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McDonalds Aktienanalyse: Eine ungewöhnliche Geschichte über Immobilien und Digitalisierung


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▲ McDonalds ist die #1 Fast-Food Kette der Welt. Umsatz wird mit Franchising (93%) und eigenen Restaurants (7%) erwirtschaftet. Trotz starker Konkurrenz, veganen Trends, und rückgängigem Umsatz schafft es das Unternehmen, die Gewinnmarge seit Jahren zu erhöhen. Wie schafft McDonalds das? Immer mehr Restaurants werden an Franchisenehmer weitergegeben und nicht selbst betrieben. Durch Miete und Lizenzgebühren erwirtschaftet McDonalds einen planbaren und stabilen “Abo-Umsatz”, der noch dazu hoch profitabel ist. Die Gewinn-Marge der selbst operierten Restaurants hingegen ist deutlich geringer. Wie sind die langfristigen Perspektiven des Giganten? Wird das Franchisesystem bestehen bleiben und kann sich McDonalds gegen aufstrebende Konkurrenz wie Burger King, Subway, KFC, … durchsetzen? Ist die McDonalds Aktie kaufenswert? In dieser McDonalds Analyse finden wir es gemeinsam heraus.

 

AlleAktien-McDonalds-Logo

Aktienanalyse McDonald’s
Hauptsitz Chicago, USA 🇺🇸
ISIN US5801351017
WKN 856958
Preis 185 USD
Ausstehende Aktien 746 Mio.
Marktkapitalisierung 138,01 Mrd. USD
Nettoverschuldung 33,22 Mrd. USD
Enterprise Value 171,23 Mrd. USD
Free Cash Flow-Rendite 3.07.2020 4,2%
Free Cash Flow-Rendite 2021 4,5%
Dividendenrendite 2020 2,7%
Datum 03.07.2020

Überblick: McDonalds ist größtes Fast Food Imperium weltweit

  • Führendes Fast-Food Konzept. Kaum eine andere Kette führt so erfolgreich und konstant ein Franchise wie McDonalds. Das Fast Food Imperium hat sich in 119 Ländern ausgebreitet und betreibt weltweit 39.000 Restaurants. Das ist eine enorme Herausforderung: Die Standards sollen überall gleich hoch sein. Konsistent. Das Unternehmen führt 93% der Restaurants als Franchise und nur 7% werden selbst geführt. Durch schnellen Service und einheitliches sowie preiswertes Essen (Burger, Pommes, und Kaffee) wächst das Franchise immer weiter.
  • Immobilien als sicherer Anker. Was kaum einer weiß: das Unternehmen besitzt Immobilien im Wert von insgesamt 39 Mrd. USD an den attraktivsten Standorten weltweit: London, New York, Singapur und Hongkong. Es ist davon auszugehen, dass der aktuelle Wert höher ist als der Kaufpreis, da McDonalds früh und günstig eingekauft hat. Wie der Gründer Ray Kroc einmal Harvard Studenten sagte: “McDonalds ist nicht im Hamburger Geschäft, sondern im Immobilienbusiness tätig.”
  • Digitalisierung als Gewinntreiber. McDonalds transformiert die Restaurants radikal. Innerhalb wenigen Jahren ersetzen digitale Kiosks Mitarbeiter, man kann über eine App bestellen und Lieferungen nach Hause werden eingeführt. Durch Digitalisierung wird das Unternehmen kostensparender, effizienter und kann sich schneller anpassen.
  • Ist McDonalds kaufenswert? Wir finden es gemeinsam heraus. Ich nehme dich jetzt mit in meine McDonalds Analyse »

 

Als kritischer (aber treuer) Investor lasse ich mir das nicht entgehen: Ein Mittagessen zu reinen Analysezwecken. Hier in Frankfurt am Main. Mit dem neuen “Special Salsa Avocado Burger”. Per App bestellen, hinsetzen, essen. Gute Produkte haben sie. Jetzt finden wir heraus, ob sie auch ein gutes Investment sind.

