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Wunschanalyse Infineon


Wunschanalyse Infineon

 

Herzlich Willkommen zur Wunschanalyse von ShareWise.com in Zusammenarbeit mit dem Heibel-Ticker.de Börsenbrief. Unsere Mitglieder haben sich diese Woche eine Analyse der Infineon AG gewünscht.

Infineon AG laut Sharewise.com:

  Durchschnittskurs kaufen halten verkaufen
23 Mitglieder Ø 7,12 € 21 - 2
16 Analysten Ø 7,03 € 5 6 5


Infineon AG
(WKN 623 100)

 

1.) Fundamentale Analyse

Die Infineon AG ist ein im Jahr 1999 durch Ausgliederung bzw. durch Spin-Off des Halbleitergeschäfts der Siemens AG über einen Börsengang (IPO im Jahr 2000) entstandenes Hightechunternehmen mit Sitz in Neubiberg bei München. Siemens gliederte damals unter CEO Prof. Heinrich von Pierer den eigentlich kriselnden Halbleiterbereich aus und brachte ihn im Zuge der Börsenblase im Jahre 2000 teuer an die Börse. Obwohl ich damals schon darauf hinwies, dass diese Neuemission keine wirklich erfolgversprechende Neuemission sei - fragen Sie doch mal einige Damen und Herren aus meinem Bekannten- und Verwandtenkreis, die dies nicht glauben wollten und heute noch auf zum Teil horrenden Verlusten sitzen - konnte Siemens seine Krisensparte problemlos am Markt platzieren und in der Spitze zahlten Anleger sogar dreistellige Kurse für dieses Papier. Ich verwies damals schon darauf, dass Siemens a) nur eine Krisensparte ausgegliedert hatte und an der Börse platzieren wollte und dass Infineon b) keine große Chance gegen die asiatischen Chiphersteller wie Hynix haben dürfte.

Genau so kam es dann auch und Infineon erlebt seit diesen Hochzeiten der Börsenblase anno 2000 eigentlich eine Krise nach der anderen. So musste der damalige Vorstandschef Ulrich Schumacher, der den Börsengang noch sehr medienwirksam im Porsche 911 begleitet hatte, nach Korruptionsvorwürfen seinen Hut nehmen und wurde durch den bei der Sanierung von Continental sehr erfolgreichen Dr. Wolfgang Ziebart ersetzt. Dr. Ziebart setzte schließlich durch, dass Infineon sich selbst nur noch als Hightechzulieferer, in erster Linie für die Automobilindustrie, positionierte. Das Geschäft mit Speicherchips, den so genannten DRAMs, lagerte man hingegen in die neue Tochter Qimonda aus und wollte so besseren Zeiten entgegensehen. Aber Qimonda war und ist einfach nicht konkurrenzfähig und bescherte Infineon so erst kürzlich wieder horrende Verluste von mehreren Milliarden Euro, so dass man sich nun entschieden hat, Qimonda komplett zu verkaufen. Es dürfte jedoch schwierig werden einen Käufer für die schwer angeschlagene Qimonda zu finden, so dass auch eine Ausschüttung als Sachdividende an die Infineon Aktionäre in Betracht gezogen wird, ähnlich wie das Bayer einst mit Lanxess vorexerziert hat. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass es sich bei Lanxess über eine gut aufgestellte und zukunftsträchtige Firma handelte wohingegen Qimonda eine alles andere als gut aufgestellte Firma ist. Dennoch ist die vollständige Trennung, so schnell wie nur irgend möglich, die beste Lösung, da dadurch die Bilanz von Infineon - ohne die Milliardenverluste bei Qimonda - deutlich besser aussehen dürfte. Aufgrund der angekündigten kompletten Abspaltung konnte die Infineon Aktie daher auch in den letzten Tagen deutlich zulegen.

