Menü
Microsoft selbst warnt vor der Verwendung von Internet Explorer, da er nicht mehr den neuesten Web- und Sicherheitsstandards entspricht. Wir können daher nicht garantieren, dass die Seite im Internet Explorer in vollem Umfang funktioniert. Nutze bitte Chrome oder Firefox.
Warum soll ich sharewise nutzen?

Wunschanalyse: Deutsche Lufthansa

Eine Bilanzanalyse macht in dieses Krisentagen keinen Sinn: Entscheidend für eine Investmententscheidung ist die Abschätzung des Verhaltens der Politik. Entsprechend habe ich die heutige

Eine Bilanzanalyse macht in dieses Krisentagen keinen Sinn: Entscheidend für eine Investmententscheidung ist die Abschätzung des Verhaltens der Politik. Entsprechend habe ich die heutige Wunschanalyse schwerpunktmäßig auf dieses Thema abgestellt. Ich denke, bevor ich über politische Entscheidungen spekuliere, schaue ich mir lieber eine der vielen Aktien an, die in den vergangenen Tagen zu Unrecht ausverkauft wurde. 
 

Kennzahlen von der Deutschen Lufthansa laut Sharewise.com

 
WKN: 823212, ISIN: DE0008232125
Kurs aktuell: 9,05€
Kursziel: 15,30€ (23 x Buy, 2 x Sell) 
 

Verstaatlichung und Direkthilfen

 
Eine Bilanzanalyse macht in diesen Krisentagen keinen Sinn: Entscheidend für eine Investmententscheidung ist die Abschätzung des Verhaltens der Politik. Entsprechend habe ich die heutige Wunschanalyse schwerpunktmäßig auf dieses Thema abgestellt. Ich denke, bevor ich über politische Entscheidungen spekuliere, schaue ich mir lieber eine der vielen Aktien an, die in den vergangenen Tagen zu Unrecht ausverkauft wurde.
 
Die Deutsche Lufthansa stellt anlässlich der Coronakrise ihren Flugbetrieb weitgehend ein. Es werden noch ein paar Urlauber zurück nach Deutschland geholt, einige wenige notwendige Linienflüge werden noch aufrecht erhalten, aber das sind dann nach Aussage von CEO Carsten Spohr nur noch 5% der normalerweise betriebenen Flüge. 700 der 763 Lufthansa-Flieger bleiben am Boden.
 
Auf eine solche Krise war die Deutsche Lufthansa nicht vorbereitet, und ohne die Zusage der Bundesregierung, Lufthansa als systemrelevanten Dienstleister am Leben zu halten, würde die Lufthansa nun mit der Insolvenz flirten.
 
In dieser Situation ist es in meinen Augen nur eine Frage der Politik: Wird man die Deutsche Lufthansa verstaatlichen, oder schenkt man ihr das Geld, das sie in diesen Tagen benötigt? Oder etwas differenzierter ausgedrückt: Wie viel darf man der Lufthansa schenken, und wie viele Anteile an der Lufthansa darf der Bund für seine Rettung einfordern?
 
Was soll ich mir da die Bilanz der Lufthansa anschauen, was bringt die Dividendenrendite einer nicht ausbezahlten Dividende? Was soll ich mit einem KGV von 2 anfangen, wenn über die Zukunft in der Politik entschieden wird?
 

Politische Entscheidung hängt an Stimmung der Bevölkerung


Die Politik wird das tun, was das Volk von ihr erwartet. Ich kann das derzeit noch nicht absehen, ob das Volk eine verstaatlichte Lufthansa sehen möchte, oder bereit ist, dem Konzern Geld zu schenken. Vermutlich wird es eine Mischung geben, wie oben beschrieben. Ein Teil an Direkthilfen und ein anderer Teil gegen eine Beteiligung.
 