Kapitel

  1. Geschäftsmodell
  2. Bewertung
  3. Risiken
  4. Fazit

 

Podcast zur McDonald’s-Aktienanalyse

 

Aktienkurs der McDonald’s Aktie

 

1. Geschäftsmodell der McDonald’s Aktie

Alle Abschnitte aus-/einklappen

Unternehmensgeschichte, Mission, Management und Aktionärsstruktur

Kurze Unternehmensgeschichte: Vom Speedee Service System zur #1 Fast Food Kette

▲ Ein McDonalds Store: Die weltbekannten “Bögen” wurden zu dem Logo des Fast-Food Giganten. Der McDonalds Film “The Founder” zeigt den Aufstieg das Unternehmens von einem Burger Laden zum weltweiten Giganten. Ich schaue normal nur 1-2x im Monat einen Film, aber das ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme.

1948 Gründung. Die beiden McDonalds Brüder gründen in Kalifornien den ersten Burger Laden. Geschwindigkeit und Qualität haben sie gleichzeitig priorisiert.

1948 Speedee System & Menü. Das “Speedee Service System” wurde erfunden. Mit diesem System war es möglich, die Wartezeit der Kunden von 30 Minuten auf 30 Sekunden zu reduzieren, eine Weltneuheit. Ebenso wurde Selbstbedienung eingeführt. Das Menü wurde auf die 9 am häufigsten verkaufte Produkte reduziert: Hamburger, Cheeseburger, Soft Drinks, Milch, Kaffee, Pommes, Kuchenstück.

1953 Goldene M. Die berühmten “Golden Arches” (Deutsche: Goldene Bögen) werden erstmals bei einem Restaurant in Phoenix gezeigt. Diese werden zum Zeichen des Fast-Food Giganten.

1955 Ray Kroc. Eigentlich will Ray Kroc nur seine Multimixer verkaufen, als er die McDonalds Brüder und ihr Konzept kennen lernt. Er ist fasziniert von dem Restaurant und übernimmt das Konzept: Er erfindet das Franchising System. Er hat den Plan 1.000 Restaurants in den USA zu gründen. Später prägt er die Prinzipien des Restaurants:

QSS: Qualität, Service und Sauberkeit

 

▲ McDonalds Urvater Ray Crok übernimmt das Restaurant Konzept der McDonalds Brüder und eröffnet sein erstes McDonalds Restaurant in Illionois.

1968 Big Mac & Expansion. Der wohl berühmteste Burger der Welt wird erfunden. Danach werden die ersten Restaurants in Europa eröffnet. Das Franchising Model ist ein einschlagender Erfolg.

2003 Ich liebe es. Der berühmte Slogan I’m lovin’ it (“Ich liebe es”) wird geprägt. Das Unternehmen führt international ein einheitliches Marketing ein.

I’m lovin it!

 

2020 (heute). Ray Kroc wollte ursprünglich 1.000 Restaurants in den USA eröffnen. Heute hat McDonalds 39.000 Restaurants in 119 Ländern eröffnet. Es ist weltweit die Fast-Food-Kette #1 geworden, mit Abstand zu seinen Konkurrenten. Neue Innovationen wie ein Lieferdienst, das McCafé und digitale Bestellterminals kommen dazu. Heute ist das Unternehmen Symbol der Globalisierung und des amerikanischen Lifestyles. Mehr als 70 Mio. Menschen essen täglich bei dem Giganten. In dem folgenden Video wird die Geschichte des Unternehmens erklärt.

Mission: Schnelles, preiswertes und einheitliches Essen für Jedermann

McDonalds steht für schnelles, preiswertes und einheitliches Essen für Jedermann. Die Produkte soll jeden Kunden glücklich machen. Das Unternehmen verfolgt dabei 4 Leitwerte:

  1. Standard. Jeder Burger entspricht strengen Kriterien. Die Zutaten sind öffentlich einsehbar, jeder Franchisenehmer wird von McDonalds überprüft. Ein einziger Lebensmittelskandal kann dem Unternehmen bereits schaden.
  2. Service. Die Schnelligkeit steht im Mittelpunkt. Er soll den schnellstmöglichen Service erhalten.
  3. Sauberkeit. Der Kunde soll sich in jedem Restaurant wohlfühlen. Dazu gehört eine saubere Umgebung.
  4. Wertschätzung (engl. Value). Jeder Kunde soll wertgeschätzt werden und eine tolle Erfahrung mitgegeben werden.

