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Börsenlexikon

CBOT (Chicago Board of Trade) ist die älteste Warenterminbörse der Vereinigten Staaten, an der Futures und Optionen auf Rohstoffe wie Getreide, Ölsaaten, Energieträger und Finanzinstrumente gehandelt werden.

Die CBOT wurde 1848 gegründet und hat ihren Sitz in Chicago. Sie ist heute Teil der CME Group, eines der weltweit größten Terminbörsen-Konzerne. An der CBOT werden standardisierte Kontrakte gehandelt, die es Produzenten, Verbrauchern und Spekulanten ermöglichen, Preisrisiken abzusichern oder auf Preisbewegungen zu spekulieren.

Die Börse ist bekannt für ihre Kontrakte auf Weizen, Mais, Sojabohnen und Sojaöl. Ein Weizenkontrakt an der CBOT hat beispielsweise eine standardisierte Größe von 5.000 Scheffeln (etwa 136 Tonnen). Wenn ein Kontrakt bei 600 Cent pro Scheffel notiert, kostet ein Kontrakt 30.000 Dollar Nominalwert. Anleger hinterlegen jedoch nur einen Bruchteil – die sogenannte Margin – um den Kontrakt zu halten, typischerweise zwischen 5 und 15 Prozent des Nominalwerts. Dies ermöglicht Hebelwirkung: Bei einer Margin von 10 Prozent kontrolliert ein Anleger mit 3.000 Dollar Kapital einen 30.000-Dollar-Kontrakt.

Für Privatanleger ist die CBOT über Terminbroker erreichbar. Der Handel erfolgt elektronisch über die CME Globex-Plattform. Privatanleger nutzen CBOT-Kontrakte typischerweise nicht zur physischen Warenlieferung, sondern schließen ihre Positionen vor Kontraktablauf glattgestellt (verkauft oder gekauft). Der Gewinn oder Verlust ergibt sich aus der Preisveränderung.

Die Relevanz für Privatanleger liegt in mehreren Aspekten: Erstens bieten CBOT-Kontrakte Diversifikationsmöglichkeiten jenseits von Aktien und Anleihen. Zweitens ermöglichen sie Spekulation auf Rohstoffpreistrends. Drittens sind CBOT-Preise globale Referenzen – etwa für Weizenpreise – und beeinflussen damit Lebensmittelkosten weltweit. Allerdings ist der Terminhandel mit erheblichen Risiken verbunden: Die Hebelwirkung kann zu Totalverlust führen, wenn sich Preise ungünstig entwickeln.

Eng verwandte Begriffe sind Futures, die standardisierten Terminkontrakte, auf denen CBOT-Handel basiert, sowie Margin, die erforderliche Sicherheitsleistung. Der Begriff Commodity bezeichnet die Rohstoffe, die an der CBOT gehandelt werden. Auch CME Group, der heutige Mutterkonzern der CBOT, ist relevant für das Verständnis moderner Rohstoffmärkte.