Bei den aktuellen Kursen von ca. 5,40 Euro wird Infineon mit einer Market Cap. von 4,05 Mrd. Euro bewertet. Und das bei einem Umsatz in 2007 von 7,68 Mrd. Euro. Zwar könnte dieser, u.a. wegen der kompletten Abspaltung von Qimonda, in 2008 etwas sinken, aber dennoch wird Infineon mit einem KUV von unter 1 bewertet, was für einen Hightechkonzern eigentlich günstig ist. Auf absehbare Zeit sollten bei Infineon auch durchaus wieder Gewinne möglich sein, denn die Strategie von CEO Dr. Ziebart, sich in erster Linie als Zulieferer für die Automobilindustrie zu etablieren, ist meines Erachtens langfristig genau richtig. Es ist mir daher auch absolut unverständlich, warum im Aufsichtsrat angeblich bereits schon wieder eine Demission von Dr. Ziebart diskutiert wurde bzw. wird. Das Unternehmen sollte vielmehr zur Ruhe kommen und den erfolgsversprechenden Weg von CEO Dr. Ziebart weiterverfolgen, anstatt evtl. unter einem neuen CEO schon wieder eine neue Strategie zu versuchen.

Erspart sich Infineon einen erneuten Austausch des Vorstandschefs und verfolgt den eingeschlagenen Weg als Spezialchiphersteller weiter, so ist die Aktie auf dem derzeitigen Niveau eher günstig bewertet und gerade im Hinblick auf die Einführung der Abgeltungssteuer in Deutschland langfristig interessant.


2.) Charttechnische Analyse

Infineon Chart 1 Jahr (Linien)

 Infineon Chart 1 Jahr (Candlestick)

 

 

Wie man auf dem 1-Jahres Linienchart gut sehen kann, steckt die Infineon Aktie seit geraumer Zeit in einem auch nach wie vor voll intakten Abwärtstrend. Bisher scheiterte jeder Versuch, diesen zu durchbrechen, kläglich. Was man in diesem Chart jedoch leider nicht sehen kann, ist die leicht positiv zu wertende Tatsache, dass die Aktie kürzlich wenigstens wieder den GD38 zurückerobern konnte. Zudem knabbert sie seit langer Zeit mal wieder an dem eben angesprochenen Abwärtstrend und könnte kurzfristig zumindest noch bis zum GD100 bei etwa 6 Euro laufen. Erreicht sie diesen, so wäre der Abwärtstrend schon mal gebrochen, wobei dann jedoch mit einer Korrektur auf die Marke von etwa 5,40 Euro, wo die Abwärtstrendlinie verläuft, zu rechnen ist. In der Folge jedoch könnte die Aktie dann den GD100 knacken und bis zum GD200 bei 8 Euro laufen. Erst hier würde sich endgültig entscheiden, ob die jahrelange Baisse der Aktie vorbei ist oder ob es doch nochmal  nach unten geht, wobei eine Zwischenkorrektur auf 6 Euro vor einem eventuellen Ausbruch im Bereich des Möglichen läge.
Wie Sie sehen ist die Charttechnik bei Infineon mit vielen Wenns und Abers behaftet, da zwar einerseits ein klarer Abwärtstrend vorliegt, aber es andererseits sehr positive Zeichen gibt, dass dieser sich dem Ende entgegen sehen könnte. Mein Fahrplan für die Aktie sieht daher, nochmal zusammengefasst, wie folgt aus: Kurzfristig kämpft Infineon noch mit dem Widerstand bei 5,40 Euro bis 5,50 Euro und läuft bis zum GD100 bei 6 Euro. Danach dürfte ein Pullback auf die Marke 5,50 Euro erfolgen, bevor es dann über die 6 Euro Marke hinaus in Richtung 8 Euro geht. Dieses Zwischenkursziel dürfte die Aktie bis etwa Ende diesen Jahres erreicht haben. Nach Erreichen der 8 Euro Marke sollte es nochmal etwas zurück gehen, jedoch m.E. nicht mehr unter die 6 Euro Marke; ich gehe sogar davon aus, dass eine mögliche Korrektur im Bereich 7 Euro beendet werden könnte. Dann dürfte die Aktie Mitte nächsten Jahres die 8 Euro Marke attackieren und zügig weiter ansteigen. Aus charttechnischer Sicht sieht es daher auch etwas besser aus, als man auf den ersten Blick vermuten könnte!

