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Börsenlexikon

Computerbörse ist ein elektronisches Handelssystem, in dem Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und Fonds ausschließlich über Computernetzwerke gehandelt werden, ohne physische Handelsplätze oder menschliche Makler.

Im Gegensatz zu traditionellen Präsenzbörsen mit Handelsplätzen und Maklern verbinden Computerbörsen Käufer und Verkäufer vollständig digital. Aufträge werden über elektronische Systeme eingegeben, abgeglichen und ausgeführt. Der Handel läuft nach festgelegten Algorithmen ab: Kaufgebot und Verkaufsangebot werden automatisch zusammengeführt, sobald sie sich preislich treffen. Dies geschieht in Sekundenbruchteilen.

Die bekannteste Computerbörse im deutschsprachigen Raum ist Xetra, das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse. Hier werden täglich Millionen von Transaktionen abgewickelt. Privatanleger greifen auf Computerbörsen typischerweise über ihre Depotbank oder einen Online-Broker zu – sie sehen am Bildschirm die verfügbaren Kurse und können Kauf- oder Verkaufsaufträge erteilen.

Relevanz für Privatanleger

Computerbörsen bieten mehrere Vorteile: Die Transaktionskosten sind niedriger als bei traditionellen Börsen, da keine Makler zwischengeschaltet sind. Die Abwicklung erfolgt schneller und transparenter. Kurse entstehen durch das automatische Abgleichen von Angebot und Nachfrage in Echtzeit, was zu marktgerechten Preisen führt. Privatanleger profitieren von kontinuierlichen Handelszeiten und können ihre Aufträge jederzeit platzieren.

Ein Beispiel: Ein Anleger möchte 100 Aktien kaufen. Er sieht am Bildschirm ein Verkaufsangebot zu 50 Euro je Aktie. Er erteilt einen Kaufauftrag über 100 Aktien zu diesem Preis. Das System führt den Auftrag sofort aus. Die Gesamtkosten betragen 5.000 Euro zuzüglich Gebühren der Depotbank. Bei einer traditionellen Börse mit Makler wären die Gebühren deutlich höher ausgefallen.

Computerbörsen arbeiten nach dem Prinzip des Orderbuchs: Alle Kauf- und Verkaufsaufträge werden in einer Liste dargestellt, sortiert nach Preis. Der beste Kaufpreis und der beste Verkaufspreis bilden die sogenannte Geldkurs-Brief-Spanne (Bid-Ask-Spread). Eng verwandte Begriffe sind der Parketthandel, der noch auf manchen Börsen für bestimmte Wertpapiere stattfindet, und das außerbörsliche Trading, bei dem Anleger direkt mit Banken handeln, ohne die Computerbörse zu nutzen.