Klima
DrMabuse schrieb am 23.06.26:
Lauterbach sagt mal wieder Massensterben vorausKarl Lauterbach ist wieder im Alarmmodus. Der frühere Gesundheitsminister warnt vor vielen Toten durch die Hitzewelle – und stempelt Kritiker einmal mehr als „rechte Schwurbler“ ab.
Ertrunkene Hitzetote? | Grenzen des Wissens
@DrMabuse
Wahlen gewinnen mit Hitzewelle - ob das Konzept aufgeht? Als Mediziner kann er natürlich Ratschläge äußern.
Die Weltbank hat der überaus mächtigen und gut vernetzten „Grün“-Bewegung gerade einen weiteren Schlag versetzt.
Diese Woche gab die Weltbank bekannt, dass sie ihre Pläne aufgibt, fast die Hälfte ihrer Kreditvergabekapazität für klimabezogene Projekte einzusetzen...
...Dies geschah, nachdem die Trump-Regierung die Weltbank dafür kritisiert hatte, sich übermäßig auf das zu konzentrieren, was im Grunde genommen nur klimapolitisches „Virtue Signaling“ sei, ohne dabei für greifbare wirtschaftliche Entwicklung zu sorgen, wie es ihre Satzung vorschreibt. Die Weltbank wurde gegründet, um Armut zu bekämpfen, und nicht, um der Klima-Verrücktheit westlicher Eliten nachzugeben.
Probleme mit tauendem Permafrostboden sind eine Herausforderung in Norilsk
https://www.t-online.de/klima/politik-wirtschaft/id_101368120/hitze-in-sibirien-norilsk-baut-fuer-permafrostboden-tiefkuehlung.html
https://www.t-online.de/klima/politik-wirtschaft/id_101368120/hitze-in-sibirien-norilsk-baut-fuer-permafrostboden-tiefkuehlung.html
Die meisten Gebäude in Norilsk stehen auf Pfählen, die zehn bis dreißig Meter tief in den gefrorenen Boden getrieben sind. Diese Bauweise soll in Permafrostgebieten verhindern, dass Bauwerke bei Temperaturschwankungen absacken. Sie funktioniert jedoch nur, solange der umgebende Boden seine Tragfähigkeit behält, solange das Eis ihn hält. Die Probleme beginnen schon mit Eisverlusten und vermehrten Wasserbewegungen im Erdreich.
Das Beispiel zeigt, wie teuer Anpassungen an Klimaveränderungen sein können. Andererseits gibt es keine Chancen, den Klimawandel mit regionalen Maßnahmen zu stoppen.
Reaktorabschaltungen in Ungarn und Rumänien - der heiße und trockene Sommer fordert seinen Tribut
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Osteuropaeische-Atomkraftwerke-versagen-in-der-Hitze-id31150272.html
Batterie gepufferte Solarstromerzeugung wird wohl künftig Priorität erhalten. Ein weiteres Abschmelzen der Alpengletscher wird die Donau in künftigen Jahren noch stärker belasten.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Osteuropaeische-Atomkraftwerke-versagen-in-der-Hitze-id31150272.html
Batterie gepufferte Solarstromerzeugung wird wohl künftig Priorität erhalten. Ein weiteres Abschmelzen der Alpengletscher wird die Donau in künftigen Jahren noch stärker belasten.
Erhebliche Beeinträchtigung der Rhein-Schifffahrt durch Niedrigwasser
https://www.youtube.com/watch?v=kOQm3-x41VU
Noch stärker als Nordrhein-Westfalen dürften Standorte betroffen sein, die auf die Schiffahrt auf dem Mittelrhein angewiesen sind. Dazu gehören die wichtigen Wirtschaftsregionen Rhein/Main und Rhein/Neckar. Auch die Rheinpegel dürften unter dem Rückgang der Alpengletscher leiden.
Die beiden Mittelrhein-Bahnstrecken sind leider auch nicht im besten Zustand, wie das folgende YouTube Video eines Bahn Fans zeigt
https://www.youtube.com/watch?v=NYudLkmD50A
Vor 5 Jahren hatte ein Felssturz die rechtsrheinische Strecke für mehrere Wochen komplett blockiert
https://www.youtube.com/watch?v=D9a0pRXV91U
https://www.youtube.com/watch?v=kOQm3-x41VU
Noch stärker als Nordrhein-Westfalen dürften Standorte betroffen sein, die auf die Schiffahrt auf dem Mittelrhein angewiesen sind. Dazu gehören die wichtigen Wirtschaftsregionen Rhein/Main und Rhein/Neckar. Auch die Rheinpegel dürften unter dem Rückgang der Alpengletscher leiden.
Die beiden Mittelrhein-Bahnstrecken sind leider auch nicht im besten Zustand, wie das folgende YouTube Video eines Bahn Fans zeigt
https://www.youtube.com/watch?v=NYudLkmD50A
Vor 5 Jahren hatte ein Felssturz die rechtsrheinische Strecke für mehrere Wochen komplett blockiert
https://www.youtube.com/watch?v=D9a0pRXV91U
Wegen Niedrigwasser musste das ungarische Kernkraftwerk Paks abgeschaltet werden. Ökonomin Claudia Kemfert leitet daraus ab, dass auch Atomkraft wetterabhängig sei. Doch sie irrt – denn es gibt längst andere Lösungen.