McDonalds versucht also zum bestmöglichen Preis angemessene Qualität anzubieten. Wie es Michelin Chef Ferran Adria ausdrückt: Die 100 besten Köche der Welt können es für diesen Preis nicht besser machen.

Ferran Adria and the 100 best chefs in the world cannot do better for the priceMichelin Chat Ferran Adria

 

Management: CEO Fokus auf Image & Gemeinschaft

▲ Der neue CEO Chris Kempcinski: Voll digital, voll qualitativ, und gemeinsam mit den Mitarbeitern als Partnern. Das ist seine Mission für McDonalds.

Neuer CEO. Der letzte CEO Steve Easterbrook musste letztes Jahr nach einer Beziehung mit einer Angestellten zurücktreten. Sein Nachfolger Chris Kempcinski hat daraufhin die Firmenkultur geändert, weg von der vorherigen Firmenkultur. Der Harvard Absolvent hat davor bei der Boston Consulting Group gearbeitet und war zuvor verantwortlich für das USA-Geschäft bei McDonalds. Er will am Image der Marke arbeiten und stößt viele Modernisierungen an und fokussiert sich auf Digitalisierung der Restaurants. In seinem Statement an die Mitarbeiter konzentriert er sich auf Möglichkeiten, Gemeinschaft und Lösungen.

Kosteneinsparungen. Seit 2015 hat sich einiges bei McDonalds geändert, es wurde sogar von einem Turnaround gesprochen. Es sollen 500 Mio. USD an Kosten gespart werden. Dafür wurde eine Management Ebene entfernt, was für niedrigere Kosten und eine bessere Kommunikation zwischen Franchisenehmern und McDonalds sorgte. Zusätzlich hat McDonalds frisches Fleisch in den USA eingeführt.

Branchenanalyse: #1 in Food Branche

Branche: McDonalds ist #1 in der internationalen Fast-Food-Branche

▲ 2019 war der Fast Food Markt 648 Mrd. USD groß. mit einem Wachstum von 5,1% innerhalb der nächsten 8 Jahre werden daraus 965 Mrd. 2027. Wachstumstreiber sind Expansion in neue Märkte, steigendes verfügbares Einkommen und höhere Bequemlichkeit. Quelle: AlliedMarketResearch

 

Internationaler Fast Food Markt. 2019 hat der internationale Fast Food Markt 648 Mrd. USD erwirtschaftet. Der Markt wächst mit 5,1% und soll so auf 964 Mrd. USD 2027 wachsen. Besonders schnell wächst der Markt in Schwellenländern wie Indien und in Süd-Ost-Asien (Indonesien, Thailand, Vietnam, Singapur, Hong Kong, Malaysia, …), bis zu 40% p.a. Wachstumsfaktoren für die Branche sind neben der aufsteigenden Mittelschicht auch Faktoren wie Zeitmangel. Immer weniger Menschen haben Zeit selber zu kochen, also kaufen sie schnell einen Burger. Dazu kommt eine wachsende Weltbevölkerung und Expansion in neue Märkte.

McDonalds Marktanteil. Global liegt der Marktanteil von McDonalds bei 15%. Dies errechnet sich durch den Gesamtumsatz aller Restaurants von 100 Mrd. USD geteilt durch den Umsatz des gesamten Marktes von 648 Mrd. USD. In den USA kommt das Unternehmen auf 22%.

Wettbewerber im Vergleich:

Unternehmen McDonalds Restaurant Brands International

BurgerKing

Yum Brands

KFC, Taco Bell, Pizza Hut

Subway Chipotle
Logo AlleAktien-McDonalds-Logo
Umsatz 2019 in Mrd. USD 21,07 5,60 5,59 10,41 5,58
Umsatzwachstum 0,24% 4,59% -1,6% -3,6% 14,83%
Gewinn 2019 in Mio. USD 6.025 643 1.294 X 350
Gewinnwachstum 1,71% 5,07% 16,08% X 98,33%
Restaurants 38.000 18.000 42.500 41.500 2.600
KGV 25 26 24 X 67
Dividende in USD 5 2,02 1,88 X 0
Dividendenrendite 2,78% 2,81% 2,17% X 0

Da Subway eine private Firma ist, sind die Kennzahlen mit einem X versehen.

