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Doppelanalyse (Chance) SL+

Doppelanalyse (Chance) SL+

Meine Strategie folgt einer Doppelanalyse: 1. Mikro-Analyse: Es sollen regelmäßig unterbewertete Aktien untersucht werden. Anhand von Charttechnik, Quartalszahlen, Nachrichtenlage und Produktchancen sollen Analysen betrieben werden, um die jeweiligen Chancen solcher Aktien für einen Zeitraum von 1-2 Jahren zu beurteilen. Nur besonders starke Potentiale sollen sich hierbei qualifizieren. Wer die erste Runde überstanden hat, landet auf meiner Watchlist und ist ein Kaufkandidat. 2. Nun folgt eine Makro-Analyse: Welche Chancen und Risiken können dem Gesamtmarkt für die nächsten 3 Monate zugeordnet werden? Hier sollen volkswirtschaftliche, politische und charttechnische Faktoren eine Rolle spielen. Hiermit soll ermöglich werden, für die zuvor ermittelten Kaufwünsche einen guten Einstiegszeitpunkt zu ermitteln. Denn wenn die Gesamtmärkte fallen, wird es meiner Erfahrung nach sehr schwer für einen Einzelwert, einen Aufstieg hinzulegen. Dann soll noch etwas mit dem Investment gewartet werden. Meiner Erfahrung nach geht die Chance einzusteigen durch die zweite Analyse in der Regel nicht verloren, da die Makro-Analyse mit 3 Monaten kurzzeitiger angelegt ist als die Mikro-Analyse. In Marktlagen, in denen die Preise insgesamt als überhöht eingestuft werden, können Teile des Wikifolios oder auch das gesamte Depot mit Shorts arbeiten, insbesondere auf Indizes, in Form von Short-ETFs. Diese können gleichzeitig mit bestimmten Einzeltitel (Arbitrage-Handel) oder auch alleine gehalten werden. Als Beimischung können bei als geeignet empfundener Marktlage auch Fonds gewählt werden. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass sich volatile und ruhige Depotphasen abwechseln - je nach Investitionsgrad und -art. Kursrisiken bestehen entsprechend der hohen Chancen natürlich theoretisch bis zum Totalverlust.
EUR398,144

Assets under Management

Doppelanalyse (Chance) SL+ (WF)

WKN: LS9CJQ / Wikifolio /

€543.62
0.393%

Comments

Zum ersten mal seit dem Intellego-Desaster habe ich mich wieder getraut, in ein schwedisches Unternehmen zu investieren: Cheffelo (bis 2024: LMK Group). 

 

Grob lässt sich das Geschäftsmodell als skandinavisches HelloFresh "in besser"  beschreiben. Geschäft macht man bisher in Norwegen unter dem Markennamen Godtlevert ("gut geliefert"), in Schweden als Linas Matkasse ("Lina's Essensbox") und in Dänemark als RetNemt ("Richtig einfach"); im zweiten Halbjahr 2026 möchte man nach Finnland expandieren.

 

Die unterschiedlichen Markennamen deuten bereits auf einen wichtigen Unterschied zu HelloFresh hin: Cheffelo positioniert sich bewusst regional und bietet statt globaler Einheitserfahrung jedem Markt nicht nur einen traditionellen Namen, sondern auch zur lokalen Küche passende Gerichte. Diese sind zudem deutlich individueller gestaltbar als bei HelloFresh. Ganz entscheidend ist zudem, dass Cheffelo langfristigere Kundenbeziehungen anstrebt: Statt Umsatzwachstum durch aggressive Rabattaktionen zu "pumpen", möchte man durch Qualität und lokale Produkte überzeugen. Zwar nutzt auch Cheffelo Anfangsrabatte, gewährt sie in der Regel aber nur deutlich niedriger als der große Konkurrent. Zudem ist Cheffelo auch in der regulären Bestellung nicht etwa günstiger, sondern teurer - und unterstreicht damit den qualitätsorientierten Anspruch. Cheffelo bietet quasi die Premium-Auswahl.

Das kommt im wohlhabenden Skandinavien offenbar gut an: Im ersten Halbjahr 2026 wuchs der Umsatz um satte 18 Prozent. Und das ganze skaliert schön: der Periodenüberschuss im ersten Halbjahr wuchs deutlich überproportional um fast 80 (!) Prozent auf ein Ergebnis je Aktie von umgerechnet 0,42 Euro. 