Der Wassermangel der Donau ist aktuell Wasser auf den Mühlen deutscher Atomkraftgegner: Ungarns einziges Kernkraftwerk muss mangels Kühlwasser in diesen Tagen abgeschaltet werden. Die Regierung in Budapest lässt schon landesweit Strom rationieren und Fabriken die Produktion drosseln.
Bedeutet der Klimawandel etwa das Todesurteil für die Kernenergie? Auch in Rumänien und Frankreich mussten in den vergangenen Tagen und Wochen schließlich immer wieder AKW gedrosselt werden, damit das in die Flüsse zurückgeleitete Kühlwasser die Temperaturen nicht über die für Flora und Fauna verträglichen Werte treibt.
„Das ist mehr als ein technisches Problem“, glaubt Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die auch Energiepolitik an der Leuphana Universität Lüneburg lehrt. Die „nukleare Hitzeflaute entlarvt einen Kurzschluss in der Energiedebatte: Nicht nur Wind und Sonne sind wetterabhängig. Atom-, Gas- und Kohlekraftwerke sind es ebenfalls.“
Doch hier irrt Kemfert womöglich: Die hitzebedingte Auszeit für Kraftwerke ist aus Sicht von Fachleuten ausschließlich ein technisches Problem. Es betrifft nur ältere Stromerzeuger, die an Flüssen liegen und mit Durchlaufkühlung arbeiten. Alle anderen haben Kühltürme.
„Solche Anlagen werden heutzutage in Europa wohl nirgendwo mehr genehmigt, auch in Frankreich nicht“, sagt Wolfgang Czolkoss, Experte für Kraftwerkskühlung beim Technikverband der Kraftwerksbetreiber VGBE in Essen. „Mit Kühltürmen gäbe es solche Probleme wie jetzt in Ungarn und vereinzelt in Frankreich überhaupt nicht.“
Michael Prasser, langjähriger Kernkraft-Experte an der renommierten Schweizer Technik-Hochschule ETH Zürich, sieht es ähnlich: Das ungarische Kernkraftwerk Paks nach russischer Bauart habe mit der Durchlaufkühlung einen veralteten Ansatz gewählt: „Kühlprobleme in trockenen Sommern sind nicht das Ende der Kernenergie, sondern das sich abzeichnende Ende der Kühlung mit Flusswasser.“ Gehe es um den Klimawandel, sei „Kernkraft nicht das Problem, sondern Teil der Lösung“.
In Atomkraftwerken wird mit viel Hitze Dampf erzeugt, der zwecks Stromerzeugung durch Generatoren fließt: Die Abwärme und entsprechend der Kühlbedarf ist enorm: Bei einem Kraftwerk mit 1000 Megawatt elektrischer Leistung fallen noch einmal 2000 Megawatt thermische Leistung an. In Tschechien und in der Schweiz werden mit der Restwärme von Atomkraftwerken sehr effizient Fernwärme-Netze gespeist.
Doch weil Kernkraftwerke meist nicht unmittelbar im Einzugsgebiet großer Städte liegen, bleibt diese Abwärme-Nutzung bislang noch eine Nischenanwendung. Fachleute rechnen zwar damit, dass die neue Generation von Kleinstkraftwerken (Small Modular Reactor, SMR) näher an die Städte heranrücken und damit auch Fernwärme-Lieferanten werden. Bis es so weit ist, müssen die meisten Kernkraftwerke ihre Überschusswärme aber ungenutzt freisetzen.
Die Durchflusskühlung ist dabei das billigste Mittel der Wahl. Doch haben die russischen AKW-Konstrukteure in Ungarn die Einfluss-Rohre nicht tief genug verlegt. Offensichtlich eine Fehlplanung: Das bulgarische Kernkraftwerk Kosloduj liegt ebenfalls an der Donau und hat keine Probleme mit der Kühlwasser-Entnahme.
Das Problem sinkender Pegelstände war den Betreibern allerdings bekannt. Sowohl in Rumänien als auch in Ungarn wurden bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet. Vor dem rumänischen AKW Cernavodă wurde der Wasserzufluss mit Baggerarbeiten und dem Sprengen von Felsen verbessert.
Laut einem aktuellen Bericht der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA experimentierten die Betreiber des ungarischen AKW Paks bereits mit „schwimmenden Pumpstationen“, praktisch Flößen, die auch bei sinkendem Wasserstand noch die Entnahme von Kühlwasser erlauben.
Doch Kernkraftwerke mit Durchflusskühlung sind längst die Ausnahme. Die meisten – auch die abgeschalteten deutschen AKW – sind und waren mit Kühltürmen ausgestattet. Die Vorteile beschreibt ETH-Experte Prasser anhand von zwei Daten: Wasserbedarf eines AKW mit Durchflusskühlung: 50 Kubikmeter pro Sekunde. Wasserbedarf eines Kraftwerks mit Kühlturm: 1 Kubikmeter pro Sekunde.
Ungarns Problem mit der nuklearen Hitzeflaute wäre keins, hätte man das AKW Paks mit Kühltürmen versehen. Auf die Donau als Kühlmittel-Lieferant wären die Betreiber nicht mehr angewiesen.