Lufthansa selbst geht selbstbewusst davon aus, länger durchzuhalten als die anderen. Das erinnert mich an die beiden Wanderer in Kanada. Der eine kommt mit Wanderschuhen, der andere mit Turnschuhen. Fragt der eine, was willst Du mit Turnschuhen in den Bergen wandern? Sagt der andere: Ich kann damit vor Grizzli-Bären weglaufen. Sagt der eine wieder: Aber selbst mit Turnschuhen bist Du nicht schneller als ein Bär. Sagt der eine: Das nicht, aber ich bin dann schneller als Du.
 

Commerzbank als mahnendes Vorbild

 
Im Rahmen der Finanzkrise hat sich der Staat an der Commerzbank beteiligt. Bis heute hält der Bund noch 15% an der Commerzbank und wartet auf Kurse, die einen Ausstieg mit einem vertretbaren Verlust ermöglichen – doch bislang hat die Aktie dem Bund diesen Gefallen nicht getan.
 
Diese Erfahrung im Hinterkopf wird die Bevölkerung wohl eher gewillt sein, höhere Direkthilfen zu akzeptieren als den Bund mit einer Stimmenmehrheit in den Aufsichtsrat zu schicken.
 
Immerhin hat sich auch Großinvestor und Unternehmer Heinz Hermann Thiele aus München eine Meinung gebildet. Er hat seinen Anteil an Lufthansa von 5 auf 10% erhöht. Auch er geht also davon aus, dass der Bund den Großteil der Hilfe verschenkt und nur einen symbolischen Anteil an der Lufthansa einfordert.
 

Anti-Globalisierung

 
Ich fürchte, eine Erfahrung aus der Coronakrise wird sein, dass die Globalisierung ein wenig zurück gedreht wird. Die Geschäftsreisen werden seltener, Videokonferenzen werden stärker genutzt. Urlaube werden zweimal durchdacht, vielleicht tut es künftig auch eine Reise in die nähere Umgebung. Die Luftverkehrszahlen aus dem Jahr 2019 werden meiner Einschätzung nach in den kommenden Jahren erst einmal unerreicht bleiben.
 
Entsprechend ist also auch nicht zu erwarten, dass die Lufthansa nach einem kleinen Schluckauf durch die Coronakrise schon bald wieder auf ihr ursprüngliches Geschäfts- und damit auch Aktienkursniveau zurückkehren wird. Vielmehr wird man den Konzern schmerzhaft an die geschrumpften Märkte anpassen müssen.
 

Kurseinbruch nicht schnell aufholbar

 
Die Aktie ist von 15 Euro Ende Februar auf nunmehr 9 Euro um 40% eingebrochen. Doch schon Ende Februar war die Lufthansa aufgrund der Überkapazitäten im europäischen Luftraum nur ein Schatten ihrer selbst: Anfang 2018 stand die Aktie noch über 30 Euro.
 
37 Mrd. Euro Jahresumsatz führten 2019 zu einem Gewinn (EBITDA) von 4,7 Mrd. Euro. Nach Steuern und anderen Effekten blieben noch 2 Mrd. Euro übrig. Bei einem aktuellen Marktwert von knapp über 4 Mrd. Euro bräuchte die Lufthansa nur zwei Jahre, um Ihr Aktieninvestment in Form von Gewinnen vollständig zurückzuzahlen..., wenn die Krise nicht wäre.
 
Die Nettoverschuldung beträgt 6 Mrd. Euro. Die Bewertung ist damit so niedrig, dass Unternehmer Thiel offensichtlich Chancen sieht. Bei 36 Mrd. Euro Jahresumsatz und ordentlicher Gewinnmarge in normalen Zeiten hat die Lufthansa sicherlich noch einigen finanziellen Spielraum, um die Kosten der Krise zu stemmen.
 

Fazit

 
Den Zahlen zufolge muss man also in Lufthansa investieren. Vor dem Hintergrund der bislang unüberschaubaren weiteren Entwicklung der Coronakrise darf man in Lufthansa nicht investieren.
 