 

Cheffelo wächst, skaliert, macht bereits Gewinne, zahlt eine gute Dividende (jüngst 0,63 Euro / > 5%) und hat die Dividendenpolitik, über 50% des operatives Cashflows auch auszuschütten. Eine Skalierung der Dividende ist daher ebenfalls sichtbar (Vorjahr: 0,30 Euro). Das Unternehmen ist absolut schuldenfrei in Hinblick auf Kredite oder Anleihen und verfügt über rund 12 Mio Euro Cash.

 

Das Geschäft ist stark saisonal: In den Winterquartalen macht man die höheren Umsätze (viele pausieren die Bestellungen in den mit 9 (!) Wochen oft sehr langen skandinavischen Sommerferien), die Marketingkosten fallen gehäuft in Q1 und Q3 an, um die Kunden nach Sommerferien bzw. Weihnachten bei Laune zu halten. Fürs 2. Halbjahr 2026 sind ein paar Einmalkosten für die Expansion nach Finnland und für ein Rebranding zu erwarten, weshalb das Q3 - wie traditionell - nochmal negativ sein dürfte (ohen diese Effekte hätte es eine gute Chance auf ein erstmals positives Q3 gegeben). Das Q4 ist dagegen traditionell das beste Gewinnquartal.

 

Aufgrund der Einmalbelastungen erwarte ich 2026 mal ganz vorsichtig 0,60 Euro Gewinn je Aktie, was eine Steigerung um 50% wäre. 2027 dürfte das ganze dann weiter Fahrt aufnehmen, zumal Finnland dann erste Ergebnisbeiträge liefern kann, vor allem aber durch weiteres Wachstum und Skalierung. Ein EPS von über 1 Euro je Aktie halte ich für 2027 für sehr wahrscheinlich, bei einer Dividende von rund einem Euro umgerechnet. 

Das wären zum heutigen Kurs von 11,20 Euro fast 9% Dividendenrendite und ein 2027er-KGV von 10. Über 2028 mag man da kaum nachdenken... . 

 

Wo bekommt man sonst solche Kennzahlen für ein schuldenfreies, stark wachsendes Unternehmen in soliden Ländern? 

 

Das schöne in diesem Fall: Das Produkt kann jeder in Skandinavien erleben, es ist dort sehr bekannt, und es wird viel darüber berichtet. Zudem zahlt man gute Dividenden, die Gewinne existieren also offenbar auch wirklich. Schlimm, dass man so etwas überhaupt hinterfragen muss, aber ich bin zuversichtlich, dass Schwedens Kapitalmarkt sich hier rehabilitieren kann.

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Ich habe mir vor der HV nochmal ein paar Net-Digital-Aktien nachgekauft. Die Steigerung des Ergebnisses von Halbjahr zu Halbjahr war bisher stark. Die Halbjahreszahlen dürften vor oder spätestens mit der HV kommuniziert werden, und die ist nächste Woche Freitag. Ich setze nun etwas spekulativ darauf, das sie ähnlich stark oder sogar noch etwas stärker ausfallen als im zweiten Halbjahr 2025.  

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Die ersten Halbjahresergebnisse sind gekommen und bislang eher gemischt ausgefallen. Sprechen wir zunächst über die Enttäuschungen und kommen dann zum Besseren:

 

Lastminute.com hat für mich völlig überraschend ein Q2 hingelegt, das ein solch negatives Ebit hatte, dass es sogar das positive Ebit des Q1 übertroffen hat. Die Erklärungen im Call waren überraschend dürftig und widersprachen teilweise den Aussagen aus dem Q1 Call. Im Anschluss habe ich versucht, die IR zu erreichen - und bis heute keine Antwort bekommen. Ein absolutes No-Go! Dementsprechend bin ich ausgestiegen - und werde meien Erfahrung dem Management gegenüber auf dem Eigenkapitalforum vortragen. Lastminute war sicherlich die größte Enttäuschung.