Solche Nachrüstungen sind in dem auf viele Jahrzehnte angelegten Betrieb von Kernkraftwerken auch üblich. Der Verein Kerntechnik Deutschland (KernD) verweist auf das stillgelegte deutsche Kernkraftwerk Isar 2: „Obwohl zur Kühlung große Wassermengen im Kreislauf bewegt wurden, lag die effektive Wasserentnahme aus der Isar bei lediglich rund 0,7 Kubikmetern pro Sekunde.“ Dies zeige, „dass leistungsfähige Kühlsysteme den Wasserbedarf eines Kernkraftwerks erheblich reduzieren und selbst bei hoher thermischer Leistung mit einer sehr geringen Wasserentnahme aus dem Gewässer auskommen.“
DrMabuse schrieb am 04.08.26:
Atomkraft-Aus durch den Klimawandel? Der Irrtum vom nuklearen Hitze-KollapsWegen Niedrigwasser musste das ungarische Kernkraftwerk Paks abgeschaltet werden. Ökonomin Claudia Kemfert leitet daraus ab, dass auch Atomkraft wetterabhängig sei. Doch sie irrt – denn es gibt längst andere Lösungen.
Der Wassermangel der Donau ist aktuell Wasser auf den Mühlen deutscher Atomkraftgegner: Ungarns einziges Kernkraftwerk muss mangels Kühlwasser in diesen Tagen abgeschaltet werden. Die Regierung in Budapest lässt schon landesweit Strom rationieren und Fabriken die Produktion drosseln.
Bedeutet der Klimawandel etwa das Todesurteil für die Kernenergie? Auch in Rumänien und Frankreich mussten in den vergangenen Tagen und Wochen schließlich immer wieder AKW gedrosselt werden, damit das in die Flüsse zurückgeleitete Kühlwasser die Temperaturen nicht über die für Flora und Fauna verträglichen Werte treibt.
„Das ist mehr als ein technisches Problem“, glaubt Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die auch Energiepolitik an der Leuphana Universität Lüneburg lehrt. Die „nukleare Hitzeflaute entlarvt einen Kurzschluss in der Energiedebatte: Nicht nur Wind und Sonne sind wetterabhängig. Atom-, Gas- und Kohlekraftwerke sind es ebenfalls.“
Doch hier irrt Kemfert womöglich: Die hitzebedingte Auszeit für Kraftwerke ist aus Sicht von Fachleuten ausschließlich ein technisches Problem. Es betrifft nur ältere Stromerzeuger, die an Flüssen liegen und mit Durchlaufkühlung arbeiten. Alle anderen haben Kühltürme.
„Solche Anlagen werden heutzutage in Europa wohl nirgendwo mehr genehmigt, auch in Frankreich nicht“, sagt Wolfgang Czolkoss, Experte für Kraftwerkskühlung beim Technikverband der Kraftwerksbetreiber VGBE in Essen. „Mit Kühltürmen gäbe es solche Probleme wie jetzt in Ungarn und vereinzelt in Frankreich überhaupt nicht.“
Michael Prasser, langjähriger Kernkraft-Experte an der renommierten Schweizer Technik-Hochschule ETH Zürich, sieht es ähnlich: Das ungarische Kernkraftwerk Paks nach russischer Bauart habe mit der Durchlaufkühlung einen veralteten Ansatz gewählt: „Kühlprobleme in trockenen Sommern sind nicht das Ende der Kernenergie, sondern das sich abzeichnende Ende der Kühlung mit Flusswasser.“ Gehe es um den Klimawandel, sei „Kernkraft nicht das Problem, sondern Teil der Lösung“.
In Atomkraftwerken wird mit viel Hitze Dampf erzeugt, der zwecks Stromerzeugung durch Generatoren fließt: Die Abwärme und entsprechend der Kühlbedarf ist enorm: Bei einem Kraftwerk mit 1000 Megawatt elektrischer Leistung fallen noch einmal 2000 Megawatt thermische Leistung an. In Tschechien und in der Schweiz werden mit der Restwärme von Atomkraftwerken sehr effizient Fernwärme-Netze gespeist.
Doch weil Kernkraftwerke meist nicht unmittelbar im Einzugsgebiet großer Städte liegen, bleibt diese Abwärme-Nutzung bislang noch eine Nischenanwendung. Fachleute rechnen zwar damit, dass die neue Generation von Kleinstkraftwerken (Small Modular Reactor, SMR) näher an die Städte heranrücken und damit auch Fernwärme-Lieferanten werden. Bis es so weit ist, müssen die meisten Kernkraftwerke ihre Überschusswärme aber ungenutzt freisetzen.
Die Durchflusskühlung ist dabei das billigste Mittel der Wahl. Doch haben die russischen AKW-Konstrukteure in Ungarn die Einfluss-Rohre nicht tief genug verlegt. Offensichtlich eine Fehlplanung: Das bulgarische Kernkraftwerk Kosloduj liegt ebenfalls an der Donau und hat keine Probleme mit der Kühlwasser-Entnahme.
Das Problem sinkender Pegelstände war den Betreibern allerdings bekannt. Sowohl in Rumänien als auch in Ungarn wurden bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet. Vor dem rumänischen AKW Cernavodă wurde der Wasserzufluss mit Baggerarbeiten und dem Sprengen von Felsen verbessert.