 

3.) Sentimenttechnische Analyse

Die sentimenttechnische Analyse bei Infineon macht m.E. wenig Sinn. Schaut man sich die Empfehlungen hier bei Sharewise an, so sieht man eher optimistische Privatanleger und eher neutral bis leicht negativ gestimmte Analysten, wobei die durchschnittlichen Kursziele nahezu identisch sind. Die Stimmung bei Sharewise ist in diesem Fall jedoch nicht repräsentativ, denn die Stimmung zu der Aktie dürfte in der Realität deutlich schlechter sein als man es hier feststellen kann. Denn nach der Volksaktie Deutsche Telekom, die ja bis ins Jahr 2000 ebenfalls sehr gut lief, haben sich viele Anleger auf Infineon gestürzt und sich dabei eine blutige Nase eingefangen. Wer jedoch als erste Aktie eine Infineon hatte und damit in nunmehr 8 Jahren fast 95% Verlust eingefahren hat, der interessiert sich weder für diese Aktie (selbst bei einer Kursverdopplung stehen ja dann immer noch 90% Kursverlust zu Buche) noch für den Aktienmarkt allgemein. Und meldet sich daher auch nicht bei Sharewise an und vergibt demzufolge auch keine Empfehlung. Zumal er ja auch gar nicht wüsste, welche Empfehlung er abgeben sollte. Positiv, weil er ja die Aktie besitzt und sie nicht selbst noch schlechter machen will als sie ohnehin schon ist, oder negativ, weil er ja mit der Aktie böse auf die Nase gefallen ist und die "Schnauze voll" hat. Daher sind in diesem speziellen Einzelfall - und ich betone nur in diesem ganz speziellen Einzelfall - die Sharewise Stimmungsdaten, die ich sonst ja gerne zur Sentimentanalyse heranziehe, wenig aussagekräftig.

 

