Intelligent Matrix Trend
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Grönland, Trump und die Geopolitik: Mehr als eine schräge Idee
Als Donald Trump 2019 vorschlug, Grönland zu kaufen, wurde der Vorstoß in Europa zunächst belächelt. Viele sahen darin eine skurrile Laune eines unkonventionellen Präsidenten. Tatsächlich steckt dahinter jedoch eine nüchtern kalkulierte geopolitische Logik, die man nicht einfach vom Tisch wischen sollte.
Grönland ist strategisch von enormer Bedeutung: Es liegt zwischen Nordamerika, Europa und Russland, kontrolliert den Zugang zur Arktis und ist zentral für Frühwarnsysteme, Raketenabwehr und neue Schifffahrtsrouten, die durch den Klimawandel entstehen. Bereits heute betreiben die USA dort mit der Thule Air Base einen der wichtigsten Militärstützpunkte außerhalb ihres Territoriums. Ein US-kontrolliertes Grönland würde die westliche Sicherheitsarchitektur deutlich stärken – auch im Interesse Europas. Vorstellbar wäre hier auch ein stärkeres Engagement von NATO oder EU im Sinne einer gemeinsamen Sicherheitslösung.
Hinzu kommen wirtschaftliche Chancen. Grönland verfügt über große Vorkommen an seltenen Erden, Uran, strategischen Metallen, Fischereiressourcen und perspektivisch auch Energie. Ein amerikanisches Engagement könnte massive Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeitsplätze auslösen. Inoffiziell war in Washington von einem Kaufpreis im hohen zweistelligen oder sogar dreistelligen Milliardenbereich die Rede – Summen, die für ein Land mit nur rund 56.000 Einwohnern enorme Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen würden.
Natürlich gibt es gute Gründe für Skepsis. Grönland ist kein „Grundstück“, das man einfach handeln kann. Völkerrechtlich steht das Selbstbestimmungsrecht der Grönländer im Zentrum. Viele wollen langfristig unabhängig sein – nicht die Kolonialmacht wechseln. Ein Verkauf ohne Referendum wäre politisch und moralisch nicht haltbar. Zudem würde Europa mit einem US-Grönland einen wichtigen strategischen Hebel in der Arktis verlieren und sich noch stärker von den USA abhängig machen.
Der größte Fehler Trumps lag daher weniger in der Idee als in der Art: Unter Freunden spricht man über solche Fragen mit Respekt und Diplomatie – nicht mit Zolldrohungen und öffentlichem Druck. Genau dieser Stil hat Vertrauen zerstört und eine sachliche Debatte verhindert.
Unterm Strich bleibt: Ein stärkeres US-Engagement in Grönland kann sicherheitspolitisch und wirtschaftlich sinnvoll sein – für die Grönländer selbst, für Europa und für den Westen insgesamt. Entscheidend ist jedoch, dass dies partnerschaftlich, freiwillig und im Einklang mit dem Selbstbestimmungsrecht geschieht. Nicht mit der Drohkeule, sondern mit einem echten Angebot.
Freudensprung bei Portfoliowert Confluent
IBM hat heute bestätigt, Confluent für rund 11 Mrd. USD übernehmen zu wollen. Die Transaktion unterstreicht die strategische Bedeutung von Echtzeit-Datenströmen und KI-Datenarchitekturen. Confluent gilt hier als führender Anbieter.
Der geplante Übernahmepreis entspricht etwa 31–32 USD pro Aktie und liegt damit rund 35–40 % über dem letzten Schlusskurs von ~23 USD. Die Aktie sprang nachbörslich sofort auf ca. 28 USD und reflektiert damit ein hohes Vertrauen in den Deal.
Mich freut es besonders, dass erneut ein Unternehmen aus meinem Wikifolio Intelligent Matrix Trend mit einem deutlichen Premiumaufschlag übernommen werden soll. Ich erinnere nur an die Vorherige: Splunk durch Cisco. Das bestätigt nicht nur die Qualität der Unternehmen, sondern auch die selektiven und strategische Ausrichtung des Portfolios im Bereich Dateninfrastruktur und KI-Enablement.
Mit der Übernahme durch IBM dürfte Confluent von globaler Vertriebsstärke, integrierten KI-Lösungen und einem deutlich größeren Kundenökosystem profitieren – eine Kombination, die für die Zukunft des Unternehmens viel Positives verspricht.



Portfoliomatrix