 

Auch Radcom hat ein sehr enttäuschendes Q2 hingelegt - und auch hier gab es technische Probleme im heutigen Call und es wird sich zeigen, wei das Unternehmen damit umgeht. Immerhin: Der Call war technisch deutlich verbessert, das Management wollte sich wohl Mühe geben. Technisch ist das leider in die Hose gegangen und wird nun wahrscheinlich nachgeholt – Radcom hat in kürzester Zeit entsprechende Signale gesendet. Hier kam zudem ein fettes Bonbon, das für die schwachen Q2-Zahlen (die übrigens reine Verschiebungen aufgrund hoher Hardware-Kosten sein sollen): Wie vom im Frühjahr neu gewählten Management erhofft, möchte man zeitnah für mindestens 20 Mio USD eigene Aktien zurückkaufen und somit zumindest schonmal einen Teil der gewaltigen Bargeldbestände an die Aktionäre zurückführen. Das sind dann rund 10% aller Aktien und könnte einen spürbaren Markteffekt haben! Theoretisch hat man sogar genug Geld, um bis zu 50% der Aktien zurückzukaufen - und interessanterweise gibt es laut KI keine vergleichbare 10%-Grenze, wie sie für eine deutsche AG gelten würde. Ich bleibe investiert und habe sogar den Kurssturz für Nachkäufe genutzt.

 

Die von Inter&Co präsentierten Zahlen waren aus meiner Sicht eigentlich ziemlich gut, auch der anschließende Call. Es gab erneut Rekordergebnisse, wie so ziemlich jedes Quartal. Auch das Umsatzwachstum von 29% zum Vorjahresquartal darf man wohl als sehr erfreulich bezeichnen, allerdings war man hier in der Vergangenheit auch schon (noch) höhere Werte gewohnt. Vielleicht war das ein Grund, weshalb die Kurse weiter stagnieren. Erfreulich im Call war insbesondere der Hinweis, dass mit einem Rückgang der Quote verzögerter Kreditraten im zweiten Halbjahr gerechnet wird.

 

Deutlich erfreulicher waren die Ergebnisse bei Mediclin, mit einem EPS von nunmehr 28 Cent alleine im ersten Halbjahr. Das war stark und setzt den Trend der vergangenen Quartale fort. Dementsprechend steigen die Kurse hier auch schön an!

 

Bereits vor einer Woche meldete die Deutsche Rohstoff eine erneute Prognoseanhebung – noch vor Bekanntgabe der Halbjahresergebnisse! Nicht nur ich rechne hier wohl trotz kleiner Einmalabschreibung mit starken Zahlen, und daher steigt auch hier der Kurs ordentlich weiter.

 

Heute kamen dann noch die sehr starken Indus-Zahlen. Hier muss man etwas genauer hingucken: Das EPS hat sich im Vergleich zum Vorjahresquartal mehr als verdreifacht. Das beruht jedoch zu guten Teilen auf positiven Effekten durch steigende Wolfram-Preise. Hier gilt es, zwei Faktoren zu unterscheiden: Einerseits gibt es den Effekt, dass günstig eingekaufter Wolfram bereits teurer (und zum Werkzeug verarbeitet) weiterverkauft werden kann, und dieser Effekt wird sich bei nun seit Mai etwa konstanten Wolframpreisen nicht im Q3 wiederholen.  Andererseits gibt es aber den zweiten Effekt, dass sich das Recycling von Wolfram nun natürlich immer mehr lohnt und immer bessere Margen abwirft, je höher die Preise klettern. Gleichzeitig gibt es natürlich mehr als das Wolfram-Geschäft: Insbesondere die Infrastruktur-Sparte ist im Glasfaserbereich sehr kräftig gewachsen und macht gute Gewinne, aber alle Geschäftsbereiche wachsen. Insofern überdeckt die enorm starke Wolfram-Story die ohnehin sehr gute Entwicklung bei Indus ein wenig – man sollte den Rest aber nicht vergessen. Ich habe nachgekauft.

 

Damit ist etwa die erste Hälfte der Halbjahresergebnisse eingetroffen, wie gesagt mit recht gemischten Ergebnissen, aber überwiegend schwachen Kursreaktionen, allem voran bei Radcom. Dies führte zu einem insgesamt leichten Rückgang des Wiki-Kurses auf aktuell 527 Euro. Weitere Halbjahresergebnisse dürften in Kürze folgen, drücken wir die Daumen auf eine starke zweite Halbzeit!

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