Burger King

Der nächste Wettbewerber ist Burger King. Das Unternehmen betreibt weniger als halb so viele Restaurants wie McDonalds. Die Marke und Bekanntheit von McDonalds ist höher, ebenso die Dividende. Dafür wächst der Gewinn von Burger King schneller. Beide Unternehmen nehmen sich bezüglich Service, Schnelligkeit und Standards nicht viel. Ich denke nicht, dass Burger King aktuell das Potential hat, McDonalds zu überholen. Dafür wächst es nicht schnell genug und differenziert sich nicht ausreichend.

 

Yum Brands

Zu Yum Brands gehören Taco Bell, KFC und Pizza Hut. Diese sind in Asien besonders stark, in China hat Yum Brands zusammen einen höheren Marktanteil als McDonalds. Besonders dort wächst Yum Brands schnell und profitiert vom wirtschaftlichen Aufstieg der Chinesen. Mehr als die Hälfte des Umsatzes wurde dort erwirtschaftet.

 

Subway

Tatsächlich ist Subway gemessen an Restaurants international die größte Restaurantkette, mit insgesamt 44.000 Standorten. Jedoch erwirtschaften diese gerade mal die Hälfte vom Umsatz von McDonalds. Die Firma ist privat, daher kann die Profitabilität nicht verglichen werden. Subway hat jedoch aktuell viele interne Probleme und Streitigkeiten mit unzufriedenen Franchisenehmern. Subway steckt in einer Krise, 2018 mussten mehr als 1.000 Filialen in den USA geschlossen werden. Eine ehemalige Vorstandschefin sagt zum Unternehmen, dass die Qualität etlicher Filialen sehr gering ist. Damit ist Subway keine große Gefahr für McDonalds.

 

Branchenanalyse nach Porter 

An dieser Stelle führen wir nun ein wiederkehrendes Format ein. Die Branchenanalyse nach Porter.

Seit vielen Jahrzehnten beschäftigt sich der US-Professor Michael Porter mit dem Wettbewerbsgedanken. Seine Überzeugung ist: Profitable Unternehmen erfüllen Kundenwünsche, ohne dabei unnötige Ressourcen zu verschwenden. Porter glaubt: Die Performance eines Unternehmens ist das Resultat aus zwei Faktoren:

  1. Performance der Industrie: Den Five Forces, die alle Unterschiede in der Profitabilität verschiedener Industrien erklären
  2. Performance des Unternehmens: Der Strategie eines Unternehmens, die die relative Profitabilität im Vergleich zur Industrie/Branche erklärt

Die Wettbewerber begrenzen die Profitabilität eines Unternehmens. Je intensiver der Wettbewerb in einer Branche ausgeprägt ist, desto geringer die Profitabilität.

 

Bei der Stärke der Wettbewerbskraft gilt: Ein hoher Wert ist “schlecht” einzustufen: Es gibt viel Konkurrenz.

Wettbewerbskraft Einschätzung Stärke
Existierende
Konkurrenz
  • International starke Konkurrenz: KFC, Burger King, Chick-fil-A, Wendys, Subway
  • Standortnähe
  • Konkurriert auch mit lokalen Restaurants
8/10
Potentielle
Konkurrenz
  • Lokal Restaurant einfach zu eröffnen, aber McDonalds besitzt bereits Immobilien an besten Standorten
  • Hohe Eintrittsbarriere: massive Investitionen in Marketing, Immobilien, Know-How nötig
  • Franchisesystem: Schwer konsistentes System nachzubauen (Digitalisierung, Effizienz, Economy of Scale)
3/10
Ersatzprodukte
  • Aus Bequemlichkeit nichts selber kochen, sondern eher Fast Food
  • McDonalds muss Geschmack der Kunden treffen
5/10
Macht der Lieferanten
  • Marktposition McDonalds, kann Lieferanten aussuchen
  • Viele Lieferanten, schwache Verhandlungsposition, niedrige Wechselkosten
2/10
Macht der Abnehmer
  • Kunden können einfach Restaurant wechseln, wenn unzufrieden, niedrige Loyalität
  • Apps, Delivery, Ökosystem und Discounts erhöhen Kundenbindung
5/10

