Menü
sharewise zieht um Am Wochenende vom 22./23. August wird das neue sharewise die Hauptseite. Schau es dir jetzt an und sag uns, was dir fehlt. Zum neuen sharewise Was sich ändert
Dieses Wertpapier wird aktuell nicht bei uns gehandelt
Microsoft selbst warnt vor der Verwendung von Internet Explorer, da er nicht mehr den neuesten Web- und Sicherheitsstandards entspricht. Wir können daher nicht garantieren, dass die Seite im Internet Explorer in vollem Umfang funktioniert. Nutze bitte Chrome oder Firefox.

Börsenlexikon

Abgeld ist der Betrag, um den der Kurs eines Wertpapiers unter seinem Nennwert liegt, oder allgemeiner die negative Differenz zwischen dem aktuellen Marktpreis und einem Referenzwert.

Der Begriff wird primär bei festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen verwendet. Wenn ein Anleger eine Anleihe kauft, deren Kurs unter 100 Prozent des Nennwerts notiert, zahlt er ein Abgeld – also weniger als den nominalen Betrag. Ein konkretes Beispiel: Eine Anleihe mit 10.000 Euro Nennwert und 3 Prozent Kupon wird am Markt mit einem Kurs von 95 Prozent gehandelt. Der Käufer zahlt 9.500 Euro statt 10.000 Euro – das Abgeld beträgt 500 Euro oder 5 Prozentpunkte.

Abgeld entsteht typischerweise, wenn die Marktzinsen nach der Emission einer Anleihe gestiegen sind. Eine Anleihe mit 3 Prozent Verzinsung wird unattraktiv, wenn neue Anleihen 5 Prozent bieten. Der Kurs der älteren Anleihe sinkt, um durch das Abgeld eine Rendite zu schaffen, die mit dem aktuellen Marktniveau konkurriert. Beim Halten bis zur Fälligkeit gleicht sich dieser Kursabschlag durch die Rückzahlung zum Nennwert aus – der Anleger erhält neben den Kuponzahlungen einen stillen Gewinn.

Für Privatanleger ist das Abgeld relevant, weil es die tatsächliche Rendite beeinflusst. Eine Anleihe mit Abgeld bietet eine höhere Gesamtrendite als nur der Kupon suggeriert, da der Kursgewinn bis zur Fälligkeit hinzukommt. Allerdings birgt der niedrigere Kaufpreis auch ein Risiko: Verkauft der Anleger die Anleihe vor Fälligkeit, kann sich das Abgeld vergrößern, falls die Zinsen weiter steigen.

Das Gegenteil des Abgelds ist das Agio – wenn ein Wertpapier über dem Nennwert gehandelt wird. Zwischen Abgeld und Agio liegt die Parität, also ein Kurs von exakt 100 Prozent. Eng verwandt ist auch das Konzept der Rendite bis zur Fälligkeit (Yield to Maturity), die das Abgeld in ihre Berechnung einbezieht und die echte Gesamtrendite einer Anleihe abbildet.

Beim Kauf von Anleihen mit Abgeld sollten Privatanleger prüfen, ob die erhöhte Rendite das Zinsrisiko rechtfertigt – also das Risiko weiterer Kursrückgänge, falls die Marktzinsen erneut steigen.