Ich würde zu diesem Zeitpunkt die Entscheidung wie folgt treffen: Es gibt genügend Aktien, die unberechtigt im Rahmen der Ausverkaufswelle in den Abgrund gerissen wurden, obwohl deren Geschäft kaum oder gar nicht von der Krise betroffen ist, teilweise sogar davon profitieren könnte. Warum soll ich da dieses (politische = unberechenbare) Risiko eingehen?
 
Interessante Anlageideen arbeite ich in meinem Heibel-Ticker aus, schauen Sie doch mal rein. Wenn ich Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten soll, melden Sie sich doch einfach und unverbindlich für meinen kostenfreien Börsenbrief Heibel-Ticker an.
 
 
 
 

ÜBER DEN AUTOR: STEPHAN HEIBEL

 
Stephan Heibel ist Autor und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefes, der wöchentlich kostenfrei per E-Mail verschickt wird. Darin werden die Hintergründe zu Kursbewegungen an den Finanzmärkten aufgezeigt und erklärt. Interessante Tradingideen werden daraus abgeleitet. Sie können sich unter http://www.heibel-ticker.de unverbindlich eintragen. 
 
Take Share,
Stephan Heibel
 
Quellen:
Kurse von finance.yahoo.com, Bilanzdaten und Geschäftsdaten stammen aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens sowie von der IR-Abteilung 

Deutsche Lufthansa AG Aktie

8,85 €
10,30 %
Die Deutsche Lufthansa AG Aktie hat heute starke Gewinne von 10,30 % aufzuweisen.
Aktuell gibt es mit 25 Buy-Einschätzungen und 9 Sell-Einschätzungen ein positives Sentiment für die Deutsche Lufthansa AG Aktie.
Dadurch ergibt sich bei einem Kursziel von 14,00 € ein stark positives Potenzial von 58,26 % im Vergleich zum aktuellen Kurs von 8,85 € bei Deutsche Lufthansa AG.
Like: 3
Teilen

Ich bin als Börsenprofi seit über 20 Jahren erfolgreich als Börsenbrief Autor aktiv. Ich gebe mit meinem Heibel-Ticker einen wöchentlichen Einblick in die aktuelle Finanzwelt. Privatanleger profitieren von meinen verständlichen Analysen, fundierten Kenntnissen und meiner unabhängigen Meinung. Ich analysiere international, biete diversifizierte Empfehlungen und arbeite stets aktuell und druckfrisch.

Mein Heibel-Ticker ist stark diversifiziert und bietet Informationen von Gold & Anleihen über den Dividendenbereich hin zu Wachstumsaktien und Spekulationen. Alle relevanten Regionen unserer Erde betrachte ich, ein leichter Schwerpunkt liegt auf Deutschland und den USA. Meine Risikoneigung reicht von konservativ bis spekulativ. Alle Wirtschaftsbereiche und Branchen werden beachtet.

Für mich ist es wichtig, dass meine Leser die Finanzwelt und deren Einfluss auf die Aktienbörse verstehen. Nur so können frühzeitig neue Trends erkannt werden und die Vermögensanlage entsprechend angepasst werden. Als Diplom-Volkswirt durchleuchte ich die komplizierten Zusammenhänge so lange, bis ich eine schlüssige und leicht verständliche Erklärung gefunden habe.

Ich zeichne mich durch meine Vernetzung innerhalb der Branche sowie direkten Kontakt mit meinen Lesern aus. Ich kenne ihre vielfältigen Probleme und Fragen und liefere gezielt Lösungen und Antworten. Meine Kunden danken mir dies mit langfristiger Treue. Für einen ersten Einblick in den Heibel-Ticker kann das 6-wöchige Schnupperabo genutzt werden.

https://www.heibel-ticker.de/empfehlung?id=108&refID=58



Kommentare

Du kannst diesen Artikel nicht kommentieren, da du deinen Account noch nicht bestätigt hast oder geblockt wurdest. Sollte du das für einen Fehler halten, kontaktiere uns bitte. Mehr anzeigen