Fazit zur Branchenanalyse: Wettbewerbskräfte sind mittelstark ausgeprägt 

Die Wettbewerbskräfte sind mittel stark. Die existierende Konkurrenz ist die größte Gefahr für McDonalds. Dies bedeutet, dass McDonalds den Geschmack der Kunden treffen muss, Kosten sparen und sich von den Wettbewerbern absetzen muss. Preis, Schnelligkeit und Konsistenz sind sehr wichtig. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Kunden weiterhin bei McDonalds essen und nicht zu Burger King oder Subway gehen. Am schwächsten ist die Macht der Lieferanten und die Gefahr von potentieller Konkurrenz.

 

Geschäftsmodell von McDonalds in der Detailanalyse

Geschäftsmodell verständlich erklärt: McDonalds verdient Geld mit Franchising und eigenen Restaurants

Was ist Franchising? McDonalds ist das #1 Fast Food Unternehmen der Welt und betreibt 39.000 Restaurants weltweit. Dort werden Essen und Getränke verkauft. McDonalds gehört der Großteil dieser Immobilien. Diese werden an Franchisenehmer vermietet. Diese zahlen zusätzlich zur Miete eine Franchise Gebühr. Der sogenannte Franchisenehmer bezahlt selbst Angestellte, Miete und Betriebskosten.

McDonalds erzielt Einnahmen grundsätzlich aus zwei Quellen:

  1. Franchising: Franchise-Nehmer zahlen eine Lizenzgebühr, die sich aus einem Grundpreis (45.000 USD einmalig für Marke und Marketing), einer Umsatzbeteiligung, und der monatlich anfallenden Miete zusammensetzt. Das interessante hier: McDonalds besitzt in den meisten Fällen das Land und die Immobilien, auf denen sich die Franchisenehmer befinden. Wenn ein Franchisenehmer aus der Reihe tanzt oder Standards nicht einhält, dann wird diesem ganz einfach der Mietvertrag gekündigt und ein neuer Franchisenehmer gesucht. McDonalds erreicht durch diese “Immobilienstrategie” eine enorme Verhandlungsstärke.
  2. Eigene Restaurants: Restaurants, die in komplettem Besitz von McDonalds sind. Diese machen jedoch nur noch 7% aller Restaurant aus. Diese nutzt McDonalds für neue Innovationen und Experimente. Nachdem diese in den eigenen Restaurants erfolgreich waren, werden diese auf alle Restaurants angewandt.

 

1. Franchise Restaurants: Lizenzgebühren in drei Varianten

McDonalds macht 55% des Umsatzes durch hoch profitables Franchising. Es gibt dabei drei Varianten

  1. Traditionellen Franchising: Beim traditionellen Franchising gehört McDonalds die Immobilie. Der Franchisenehmer zahlt monatliche Miete und eine Lizenzgebühr von 4% des monatlichen Umsatzes. Dies ist sehr profitabel für McDonalds, da keine Mitarbeiter bezahlt werden müssen, das Risiko begrenzt wird und der Umsatz ist planbar. Die Marge ist gleichzeitig sehr viel höher. McDonalds behält laut Analysten bis zu 82% dieser Umsätze.
  2. Entwicklungslizenz: Bei der Entwicklungslizenz gehört dem Franchisenehmer die Immobilie. McDonalds erhält also keine monatliche Miete, aber ebenso eine Lizenzgebühr und Anfangszahlung. Diese Lizenzen machen 20% von allen Restaurants aus.
  3. Ausländische Partner: Ausländische Partner machen 17% aller Restaurants aus. Dies sind Partner aus China und Hongkong, die das komplette Geschäft für McDonalds abwickeln.