Laut einem aktuellen Bericht der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA experimentierten die Betreiber des ungarischen AKW Paks bereits mit „schwimmenden Pumpstationen“, praktisch Flößen, die auch bei sinkendem Wasserstand noch die Entnahme von Kühlwasser erlauben.
Doch Kernkraftwerke mit Durchflusskühlung sind längst die Ausnahme. Die meisten – auch die abgeschalteten deutschen AKW – sind und waren mit Kühltürmen ausgestattet. Die Vorteile beschreibt ETH-Experte Prasser anhand von zwei Daten: Wasserbedarf eines AKW mit Durchflusskühlung: 50 Kubikmeter pro Sekunde. Wasserbedarf eines Kraftwerks mit Kühlturm: 1 Kubikmeter pro Sekunde.
Ungarns Problem mit der nuklearen Hitzeflaute wäre keins, hätte man das AKW Paks mit Kühltürmen versehen. Auf die Donau als Kühlmittel-Lieferant wären die Betreiber nicht mehr angewiesen.
Solche Nachrüstungen sind in dem auf viele Jahrzehnte angelegten Betrieb von Kernkraftwerken auch üblich. Der Verein Kerntechnik Deutschland (KernD) verweist auf das stillgelegte deutsche Kernkraftwerk Isar 2: „Obwohl zur Kühlung große Wassermengen im Kreislauf bewegt wurden, lag die effektive Wasserentnahme aus der Isar bei lediglich rund 0,7 Kubikmetern pro Sekunde.“ Dies zeige, „dass leistungsfähige Kühlsysteme den Wasserbedarf eines Kernkraftwerks erheblich reduzieren und selbst bei hoher thermischer Leistung mit einer sehr geringen Wasserentnahme aus dem Gewässer auskommen.“
@DrMabuse
Auch Kreislaufkühlung über Kühltürme hat ihre physikalischen Grenzen. Bei heißem Wetter mit feuchter Luft sinkt die Kühlleistung rapide ab und diese Phasen müssen dann mit neu zugeführtem Frischwasser überbrückt werden. Dabei ist auch hier die Spitzenlast unter ungünstigen Wetterbedingungen entscheidend und nicht der Jahresmittelwert. Bereits ein Tag Überhitzung kann einen Fluss für Jahre ruinieren. Außerdem erhöht die Kreislaufkühlung über Kühltürme nicht unwesentlich die Kosten und hat Energieverlust, weil das Wasser auf die Höhe des Kühlturm gepumpt werden muss.
Aber mich erstaunt immer wieder, dass selbst Fachleute nur noch den Blick auf eine einzige Lösung fixieren. Wäre es nicht einfacher, die günstige Kühlung beizubehalten und in der Hitzeperiode die Kraftwerke gründlich zu warten und als Ersatz in dieser Zeit den günstigen Batterie gepufferten Sonnenstrom zu verwenden? Die Batterien wären sogar nützlich während der kühleren Perioden, um die Kernkraftwerke gleichmäßiger zu fahren und die Schwankungen auf der Verbrauchsseite abzupuffern.
Entsprechende Solarparks sind wohl schneller aufgebaut als die überdimensionalen Kühltürme und mit Sicherheit schneller verfügbar als die in Entwicklung befindlichen SMRs.
Das Schwarz-Weiß Denken hat eher keine Zukunft und entspricht auch nicht der wirtschaftsliberalen Philosophie.
ValueFreak schrieb am 04.08.26:
DrMabuse schrieb am 04.08.26:Atomkraft-Aus durch den Klimawandel? Der Irrtum vom nuklearen Hitze-KollapsWegen Niedrigwasser musste das ungarische Kernkraftwerk Paks abgeschaltet werden. Ökonomin Claudia Kemfert leitet daraus ab, dass auch Atomkraft wetterabhängig sei. Doch sie irrt – denn es gibt längst andere Lösungen.
Der Wassermangel der Donau ist aktuell Wasser auf den Mühlen deutscher Atomkraftgegner: Ungarns einziges Kernkraftwerk muss mangels Kühlwasser in diesen Tagen abgeschaltet werden. Die Regierung in Budapest lässt schon landesweit Strom rationieren und Fabriken die Produktion drosseln.
Bedeutet der Klimawandel etwa das Todesurteil für die Kernenergie? Auch in Rumänien und Frankreich mussten in den vergangenen Tagen und Wochen schließlich immer wieder AKW gedrosselt werden, damit das in die Flüsse zurückgeleitete Kühlwasser die Temperaturen nicht über die für Flora und Fauna verträglichen Werte treibt.
„Das ist mehr als ein technisches Problem“, glaubt Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die auch Energiepolitik an der Leuphana Universität Lüneburg lehrt. Die „nukleare Hitzeflaute entlarvt einen Kurzschluss in der Energiedebatte: Nicht nur Wind und Sonne sind wetterabhängig. Atom-, Gas- und Kohlekraftwerke sind es ebenfalls.“
Doch hier irrt Kemfert womöglich: Die hitzebedingte Auszeit für Kraftwerke ist aus Sicht von Fachleuten ausschließlich ein technisches Problem. Es betrifft nur ältere Stromerzeuger, die an Flüssen liegen und mit Durchlaufkühlung arbeiten. Alle anderen haben Kühltürme.
