Börsenlexikon
Eine Commodity Option ist ein Terminkontrakt, der dem Käufer das Recht (aber nicht die Pflicht) gibt, eine vereinbarte Menge eines Rohstoffs zu einem festgelegten Preis bis zu einem bestimmten Verfallsdatum zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option).
Commodity Options ermöglichen es Anlegern, auf Preisbewegungen von Rohstoffen wie Öl, Gas, Metallen, Getreide oder Kaffee zu spekulieren oder sich gegen Preisrisiken abzusichern. Im Gegensatz zum direkten Kauf eines Rohstoffs erfordert eine Option nur die Zahlung einer Prämie – des Optionspreises – statt des vollen Warenwerts. Dies ermöglicht eine gehebelte Investition: Mit kleinerem Kapitalaufwand können größere Preisbewegungen genutzt werden.
Funktionsweise an einem Beispiel: Ein Anleger erwartet, dass Rohöl in den nächsten zwei Monaten teurer wird. Er kauft eine Call-Option auf Rohöl mit einem Ausübungspreis von 80 Dollar pro Barrel und zahlt dafür eine Prämie von 3 Dollar pro Barrel. Die Option umfasst typischerweise 100 Barrel. Die Gesamtprämie beträgt also 300 Dollar. Steigt der Ölpreis auf 90 Dollar, kann der Anleger sein Optionsrecht nutzen und die 100 Barrel zu 80 Dollar kaufen, obwohl der Marktpreis 90 Dollar beträgt – Gewinn von 10 Dollar pro Barrel abzüglich der gezahlten Prämie von 3 Dollar, also 7 Dollar netto pro Barrel oder insgesamt 700 Dollar. Fällt der Ölpreis stattdessen, verfällt die Option wertlos; der Anleger verliert maximal die gezahlte Prämie von 300 Dollar.
Für Privatanleger bieten Commodity Options sowohl Chancen als auch erhebliche Risiken. Der Hebeleffekt kann Gewinne vervielfachen, führt aber auch zu überdurchschnittlichen Verlusten. Rohstoffpreise sind volatil und werden durch Angebot, Nachfrage, Wechselkurse und geopolitische Ereignisse beeinflusst – Faktoren, die schwer vorherzusagen sind.
Commodity Options werden an spezialisierten Börsen gehandelt, etwa für Energierohstoffe, Edelmetalle und Agrarprodukte. Sie unterscheiden sich von klassischen Aktienoptionen durch ihren Basiswert und von Commodity Futures durch die optionale Ausübung – beim Futures besteht eine Lieferpflicht.
Verwandte Begriffe sind Commodity Futures (unbedingter Terminkontrakt für Rohstoffe), Exchange Traded Funds auf Rohstoffe (passive Abbildung von Rohstoffindizes) und Rohstoff-Swaps (Tausch von Cashflows basierend auf Rohstoffpreisen).