 

▲ Rechts: McDonalds operiert lediglich 7% der knapp 39 Tausend Restaurants selbst. Der Rest ist aufgeteilt auf traditionelle Franchise, Entwicklungslizenzen und ausländische Partner. Für McDonalds ist das Franchising deutlich profitabler als das Restaurant selber zu betreiben. Links: Die traditionellen Franchise machen mit Abstand am meisten Umsatz, 73%. Auf diese fokussiert sich McDonalds da sie mit diesen am meisten verdienen, Miete und Lizenzgebühren.

 

2. Eigene Restaurants: Hohe Kosten und niedrige Gewinnmarge

McDonalds operiert 7% der Restaurants selber. Diese sind für 45% des Umsatzes verantwortlich, erwirtschaften jedoch nur geringe Gewinnmargen. Analysten gehen von einer Marge von nur 16% aus. Bei diesen muss McDonalds alle Kosten bezahlen, also Angestellte und Material und trägt gleichzeitig ein deutlich höheres Risiko. Das bedeutet, dass Kosten hoch sind und der Gewinn niedrig.

Aus diesem Grund versucht McDonalds bereits seit 2013 die eigenen Restaurants an Franchisenehmer weiterzugeben und sich auf das hoch profitable Franchising zu fokussieren. Dadurch erklärt sich auch der rückgängige Umsatz: obwohl dieser schrumpft steigt die operative Gewinnmarge auf über 42%. Das Unternehmen wird profitabler und konzentriert sich auf das Kerngeschäft Franchising.

 

▲ Seit 2013 hat McDonalds Restaurants weniger selbst betrieben und mehr an Franchising Partner vergeben. 2019 wurden durch die Franchise Restaurants 55% des Umsatzes erwirtschaftet und 45% durch eigene Restaurants. 2013 wurden noch 67% durch eigene Restaurants erwirtschaftet.

 

McDonalds SWOT-Analyse

In der SWOT-Analyse geht es darum, die strategischen Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Gefahren von McDonalds auf den Punkt zu verstehen.

▲ Digitalisierung, Markenliebe und ein stabiles Franchise-System bilden die Basis. Die größten Stärken sind wie oft aber auch die wichtigste Gefahr: Wenn eines von diesen nicht mehr richtig läuft, dann bekommt McDonalds fundamentale Probleme.

Immobilienunternehmen McDonalds: 39 Mrd. USD Immobilien-Portfolio

Wertvolle Immobilien. McDonalds ist in 119 Ländern aktiv und besitzt Immobilien im Gesamtwert von 39 Mrd. USD. Das spannende: dies ist lediglich der Kaufpreis der Immobilien. Da McDonalds Standorte an den beliebtesten Plätzen weltweit besitzt, ist der Marktwert wahrscheinlich noch höher. Diese sind teilweise sehr wertvolle Immobilen. Viele wurden bereits vor 30 Jahren zu einem guten Preis eingekauft.

Stetiger Cashflow und Wettbewerbsvorteil. Seitdem sind die Immobilien Märkte an vielen Hotspots wie Kalifornien, Hongkong und London explodiert. Davon profitiert McDonalds enorm, da diese nun sehr viel wertvoller sind. Das Management hat sich allerdings dagegen entschieden, Teile der Immobilien zu verkaufen, da diese langfristig profitable Standorte sind. Die tolle Lage der Standorte führt zu einem hohen Besucheraufkommen. Die Mieteinnahmen sind ein stetiger Cashflow in die Taschen der Aktionäre. Zusätzlich dazu sind die Immobilien ein entscheidender Wettbewerbsvorteil: die Anzahl der Immobilien ist limitiert. Neue Konkurrenten können diese Immobilien nicht mehr erwerben und McDonalds verdrängen.

