnis für ihre Komplexität und bergen erhebliche Risiken, da die Prämie vollständig verloren gehen kann.
Currency Options unterscheiden sich von Devisentermingeschäften dadurch, dass sie optional sind. Sie stehen in enger Beziehung zu Forex-Instrumenten und werden oft im Kontext von Hedging-Strategien zusammen mit Devisenkassageschäften eingesetzt. Auch Zinsoptionen folgen ähnlichen Bewertungsprinzipien, sind aber auf Zinssätze ausgerichtet.