„Solche Anlagen werden heutzutage in Europa wohl nirgendwo mehr genehmigt, auch in Frankreich nicht“, sagt Wolfgang Czolkoss, Experte für Kraftwerkskühlung beim Technikverband der Kraftwerksbetreiber VGBE in Essen. „Mit Kühltürmen gäbe es solche Probleme wie jetzt in Ungarn und vereinzelt in Frankreich überhaupt nicht.“
Michael Prasser, langjähriger Kernkraft-Experte an der renommierten Schweizer Technik-Hochschule ETH Zürich, sieht es ähnlich: Das ungarische Kernkraftwerk Paks nach russischer Bauart habe mit der Durchlaufkühlung einen veralteten Ansatz gewählt: „Kühlprobleme in trockenen Sommern sind nicht das Ende der Kernenergie, sondern das sich abzeichnende Ende der Kühlung mit Flusswasser.“ Gehe es um den Klimawandel, sei „Kernkraft nicht das Problem, sondern Teil der Lösung“.
In Atomkraftwerken wird mit viel Hitze Dampf erzeugt, der zwecks Stromerzeugung durch Generatoren fließt: Die Abwärme und entsprechend der Kühlbedarf ist enorm: Bei einem Kraftwerk mit 1000 Megawatt elektrischer Leistung fallen noch einmal 2000 Megawatt thermische Leistung an. In Tschechien und in der Schweiz werden mit der Restwärme von Atomkraftwerken sehr effizient Fernwärme-Netze gespeist.
Doch weil Kernkraftwerke meist nicht unmittelbar im Einzugsgebiet großer Städte liegen, bleibt diese Abwärme-Nutzung bislang noch eine Nischenanwendung. Fachleute rechnen zwar damit, dass die neue Generation von Kleinstkraftwerken (Small Modular Reactor, SMR) näher an die Städte heranrücken und damit auch Fernwärme-Lieferanten werden. Bis es so weit ist, müssen die meisten Kernkraftwerke ihre Überschusswärme aber ungenutzt freisetzen.
Die Durchflusskühlung ist dabei das billigste Mittel der Wahl. Doch haben die russischen AKW-Konstrukteure in Ungarn die Einfluss-Rohre nicht tief genug verlegt. Offensichtlich eine Fehlplanung: Das bulgarische Kernkraftwerk Kosloduj liegt ebenfalls an der Donau und hat keine Probleme mit der Kühlwasser-Entnahme.
Das Problem sinkender Pegelstände war den Betreibern allerdings bekannt. Sowohl in Rumänien als auch in Ungarn wurden bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet. Vor dem rumänischen AKW Cernavodă wurde der Wasserzufluss mit Baggerarbeiten und dem Sprengen von Felsen verbessert.
Laut einem aktuellen Bericht der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA experimentierten die Betreiber des ungarischen AKW Paks bereits mit „schwimmenden Pumpstationen“, praktisch Flößen, die auch bei sinkendem Wasserstand noch die Entnahme von Kühlwasser erlauben.
Doch Kernkraftwerke mit Durchflusskühlung sind längst die Ausnahme. Die meisten – auch die abgeschalteten deutschen AKW – sind und waren mit Kühltürmen ausgestattet. Die Vorteile beschreibt ETH-Experte Prasser anhand von zwei Daten: Wasserbedarf eines AKW mit Durchflusskühlung: 50 Kubikmeter pro Sekunde. Wasserbedarf eines Kraftwerks mit Kühlturm: 1 Kubikmeter pro Sekunde.
Ungarns Problem mit der nuklearen Hitzeflaute wäre keins, hätte man das AKW Paks mit Kühltürmen versehen. Auf die Donau als Kühlmittel-Lieferant wären die Betreiber nicht mehr angewiesen.
Solche Nachrüstungen sind in dem auf viele Jahrzehnte angelegten Betrieb von Kernkraftwerken auch üblich. Der Verein Kerntechnik Deutschland (KernD) verweist auf das stillgelegte deutsche Kernkraftwerk Isar 2: „Obwohl zur Kühlung große Wassermengen im Kreislauf bewegt wurden, lag die effektive Wasserentnahme aus der Isar bei lediglich rund 0,7 Kubikmetern pro Sekunde.“ Dies zeige, „dass leistungsfähige Kühlsysteme den Wasserbedarf eines Kernkraftwerks erheblich reduzieren und selbst bei hoher thermischer Leistung mit einer sehr geringen Wasserentnahme aus dem Gewässer auskommen.“
@DrMabuse
Auch Kreislaufkühlung über Kühltürme hat ihre physikalischen Grenzen. Bei heißem Wetter mit feuchter Luft sinkt die Kühlleistung rapide ab und diese Phasen müssen dann mit neu zugeführtem Frischwasser überbrückt werden. Dabei ist auch hier die Spitzenlast unter ungünstigen Wetterbedingungen entscheidend und nicht der Jahresmittelwert. Bereits ein Tag Überhitzung kann einen Fluss für Jahre ruinieren. Außerdem erhöht die Kreislaufkühlung über Kühltürme nicht unwesentlich die Kosten und hat Energieverlust, weil das Wasser auf die Höhe des Kühlturm gepumpt werden muss.