 

Ladies and gentlemen, I’m not in the hamburger business. My business is real estate.Gründer Ray Kroc zu Harvard MBA Studenten

 

McDonalds als Digital Leader: Apps, Automatisierung und Lieferdienste

▲ McDonalds auf der Grünen Woche: Digitalisierung der Produkte stehen im Mittelpunkt. Die Vorteile: mehr Konsum, geringere Kosten und effizientere Prozesse steigern den Gewinn. Bildquelle: WUV

Terminals & App. Durch die Einführung der digitalen Bestellterminals wird der durchschnittliche Einkaufswert erhöht. Im Durchschnitt bestellen die Kunden mehr. Gleichzeitig sinkt der Personalaufwand. Dazu kommen die Funktionen der App: Durch Push-Nachrichten kann McDonalds dort kostenlos seine Werbung anzeigen. Die Apps von McDonalds wurden mehr als 60 Mio. mal heruntergeladen. Dazu kommt die Möglichkeit in der App den Lieferdienst zu nutzen. Durch das Ökosystem können Daten gesammelt werden um die Produkte und Preise anzupassen.

Möglichkeiten. Die fortschreitende Digitalisierung bietet McDonalds die Möglichkeit Produkte live auf den Geschmack des Kunden anzupassen. Wenn mehr Kunden Fisch mögen, dann werden neue Fischburger entwickelt. Drive Thrus können abhängig von äußeren Bedingungen wie Wetter, Kauflust und Uhrzeit verschiedene Produkte anzeigen um den Umsatz zu maximieren. Durch Angebote und Discounts in der App können Kunden nachhaltig an McDonalds gebunden werden.

Automatisierte Restaurants. Langfristig kann ich mir vorstellen, dass durch Automatisierung die Mitarbeiter komplett ersetzt werden können. Amazon hat bereits voll automatische Supermärkte eröffnet, dies kann langfristig auch bei McDonalds passieren. Dann macht eine Maschine die Bedienung, den Service und brät den Burger. Auch könnte der Einkaufsprozess schneller ablaufen, wenn das System aufgrund meiner Präferenzen bereits weiß, was ich essen will.

 

▲ Der Markenwert von McDonalds ist um ein Vielfaches größer als das der Wettbewerber. Quelle: Statista

 

Aktuelle Trends im Fast Food Markt: Neue Produkte, Demographie und Expansion

Gesunde Produkte. Immer mehr Konsumenten wollen sich gesund ernähren. Dazu gehört veganes und vegetarisches Essen. Das Bewusstsein in der Öffentlichkeit steigt an und mehr Konsumenten hinterfragen ihren Fast Food Konsum.

Bequemlichkeit & steigende Nachfrage. Seit 1986 ist die durchschnittliche Portion um 124% gestiegen. Und es wird nicht nur mehr bestellt, sondern immer mehr Menschen essen Fast Food. Bevölkerungswachstum, steigendes Einkommen und Bequemlichkeit führen zu einer steigenden Nachfrage nach Fast Food.

Digitalisierung & Lieferung. Immer mehr wird über Apps bestellt, der Drive-Thru wird automatisiert. Dadurch werden mehr Daten gesammelt. Durch diese werden wiederum die Kosten gesenkt und Produkte angepasst. Durch Corona wurde der Trend zur Lieferung nach Hause verstärkt.

Individualisierung & lokale Läden. Ein klarer Trend ist, dass die Essgewohnheiten immer individueller werden. Es gibt keinen einheitlichen Trend mehr. Immer mehr Kunden möchten ihre Burger personalisieren, mit oder ohne Salat, viel oder wenig Fleisch. McDonalds macht mit der Personalisierung der Burger bereits Werbung. Dazu passt auch die Entwicklung, dass immer mehr lokale Läden wie Hans im Glück und kleine Burgerläden wachsen, die andere Angebote als die Fast-Food-Ketten anbieten.

