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Börsenlexikon

Eine Cross Rate ist der Wechselkurs zwischen zwei Währungen, die beide nicht die Heimatwährung des Beobachters sind.

Cross Rates entstehen aus der Kombination zweier anderer Wechselkurse, wenn beide Währungen gegen eine dritte Referenzwährung (meist US-Dollar) notiert werden. Statt den Kurs direkt zu handeln, berechnet sich eine Cross Rate aus dem Verhältnis dieser beiden Kurse. Dieser Mechanismus ist für Privatanleger relevant, die international investieren oder Fremdwährungen halten.

Das Konzept funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar mit einem bestimmten Kurs notiert und das Britische Pfund ebenfalls einen bekannten Kurs zum Dollar hat, lässt sich aus beiden Informationen der Kurs zwischen Euro und Pfund ermitteln – das ist die Cross Rate. Beispiel: Der EUR/USD-Kurs liegt bei 1,10 (1 Euro = 1,10 Dollar), der GBP/USD-Kurs bei 1,30 (1 Pfund = 1,30 Dollar). Die EUR/GBP Cross Rate berechnet sich dann als 1,10 ÷ 1,30 = 0,85. Ein Euro ist somit etwa 0,85 Pfund wert.

Für Privatanleger hat dies mehrere praktische Implikationen. Wer beispielsweise in japanische Aktien investiert und sein Depot in Euro führt, muss den JPY/EUR-Kurs kennen. Dieser wird häufig als Cross Rate aus den Dollar-Kursen abgeleitet, nicht direkt an einer Börse gehandelt. Die Liquidität und Geld-Brief-Spanne (Bid-Ask-Spread) einer Cross Rate können ungünstiger ausfallen als bei direkt gehandelten Kursen, da sie rechnerisch ermittelt wird.

Cross Rates sind auch beim Vergleich von Anlageergebnissen wichtig. Ein Investor, der in Schweizer Franken anlegt und sein Vermögen in Euro misst, muss den CHF/EUR-Kurs berücksichtigen. Kursschwankungen dieser Cross Rate beeinflussen die Rendite unabhängig von der Wertentwicklung der Anlage selbst – dies wird als Währungseffekt bezeichnet.

Der Handel mit Cross Rates erfolgt primär im Interbanken-Markt, ist aber auch über Broker für private Devisenhändler zugänglich. Die Berechnung ist transparent und mathematisch eindeutig, weshalb Cross Rates als zuverlässige Referenzkurse gelten.

Eng verwandte Begriffe sind der Kassakurs, der den aktuellen Spot-Wechselkurs darstellt, der Terminkurs, der einen zukünftigen Wechselkurs festlegt, und die Währungsparität, die das längerfristige Gleichgewichtsverhältnis zwischen zwei Währungen beschreibt. Das Konzept der Arbitrage nutzt Kursunterschiede zwischen verschiedenen Kursen aus, um risikolos Gewinne zu erzielen – auch Cross Rates können Arbitrage-Möglichkeiten bieten, wenn sie vorübergehend inkonsistent sind.