Aber mich erstaunt immer wieder, dass selbst Fachleute nur noch den Blick auf eine einzige Lösung fixieren. Wäre es nicht einfacher, die günstige Kühlung beizubehalten und in der Hitzeperiode die Kraftwerke gründlich zu warten und als Ersatz in dieser Zeit den günstigen Batterie gepufferten Sonnenstrom zu verwenden? Die Batterien wären sogar nützlich während der kühleren Perioden, um die Kernkraftwerke gleichmäßiger zu fahren und die Schwankungen auf der Verbrauchsseite abzupuffern.
Entsprechende Solarparks sind wohl schneller aufgebaut als die überdimensionalen Kühltürme und mit Sicherheit schneller verfügbar als die in Entwicklung befindlichen SMRs.
Das Schwarz-Weiß Denken hat eher keine Zukunft und entspricht auch nicht der wirtschaftsliberalen Philosophie.
Es gibt viele Möglichkeiten, ein Kraftwerk zu kühlen: Neben Nasskühltürmen gibt es Trockenkühltürme und Hybridkühltürme. Das amerikanische Kernkraftwerk Palo Verde liegt praktisch mitten in der Wüste Arizonas, fernab des Meeres und jeglicher Flüsse. Zur Kühlung nutzt das AKW das gereinigte Abwasser der Großstadt Phoenix.
Das Atomkraftwerk Turkey Point in Florida leitet sein erhitztes Wasser zur Abkühlung in ein künstliches Kanalsystem, das sich über fast 25 Quadratkilometer erstreckt – eine Lösung, die allerdings allein schon wegen des Flächenbedarfs ein Sonderfall blieb.
Kraftwerke mit Kreislaufkühlung, Trocken- oder Hybrid-Kühltürmen haben den Nachteil, dass sie zusätzliche elektrische Energie aufwenden müssen, etwa für Ventilatoren. Ein Atomkraftwerk wie Philippsburg wendete dafür rund 50 seiner 1450 Megawatt Leistung auf. Dafür brauche das AKW aber auch praktisch kein Flusswasser.
Auch Neckarwestheim konnte somit an einem Fluss betrieben werden, der kaum ein Zehntel der Wassermenge des Rheins führt: Kreislaufkühlung in einem fast geschlossenen System machte es möglich.
In dicht besiedelten Gegenden gibt es gelegentlich Widerstand der Anwohner gegen den Bau hoher Kühltürme und Dampfschwaden. Zuweilen wurden allein deshalb sehr viel flachere Hybridtürme verwendet, die das Landschaftsbild nicht stören und kaum Schwaden freisetzen. Das inzwischen abgerissene Kohlekraftwerk Moorburg bei Hamburg verfügte über so eine landschaftsschonende Kühltechnik.
DrMabuse schrieb am 04.08.26:
ValueFreak schrieb am 04.08.26:DrMabuse schrieb am 04.08.26:Atomkraft-Aus durch den Klimawandel? Der Irrtum vom nuklearen Hitze-KollapsWegen Niedrigwasser musste das ungarische Kernkraftwerk Paks abgeschaltet werden. Ökonomin Claudia Kemfert leitet daraus ab, dass auch Atomkraft wetterabhängig sei. Doch sie irrt – denn es gibt längst andere Lösungen.
Der Wassermangel der Donau ist aktuell Wasser auf den Mühlen deutscher Atomkraftgegner: Ungarns einziges Kernkraftwerk muss mangels Kühlwasser in diesen Tagen abgeschaltet werden. Die Regierung in Budapest lässt schon landesweit Strom rationieren und Fabriken die Produktion drosseln.
Bedeutet der Klimawandel etwa das Todesurteil für die Kernenergie? Auch in Rumänien und Frankreich mussten in den vergangenen Tagen und Wochen schließlich immer wieder AKW gedrosselt werden, damit das in die Flüsse zurückgeleitete Kühlwasser die Temperaturen nicht über die für Flora und Fauna verträglichen Werte treibt.
„Das ist mehr als ein technisches Problem“, glaubt Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die auch Energiepolitik an der Leuphana Universität Lüneburg lehrt. Die „nukleare Hitzeflaute entlarvt einen Kurzschluss in der Energiedebatte: Nicht nur Wind und Sonne sind wetterabhängig. Atom-, Gas- und Kohlekraftwerke sind es ebenfalls.“
Doch hier irrt Kemfert womöglich: Die hitzebedingte Auszeit für Kraftwerke ist aus Sicht von Fachleuten ausschließlich ein technisches Problem. Es betrifft nur ältere Stromerzeuger, die an Flüssen liegen und mit Durchlaufkühlung arbeiten. Alle anderen haben Kühltürme.