 

Wachstum: McDonalds Strategie beinhaltetet Expansion, Lieferdienste und “Franchisierung”

  1. Geographische Expansion. McDonalds expandiert in neue Märkte. Dazu gehören Wachstumsärkte wie Indien und Süd-West-Asien.
  2. Lieferdienst. McDonalds ist in Lieferdienst-Apps eines der beliebtesten Restaurants.
  3. Digitalisierung. Wie bereits gesprochen wird McDonalds seine App weiterentwickeln und ein digitaleres Umfeld erschaffen.
  4. Franchise. Aktuell werden bereits 93% der Restaurants von Franchisenehmern betrieben. McDonalds Ziel sind 95%, die zu einer höheren Gewinnmarge führen. Die restlichen möchte das Unternehmen selber betreiben. Dort sollen neue Technologien und Experimente ausprobiert werden, die dann auf alle Franchises ausgeweitet werden. Mit diesen 5% soll nicht zentral eine hohe Gewinnmarge erzielt werden, sondern die Standorte weiterentwickelt werden.

Corona Situation: Kurzfristiger Gewinn-Einbruch, langfristiger Profiteur

Ab Juni sind wieder 95% aller McDonalds Filialen geöffnet. Dies bedeutet auch, dass noch 5% geschlossen sind. Das Unternehmen hat einen Umsatzrückgang seit dem letzten Quartal von 30% beschrieben. In den USA ist der Rückgang nur 12% gewesen, international jedoch 53%. Die Amerikaner sind auf Drive-Thru umgestiegen oder haben den Lieferdienst genutzt.

Grund zur Sorge? Das Unternehmen hat weiterhin die Dividende ausgezahlt und hat genügend Rücklagen. Einige Franchisenehmer werden finanziell von McDonalds unterstützt. Langfristig trübt dies jedoch nicht die Aussichten für McDonalds. Durch Corona nutzen immer mehr Kunden die App und bestellen das Essen nach Hause.

 

Fazit zum Geschäftsmodell: Steigende Lizenzgebühren und Mieten durch Franchising

McDonalds wurde 1940 gegründet und brät seitdem Burger für die ganze Welt. Beim Franchisesystem besitzt McDonalds den Großteil der Immobilien und vermietet diese weiter. Dadurch werden planbare und konstante Lizenzgebühren erwirtschaftet. Es ist anzunehmen das die Immobilien von McDonalds deutlich wertvoller sind als der Kaufwert von 39 Mrd. USD. Durch Digitalisierung wird der Umsatz gesteigert, Kosten gespart und neue Kunden dazugewonnen. Zu diesem System kommen immer weitere Restaurants dazu. Die Corona Krise hat den Umsatz kurzfristig beeinflusst, ändert aber nichts an der langfristigen Profitabilität.

Wir wissen jetzt: McDonalds ist ein echtes Qualitätsunternehmen. Aber wie steht es mit der Aktie? Preiswert oder überteuert? Daher folgt jetzt die Bewertung.

 

2. Bewertung der McDonalds Aktie: Gewohnt hoch bewertet

AAQS: McDonalds erzielt 5 von 10 Punkten im AlleAktien Qualitätsscore

McDonalds erreicht als besonders sicherer Bunker nur 5 von 10 Punkten im AlleAktien Qualitätsscore. Punkte fehlen, weil Umsatz- und EBIT-Wachstum unter der 5%-Schwelle liegen. Gleichzeitig hat das Unternehmen auch eine immer stärker werdende Verschuldung: Zur Abzahlung aller Schulden würde McDonalds ca. 3,8 Jahre brauchen. Das ist noch akzeptabel, muss aber genauestens beobachtet werden. Unternehmen, die über der magischen Schwelle von 4 Jahren liegen, rutschen leicht in eine Überschuldung ab.

Umsatzentwicklung: McDonalds mit Umsatzstagnation

▲ Der Umsatz von McDonalds ist seit 2013 konstant zurückgegangen. Dies liegt nicht an einem schlechten Geschäftsmodell. McDonalds hat immer mehr Lizenzen vergeben und weniger eigene Restaurants eröffnet. Durch die Lizenzen und Vermietung lässt sich eine deutlich höhere Rendite erwirtschaften, als durch die Betreibung der Restaurants. Der “unprofitable Umsatz” wird also einfach nur durch “profitablen Umsatz” ersetzt. Das ist das spannende an McDonalds.

 

 

 

▲ Umsatzwachstum auf gleicher Fläche (ohne neue Restaurant-Eröffnung): