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Börsenlexikon

Eine Benchmark ist ein Vergleichsmaßstab, gegen den die Wertentwicklung eines Wertpapiers oder eines Portfolios gemessen wird, um zu beurteilen, ob ein Anleger oder ein Fondsmanager eine angemessene Rendite erzielt hat.

Die Benchmark dient als Orientierungspunkt für die Bewertung von Anlageentscheidungen. Statt eine Rendite isoliert zu betrachten, wird sie mit einem relevanten Index oder einer Vergleichsgruppe abgeglichen. Dadurch lässt sich ermitteln, ob ein Anleger oder ein verwalteter Fonds besser oder schlechter abschneidet als der Markt oder eine vergleichbare Anlagegruppe.

Die Wahl der richtigen Benchmark ist entscheidend. Ein Aktienfonds, der in deutsche Standardwerte investiert, sollte gegen den DAX gemessen werden, nicht gegen einen Index für Schwellenländer. Ein Rentenfonds mit europäischen Staatsanleihen wird typischerweise gegen einen Anleiheindex wie den Bloomberg Barclays Euro Aggregate Bond Index oder ähnliche Maßstäbe verglichen. Für einen breit gestreuten globalen Aktienfonds könnte ein MSCI-Weltindex die passende Benchmark sein.

Ein konkretes Rechenbeispiel zeigt den praktischen Nutzen: Ein Aktienfonds erzielte in einem Jahr eine Rendite von 8 Prozent. Auf den ersten Blick erscheint dies attraktiv. Wird jedoch die Benchmark – etwa der relevante Aktienindex – überprüft und dieser ist um 12 Prozent gestiegen, hat der Fonds unterperformt. Der Fondsmanager hat seine Benchmark um 4 Prozentpunkte verfehlt. Umgekehrt hätte der gleiche Fonds überperformt, wenn die Benchmark nur 6 Prozent Rendite gebracht hätte.

Privatanleger profitieren von Benchmarks bei mehreren Entscheidungen: beim Vergleich verschiedener Fonds, bei der Kontrolle, ob ein Vermögensverwalter seine Gebühren rechtfertigt, oder bei der Überprüfung, ob ein Einzelinvestment angemessen rentiert. Viele Fonds veröffentlichen ihre Benchmark in den Produktinformationen und in regelmäßigen Berichten.

Eng verwandte Begriffe sind die Outperformance oder Underperformance, die beschreiben, wie stark ein Investment die Benchmark über- oder unterschreitet, sowie der Tracking Error, der misst, wie stark die tatsächliche Rendite eines Fonds von seiner Benchmark abweicht – ein Indikator für die Managementqualität. Auch die Alpha steht in direktem Zusammenhang: Sie quantifiziert die Überrendite eines Investments, nachdem die Benchmark-Rendite berücksichtigt wurde.