„Solche Anlagen werden heutzutage in Europa wohl nirgendwo mehr genehmigt, auch in Frankreich nicht“, sagt Wolfgang Czolkoss, Experte für Kraftwerkskühlung beim Technikverband der Kraftwerksbetreiber VGBE in Essen. „Mit Kühltürmen gäbe es solche Probleme wie jetzt in Ungarn und vereinzelt in Frankreich überhaupt nicht.“
Michael Prasser, langjähriger Kernkraft-Experte an der renommierten Schweizer Technik-Hochschule ETH Zürich, sieht es ähnlich: Das ungarische Kernkraftwerk Paks nach russischer Bauart habe mit der Durchlaufkühlung einen veralteten Ansatz gewählt: „Kühlprobleme in trockenen Sommern sind nicht das Ende der Kernenergie, sondern das sich abzeichnende Ende der Kühlung mit Flusswasser.“ Gehe es um den Klimawandel, sei „Kernkraft nicht das Problem, sondern Teil der Lösung“.
In Atomkraftwerken wird mit viel Hitze Dampf erzeugt, der zwecks Stromerzeugung durch Generatoren fließt: Die Abwärme und entsprechend der Kühlbedarf ist enorm: Bei einem Kraftwerk mit 1000 Megawatt elektrischer Leistung fallen noch einmal 2000 Megawatt thermische Leistung an. In Tschechien und in der Schweiz werden mit der Restwärme von Atomkraftwerken sehr effizient Fernwärme-Netze gespeist.
Doch weil Kernkraftwerke meist nicht unmittelbar im Einzugsgebiet großer Städte liegen, bleibt diese Abwärme-Nutzung bislang noch eine Nischenanwendung. Fachleute rechnen zwar damit, dass die neue Generation von Kleinstkraftwerken (Small Modular Reactor, SMR) näher an die Städte heranrücken und damit auch Fernwärme-Lieferanten werden. Bis es so weit ist, müssen die meisten Kernkraftwerke ihre Überschusswärme aber ungenutzt freisetzen.
Die Durchflusskühlung ist dabei das billigste Mittel der Wahl. Doch haben die russischen AKW-Konstrukteure in Ungarn die Einfluss-Rohre nicht tief genug verlegt. Offensichtlich eine Fehlplanung: Das bulgarische Kernkraftwerk Kosloduj liegt ebenfalls an der Donau und hat keine Probleme mit der Kühlwasser-Entnahme.
Das Problem sinkender Pegelstände war den Betreibern allerdings bekannt. Sowohl in Rumänien als auch in Ungarn wurden bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet. Vor dem rumänischen AKW Cernavodă wurde der Wasserzufluss mit Baggerarbeiten und dem Sprengen von Felsen verbessert.
Laut einem aktuellen Bericht der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA experimentierten die Betreiber des ungarischen AKW Paks bereits mit „schwimmenden Pumpstationen“, praktisch Flößen, die auch bei sinkendem Wasserstand noch die Entnahme von Kühlwasser erlauben.
Doch Kernkraftwerke mit Durchflusskühlung sind längst die Ausnahme. Die meisten – auch die abgeschalteten deutschen AKW – sind und waren mit Kühltürmen ausgestattet. Die Vorteile beschreibt ETH-Experte Prasser anhand von zwei Daten: Wasserbedarf eines AKW mit Durchflusskühlung: 50 Kubikmeter pro Sekunde. Wasserbedarf eines Kraftwerks mit Kühlturm: 1 Kubikmeter pro Sekunde.
Ungarns Problem mit der nuklearen Hitzeflaute wäre keins, hätte man das AKW Paks mit Kühltürmen versehen. Auf die Donau als Kühlmittel-Lieferant wären die Betreiber nicht mehr angewiesen.
Solche Nachrüstungen sind in dem auf viele Jahrzehnte angelegten Betrieb von Kernkraftwerken auch üblich. Der Verein Kerntechnik Deutschland (KernD) verweist auf das stillgelegte deutsche Kernkraftwerk Isar 2: „Obwohl zur Kühlung große Wassermengen im Kreislauf bewegt wurden, lag die effektive Wasserentnahme aus der Isar bei lediglich rund 0,7 Kubikmetern pro Sekunde.“ Dies zeige, „dass leistungsfähige Kühlsysteme den Wasserbedarf eines Kernkraftwerks erheblich reduzieren und selbst bei hoher thermischer Leistung mit einer sehr geringen Wasserentnahme aus dem Gewässer auskommen.“
@DrMabuse
Auch Kreislaufkühlung über Kühltürme hat ihre physikalischen Grenzen. Bei heißem Wetter mit feuchter Luft sinkt die Kühlleistung rapide ab und diese Phasen müssen dann mit neu zugeführtem Frischwasser überbrückt werden. Dabei ist auch hier die Spitzenlast unter ungünstigen Wetterbedingungen entscheidend und nicht der Jahresmittelwert. Bereits ein Tag Überhitzung kann einen Fluss für Jahre ruinieren. Außerdem erhöht die Kreislaufkühlung über Kühltürme nicht unwesentlich die Kosten und hat Energieverlust, weil das Wasser auf die Höhe des Kühlturm gepumpt werden muss.
Aber mich erstaunt immer wieder, dass selbst Fachleute nur noch den Blick auf eine einzige Lösung fixieren. Wäre es nicht einfacher, die günstige Kühlung beizubehalten und in der Hitzeperiode die Kraftwerke gründlich zu warten und als Ersatz in dieser Zeit den günstigen Batterie gepufferten Sonnenstrom zu verwenden? Die Batterien wären sogar nützlich während der kühleren Perioden, um die Kernkraftwerke gleichmäßiger zu fahren und die Schwankungen auf der Verbrauchsseite abzupuffern.
