Die 9 häufigsten Trading-Fehler
Gastkolummne von IG für deren Inhalt die Redaktion von Kapitalmarktexperten.de keine Haftung übernimmt.
Aller Anfang ist schwer, und auch vom Trading-Himmel ist noch kein Meister gefallen. Mangelnde Erfahrung ist einer der Hauptgründe für missglückte Trades am Anfang einer CFD-Händlerkarriere, doch auch Investoren mit langjähriger Erfahrung sind gegen Bockschüsse nicht immun, wenn sie ihre Emotionen nicht im unter Kontrolle haben, ohne Handelstools zu nutzen Entscheidungen treffen oder sich nicht an ihren Handelsplan halten. Die Tradingexperten von IG haben die folgenden zehn häufigsten Trading-Fehler identifiziert und erklären, wie man sie vermeiden kann.
Sie verlassen sich auf Durchschnittspreise.
Durchschnittspreise sind eine Strategie aus dem klassischen Aktienhandel, die dort funktioniert, weil Sie eine Position öffnen und halten können, solange Sie wollen, ohne dass Ihnen zusätzliche Kosten entstehen oder Sie Kapital nachschießen müssen. Für CFD Trader ist diese Taktik deutlich riskanter, da Sie mit Hebelprodukten den Launen des Marktes deutlich stärker ausgesetzt sind und im Extremfall sogar eine höhere Margin erforderlich werden kann. Auch wenn der Mittelwert eine baldige Kurserholung vorausdeutet, sollten Sie eine Position, die immer weiter in die roten Zahlen rutscht, schließen und so ihre Verluste begrenzen. Suchen Sie besser nach neuen Tradingchancen, denn das Risiko, dass Sie mehr als Ihren Einsatz verlieren, ist hoch.
Sie betreiben ausschließlich Newstrading.
Die Veröffentlichung von Nachrichten kann einen starken Einfluss auf die Finanzmärkte haben und hat in manchen Fällen starke Volatilität und dramatische Kursänderungen innerhalb kurzer Zeit zur Folge. Dies sorgt natürlich gleichzeitig für eine wachsende Anzahl von Tradinggelegenheiten und kann leicht zu einem verfrühten oder unüberlegten Einstieg verführen, wenn Sie vergessen, dass die Märkte planmäßige Ereignisse bereits im Voraus einpreisen. Unvorhergesehene Ereignisse wie zum Beispiel Naturkatastrophen oder politischen Unruhen wirken sich natürlich ebenfalls auf die Märkte aus, doch diese Art von Nachrichten lassen sich am schwierigsten traden, da es unmöglich ist, Zeitpunkt und Auswirkungenkorrekt vorherzusagen. Selbstverständlich sollten Sie die aktuelle Nachrichtenlage in Ihre Trading-Entscheidungen miteinbeziehen, doch eine erfolgreiche Strategie berücksichtigt Fundamental- und technische Analyse.
Sie riskieren mehr als 1% Ihres zur Verfügung stehenden Kapitals.
Zu Beginn ihrer Karriere begehen viele Trader den Fehler, zu hohe Einsätze zu wählen und so ihr Kapital zu schnell zu verbrennen. Bedenken Sie, dass ein hohes Risiko nicht immer gleichbedeutend mit hohen Gewinnen ist: Ein guter Anfangspunkt liegt bei etwa 1-2% des verfügbaren Grundkapitals. Nehmen Sie sich vor jedem Trade die Zeit, das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu berechnen, und geraten Sie nicht in Versuchung, einen missglückten Trade mit einem doppelten Hebel „auszubügeln“.
Unrealistische Erwartungen.
Man kann nicht immer gewinnen, irgendwann verliert jeder einmal und auch Warren Buffet ist nicht immer in Topform. Formulieren Sie einen Trading-Plan, und halten Sie sich daran. Das maximale Tagesrisiko sollte den durchschnittlichenTagesgewinn der letzten 30 Tage nicht überschreiten, und kein Trade sollte das Gleichgewicht der letzten Tage über Gebühr durcheinanderbringen, und der höchstmögliche Verlust einer Tagessitzung sollte problemlos in einer weiteren zurückzuholen sein.
Sie steigen gleich mit „richtigem“ Geld ein.
Viele Online-Broker bieten potenziellen Kunden die Möglichkeit, mit einem Demokonto gratis und ohne Risiko für einen begrenzten Zeitraum in die Tradingwelt hineinzuschnuppern. Sie sollten dieses Angebot in jedem Fall nutzen, um sich mit den Plattformfunktionen vertraut zu machen und Ihren Handelsplan und Ihre Strategie zu testen. Behandeln Sie Ihr virtuelles Guthaben wie echtes Geld, setzen Sie nicht mehr Kapital ein, als sie auch „in echt“ verschmerzen könnten, und verwenden Sie auf jeden Fall ein striktes Risikomanagement.
Sie verwenden zu viele verschiedene Indikatoren.
Es gibt eine Vielzahl brauchbarer Indikatoren, die Sie sich zunutze machen können, um Preisniveaus und Kursentwicklung eines Marktes zu veranschaulichen. Es ist jedoch völlig ausreichend, sich auf zwei oder drei Indikatoren zu verlassen, die Sie sicher beherrschen, da der Chart sonst schnell unübersichtlich wird. Die meisten Indikatoren basieren ohnehin auf den selben Daten und führen in Kombination keineswegs zu einem Mehrwert an Information.
Sie tanzen auf zu vielen Hochzeiten.
Diversifizierung ist gut, doch gerade zu Anfang Ihrer Traderlaufbahn sollten Sie sich auf einige wenige Märkte konzentrieren, die sie gut kennen und navigieren können. Für Anfänger eignen sich vielgehandelte Märkte mit hoher Liquidität, wie zum Beispiel der Dax, EUR/USD oder Gold. Die Beliebtheit dieser Märkte hat jedoch auch eine Schattenseite: Sie sind überdurchschnittlich oft in den Nachrichten und Kommentarsparten vertreten, und nicht jeder selbsternannte „Experte“ ist es auch wert, dass man ihm zuhört. Stellen Sie sich Ihr eigenes „Team“ von Marktkommentatoren zusammen, denen Sie vertrauen – aber nehmen Sie auch deren Empfehlungen mit einem Körnchen Salz.
Sie führen kein Trading Tagebuch.
Die Kernproblematik beim Börsenhandel, an der die meisten Trader schlussendlich scheitern (statistisch gesehen sind nur etwa 5 bis 10% der aktiven Trader auch langfristig gesehen an der Börse erfolgreich) ist nicht unbedingt, eine erfolgreiche Strategie zu entwickeln, sondern eine, die zu Ihrer Persönlichkeit passt, sodass Sie ihr auch diszipliniert folgen können. Die Entwicklung einer persönlichen Taktik ist jedoch ein zeitlich aufwändiger Prozess aus Handeln, Auswerten, Optimieren und wieder Handeln, und ein Trading-Tagebuch kann eine große Hilfe dabei sein, diesen Prozess gezielt zu steuern. Wenn Sie Daten wie Vermögen, Gewinne, Verluste und das Verhältnis von Erfolgen und Misserfolgen sorgfältig festhalten, können Sie im Nachhinein nachvollziehen, an welcher Stelle der Trade fehlgeschlagen ist und dieses Wissen nutzen, um Ihre Taktik zu optimieren. IG Kunden erhalten über die Handelsplattform Zugriff auf ein personalisiertes IG Trading Tagebuch.
Zum Schluss haben die Marktexperten vom IG Trading Floor folgende Tipps für Sie:
Halten Sie nicht an Verlustpositionen fest. Begrenzen Sie Ihre Verluste und schließen Sie verfehlte Trades, bevor es zu spät ist.
Verfolgen Sie die Nachrichten. Traden Sie nicht, bevor sich ein Trend gefestigt hat.
Setzen Sie auf ein kompromissloses Risikomanagement.
Der höchste Verlust, den Sie an einem Tag einfahren, sollte immer am nächsten Tag wieder ausgebügelt werden können, ohne dass Sie Kapital nachschießen müssen.
Üben Sie zunächst mit einem Demokonto, und führen Sie Buch über Ihre Aktivitäten im „realen“ Markt, damit Sie aus Ihren Fehlern lernen können.
Wenn Sie sich für weitere Informationen zum Thema CFDs und Trading-Strategien interessieren, melden Sie sich zu einem der kostenlosen IG Webinare oder Vor-Ort-Veranstaltungen in Ihrer Nähe an.
Der Handel mit Hebelprodukten beinhaltet ein hohes Risiko und kann u.U. zum Totalverlust Ihrer Einlagen führen. Stellen Sie darum bitte sicher, dass Sie alle mit dem CFD Handel verbundenen Risiken verstanden haben und einschätzen können.
Quelle: kapitalmarktexperten.de