Zusammenfassung

Fundamental ist die Firma Infineon derzeit gar nicht mal so schlecht positioniert. Zumal man mit Dr. Ziebart auch über einen CEO verfügt, der beste Beziehungen zur Automobilbranche hat, da er ja bei der Sanierung von Continental entscheidend mitwirken durfte. Die Zukunftsaussichten, insbesondere wenn man es schnell schafft, sich von Sorgenkind Qimonda zu trennen, sind daher gar nicht schlecht. Und die Aktie ist mit einem KUV unter 1 auch nicht zu teuer. Das KGV habe ich absichtlich nicht betrachtet und tue das auch an dieser Stelle nicht, da es bei Unternehmen, die (womöglich) in einer Turn-Around Situation stecken, wenig aussagekräftig ist. Fundamental wäre die Aktie als STRONG BUY SPECULATIVE einzustufen mit einem Kursziel von 8 Euro auf Sicht von 12 Monaten. Charttechnisch sieht es auf den ersten Blick natürlich schlimm aus, aber es gibt auch hier erste Anzeichen von Hoffnung. So wäre die Aktie, sofern sie sich an meinen "Fahrplan" hält, auch aus charttechnischer Sicht als spekulativer Kauf einzustufen und auch das Kursziel von 8 Euro auf Sicht von 12 Monaten deckt sich mit dem Ergebnis der fundamentalen Betrachtung. Das Sentiment möchte ich aus o.g. Gründen diesmal weitestgehend unberücksichtigt lassen, so dass ich zu dem Ergebnis komme, dass die Aktie der Infineon AG aktuell zu Kursen um 5,30 Euro ein spekulativer Kauf mit Kursziel 8 Euro auf Sicht eines Jahres ist. Um mich jedoch gegen ein mögliches Negativszenario abzusichern, rate ich dazu einen StoppLoss knapp unter der Marke von 5 Euro, z.B. bei 4,78 Euro, zu platzieren. Somit erhält man eine Kurschance auf Sicht von 12 Monaten von 50% bei einem maximalen Risiko nach unten von ca. 10%. Damit liegt das Chance:Risiko Verhältnis bei 50:10 bzw. 5:1, was einen Kauf unter Einhaltung des StoppLoss als vertretbar erscheinen lässt.
Bei allem Positiven, was ich nun zur Infineon AG geschrieben habe, möchte ich am Ende jedoch noch zwei Dinge klarstellen. Erstens war der Börsengang von Infineon einzig und allein für die Siemens AG und deren Aktionäre ein gutes Geschäft, denn man hat einen Problembereich teuer unter die Leute gebracht. Und zweitens werden wir die Höchstkurse von 100 Euro, die manch ein Anleger in der Euphorie des Jahres 2000 bezahlt hat, wohl auf absehbare Zeit nicht mehr, ja ich befürchte sogar nie wieder sehen. Jetzt in Infineon einzusteigen, mag daher zwar gar keine so schlechte Idee sein, seit 2000 bei Infineon dabei zu sein war es jedoch defintiv!
Jedoch sollte man sich von dem Schock, den man als Infineon Aktionär erlebt hat und immer noch erlebt, nicht entmutigen lassen, sondern das verlorene Geld besser als Lehrgeld betrachten und es beim nächsten Mal besser machen. Und wenn ein Großkonzern eine Tochter mit angeblich tollen Wachstumsaussichten an die Börse bringen will oder bringt, ganz genau hinsehen. Denn sind die Aussichten wirklich so toll, wie gerne im Zuge eines IPOs behauptet wird, dann wäre der Großkonzern ja dumm, wenn er die Wachstumschancen dieser "Tochter" nicht selbst für sich und seine Aktionäre nutzen würde. Lassen Sie sich daher nie wieder von großen Versprechungen und Firmenchefs im Porsche 911 ködern und treffen Sie rationale Anlageentscheidungen!

 

Über den Autor

Sascha Huber, Jahrgang 1978 und wohnhaft in Trier, ist schon seit Zeiten des damaligen Neuen Marktes als intimer Kenner der Hightechbranche bekannt. Er betrieb in den Jahren 1998 bis 2001 zusammen mit einem Partner eine der damals führenden Börsenhotlines sowie eines der damals führenden Börsenportale und gehörte damit zu den Ersten, die das Potential von Aktien wie Amazon.com, eBay oder Intershop Communications erkannten. Im Gegensatz zu vielen anderen Experten riet er allerdings rechtzeitig im März 2000 zum Ausstieg aus dem Neuen Markt und warnte sehr frühzeitig vor Luftnummern wie ComROAD, Gigabell oder Infomatec. Mittlerweile gehört er zu den aktivsten Sharewise Mitgliedern und zeichnet sich dabei durch exzellentes Börsen Know How aus. Dabei liegt seine Spezialität unverändert im Hightechsektor, den er aufgrund eines Informatikstudiums auch bestens einschätzen kann.

 

NÄCHSTE WOCHE: IT-Generationswechsel (von Stephan Heibel)

Trotz immer komplexeren Anwendungen, dem Ruf nach schnelleren Prozessoren und mehr Speicherplatz verkleinern viele Unternehmen derzeit Ihre EDV-Landschaft. Es scheint eine neue Zeitrechnung in der EDV-Welt angebrochen zu sein, seit VMWare das Verwalten virtueller Rechner revolutioniert hat. Sie entscheiden, ob ich nächsten Mittwoch die Zukunftsaussichten der etablierten EDV-Firmen analysiere, oder ob ich Ihnen die neue Servertechnologie vorstelle. Zur Auswahl stehen daher:

1. DELL Computer

2. EMC²

3. International Business Machines (IBM)

4. Intel

5. VMWare

 

Wählen Sie hier bis zum Mittwoch, den 30.04.2008, Ihren Favoriten aus.

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