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Börsenlexikon

Chinesische Fonds sind Investmentfonds, die ihr Vermögen überwiegend in Wertpapiere von Unternehmen anlegen, die in China ihren Sitz haben oder dort ihre wirtschaftlichen Aktivitäten ausüben.

Diese Fonds konzentrieren sich auf den chinesischen Aktienmarkt, insbesondere auf die Börsen Shanghai und Shenzhen sowie auf in Hongkong notierte chinesische Unternehmen. Einige Fonds investieren auch in chinesische Staatsanleihen oder Anleihen chinesischer Konzerne. Das Ziel besteht darin, an der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas teilzuhaben und von Kurssteigerungen chinesischer Wertpapiere zu profitieren.

Für Privatanleger bieten chinesische Fonds eine Möglichkeit, sich ohne Einzelaktienauswahl in den chinesischen Markt zu engagieren. Der Vorteil liegt in der Diversifikation: Statt ein einzelnes Unternehmen zu wählen, verteilt der Fonds das Kapital auf mehrere Positionen. Dies reduziert das Risiko, das mit einem Einzelinvestment verbunden wäre. Allerdings ist eine Investition in chinesische Fonds mit Besonderheiten verbunden. Dazu gehören Wechselkursrisiken, da Gewinne in chinesischen Yuan anfallen und bei der Umrechnung in Euro Kursverluste entstehen können. Hinzu kommt das regulatorische Risiko: Die chinesische Regierung kann Marktregeln oder Kapitalverkehrsbeschränkungen ändern, was Fondsperformance und Liquidität beeinträchtigt.

Ein vereinfachtes Beispiel: Ein chinesischer Aktienfonds mit 100 Millionen Euro Vermögen könnte 40 Prozent in Technologieunternehmen, 30 Prozent in Finanzdienstleister und 30 Prozent in Industriekonzerne investieren. Steigt der chinesische Aktienmarkt um 10 Prozent und der Euro gegenüber dem Yuan um 5 Prozent ab, profitiert der Anleger von beiden Effekten. Fällt der Markt jedoch um 10 Prozent und wertet der Yuan gleichzeitig ab, multiplizieren sich die Verluste.

Chinesische Fonds sind verwandt mit Schwellenländerfonds, die breit in Emerging Markets investieren und China als einen von vielen Märkten einbeziehen. Daneben existieren China-Indexfonds, die einen chinesischen Index wie den CSI 300 nachbilden und damit eine passive Anlagestrategie verfolgen. Auch Asien-Fonds können erhebliche China-Positionen halten, konzentrieren sich aber auf die gesamte Region.

Die Gebührenstruktur chinesischer Fonds ähnelt anderen aktiv verwalteten Fonds: Verwaltungsgebühren werden üblicherweise als jährlicher Prozentsatz des Vermögens berechnet. Beim Kauf können Ausgabeaufschläge anfallen, beim Verkauf Rücknahmegebühren.