Entsprechende Solarparks sind wohl schneller aufgebaut als die überdimensionalen Kühltürme und mit Sicherheit schneller verfügbar als die in Entwicklung befindlichen SMRs.
Das Schwarz-Weiß Denken hat eher keine Zukunft und entspricht auch nicht der wirtschaftsliberalen Philosophie.
@ValueFreak
Der Rest des Artikels:Es gibt viele Möglichkeiten, ein Kraftwerk zu kühlen: Neben Nasskühltürmen gibt es Trockenkühltürme und Hybridkühltürme. Das amerikanische Kernkraftwerk Palo Verde liegt praktisch mitten in der Wüste Arizonas, fernab des Meeres und jeglicher Flüsse. Zur Kühlung nutzt das AKW das gereinigte Abwasser der Großstadt Phoenix.
Das Atomkraftwerk Turkey Point in Florida leitet sein erhitztes Wasser zur Abkühlung in ein künstliches Kanalsystem, das sich über fast 25 Quadratkilometer erstreckt – eine Lösung, die allerdings allein schon wegen des Flächenbedarfs ein Sonderfall blieb.
Kraftwerke mit Kreislaufkühlung, Trocken- oder Hybrid-Kühltürmen haben den Nachteil, dass sie zusätzliche elektrische Energie aufwenden müssen, etwa für Ventilatoren. Ein Atomkraftwerk wie Philippsburg wendete dafür rund 50 seiner 1450 Megawatt Leistung auf. Dafür brauche das AKW aber auch praktisch kein Flusswasser.
Auch Neckarwestheim konnte somit an einem Fluss betrieben werden, der kaum ein Zehntel der Wassermenge des Rheins führt: Kreislaufkühlung in einem fast geschlossenen System machte es möglich.
In dicht besiedelten Gegenden gibt es gelegentlich Widerstand der Anwohner gegen den Bau hoher Kühltürme und Dampfschwaden. Zuweilen wurden allein deshalb sehr viel flachere Hybridtürme verwendet, die das Landschaftsbild nicht stören und kaum Schwaden freisetzen. Das inzwischen abgerissene Kohlekraftwerk Moorburg bei Hamburg verfügte über so eine landschaftsschonende Kühltechnik.
@DrMabuse
Philippsburg hatte meines Wissens Wasserkühltürme. Zumindest das für die Kühlung verdunstete Wasser musste frisch zugeführt werden. Die Kühlung beruht hier auf der Energie, die notwendig ist, um die Flüssigkeit in Luftfeuchte umzuwandeln. Das Wasser dafür kann natürlich auch einem Tiefbrunnen entnommen werden.
Warum man in der Wüste Arizonas trotz vorhandenen Schlüssels (Sonne) unbedingt mit der Brechstange durch die Tür wollte, würde einer neuen Greenfield Untersuchung nicht standhalten und Florida ist auch recht sonnig.
ValueFreak schrieb am 04.08.26:
@DrMabuse
Philippsburg hatte meines Wissens Wasserkühltürme. Zumindest das für die Kühlung verdunstete Wasser musste frisch zugeführt werden. Die Kühlung beruht hier auf der Energie, die notwendig ist, um die Flüssigkeit in Luftfeuchte umzuwandeln. Das Wasser dafür kann natürlich auch einem Tiefbrunnen entnommen werden.
Warum man in der Wüste Arizonas trotz vorhandenen Schlüssels (Sonne) unbedingt mit der Brechstange durch die Tür wollte, würde einer neuen Greenfield Untersuchung nicht standhalten und Florida ist auch recht sonnig.
@ValueFreak
Warum sollte man die AKWs in Florida und Arizona abschalten, wenn sie schon mal da sind? So verrückt wie die Deutschen sind weder die Amis noch die Chinesen.
Die Idee, nur auf Solarstrom und Batteriepufferung zu setzen, ist reines Wunschdenken. Die Menschen im sonnigen Australien haben damit keine guten Erfahrungen gemacht.
Zwangsweise autark – Landwirte in Westaustralien leiden unter mehr Stromausfällen und Wartungsproblemen
Speichergeschichten: Warum Riesenbatterien die natürliche Unterbrechung von Wind- und Solarenergie nicht lösen können
Die weltweit größte Batterie für erneuerbare Energien bringt nicht das, was erhofft wurde
Davon mal abgesehen: Willst du wirklich den gesamten Planeten mit Windrädern, Solarparks und Batteriefarmen zupflastern? Glaubst du ernsthaft, dass wir dadurch unabhängiger werden? Der Tag hat nur 24 Stunden und die Batterierohstoffe wachsen nicht auf Bäumen.
Physiker: Leistungsdichte entzaubert Energiewende – hoher Flächenverbrauch von „Erneuerbaren“
Die Energieversorgung beruht auf physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Aus dieser Perspektive beobachtet der Diplom-Physiker Dieter Böhme die deutsche Energiewende bereits seit Jahren. Im Interview verrät er, warum Windkraft- und Photovoltaikanlagen keine idealen Stromgeneratoren für eine Industrienation sind.





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