Börsenlexikon
Adjustierung ist die Anpassung von Wertpapierkursen, Dividenden oder anderen Leistungen an veränderte Marktbedingungen oder Kapitalmaßnahmen, um die wirtschaftlichen Rechte der Anleger unverändert zu erhalten.
Die Adjustierung kommt vor allem bei Aktien und Derivaten zum Einsatz. Sie verhindert, dass Anleger durch technische Maßnahmen eines Unternehmens wirtschaftliche Nachteile erleiden, die nicht auf Marktentwicklungen beruhen.
Das häufigste Anwendungsbeispiel ist die Dividendenadjustierung bei Optionen und Futures. Wenn ein Unternehmen eine Dividende von 2 Euro je Aktie ausschüttet, sinkt der Aktienkurs typischerweise um diesen Betrag. Ein Anleger, der eine Call-Option (Kaufoption) hält, hätte durch die Dividendenzahlung einen relativen Nachteil: Der Wert der Option würde fallen, ohne dass sich die Fundamentaldaten des Unternehmens geändert haben. Die Börse passt daher den Ausübungspreis oder die Kontraktgröße an. Konkret könnte eine Option mit ursprünglichem Ausübungspreis von 50 Euro auf 48 Euro herabgesetzt werden, wenn eine 2-Euro-Dividende gezahlt wird.
Ein zweites Beispiel ist die Adjustierung bei Aktiensplits. Wenn ein Unternehmen seine Aktien im Verhältnis 2:1 teilt (jede Aktie wird in zwei Aktien aufgespaltet), würde sich ohne Anpassung der Optionskontrakt verdoppeln. Die Börse passt dann die Kontraktgröße an, sodass der Anleger weiterhin dieselbe wirtschaftliche Position hält.
Auch bei Kapitalerhöhungen oder Fusionen können Adjustierungen erforderlich sein. Sie sorgen dafür, dass der Anleger nicht durch rein technische oder administrative Maßnahmen bevorteilt oder benachteiligt wird.
Für Privatanleger ist Adjustierung vor allem relevant, wenn sie mit Derivaten wie Optionen oder Zertifikaten handeln. Ohne Adjustierungen würden diese Instrumente bei jeder Kapitalmaßnahme verzerrt reagieren. Mit Adjustierungen bleibt die Vergleichbarkeit gewährleistet.
Die Regeln für Adjustierungen sind in den Kontraktspezifikationen der jeweiligen Börse oder des Clearinghauses festgelegt. Sie sind standardisiert und transparent, sodass Anleger die Anpassungen nachvollziehen können.
Verwandte Begriffe sind die Dividendenadjustierung (spezifisch für Dividendenzahlungen), der Split (Aufteilen von Aktien), das Ex-Dividend-Datum (Stichtag, ab dem Käufer keine Dividende mehr erhalten) und die Kapitalmaßnahme (allgemeiner Begriff für Umstrukturierungen eines Unternehmens).

