Börsenlexikon
Ein CFD (Contract for Difference) ist ein Finanzderivat, das es dem Anleger ermöglicht, auf Preisbewegungen von Basiswerten wie Aktien, Indizes, Rohstoffen oder Währungen zu spekulieren, ohne den Basiswert selbst zu besitzen.
Funktionsweise
Der Anleger schließt mit einem Broker einen Vertrag ab und einigt sich auf einen Eröffnungspreis des Basiswerts. Die Gewinn- oder Verlustberechnung richtet sich nach der Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusspreis — daher der Name „Contract for Difference". Steigt der Kurs des Basiswerts, gewinnt der Anleger; fällt er, erleidet der Anleger einen Verlust. Der tatsächliche Basiswert wird nicht erworben.
Hebelwirkung und Margin
Ein zentrales Merkmal von CFDs ist die Möglichkeit, mit Hebel zu handeln. Der Anleger hinterlegt beim Broker eine Sicherheitsleistung (Margin), die typischerweise zwischen 2 und 20 Prozent des Gesamtpositionswerts liegt — abhängig vom Basiswert und den Broker-Vorgaben. Mit dieser Margin kann eine Position eröffnet werden, die ein Vielfaches des eingezahlten Kapitals ausmacht. Das verstärkt sowohl Gewinne als auch Verluste erheblich.
Rechenbeispiel
Ein Anleger möchte auf die Aktie eines Unternehmens spekulieren. Der aktuelle Kurs liegt bei 100 Euro. Der Broker bietet einen Hebel von 1:10 und verlangt 10 Prozent Margin. Der Anleger zahlt 1.000 Euro Margin ein und eröffnet eine CFD-Position über 10.000 Euro (100 Aktien × 100 Euro). Steigt der Kurs um 5 Prozent auf 105 Euro, beträgt der Gewinn 500 Euro (5 Euro Kursgewinn × 100 Positionen), was einer Rendite von 50 Prozent auf das eingesetzte Kapital entspricht. Fällt der Kurs hingegen um 5 Prozent, erleidet der Anleger einen Verlust von 500 Euro.
Risiken
CFDs bergen erhebliche Risiken. Durch die Hebelwirkung können Verluste das eingezahlte Kapital übersteigen. Bei ungünstigen Marktbewegungen kann der Broker die Position automatisch schließen (Margin Call), um weitere Verluste zu begrenzen. Zudem entstehen Gebühren durch Spreads, Finanzierungskosten und möglicherweise Übernachtgebühren.
Relevanz für Privatanleger
CFDs sind hochspekulative Instrumente, die eher für erfahrene Trader als für langfristig orientierte Vermögensaufbauer geeignet sind. Sie ermöglichen kurzfristige Positionen und auch Wetten auf fallende Kurse (Leerverkäufe), erfordern aber erhebliches Fachwissen und Risikomanagement.
CFDs unterscheiden sich grundlegend von klassischen Aktienorders, Optionen und Futures, da sie keine Eigentumsrechte am Basiswert vermitteln und flexibler strukturiert sind.

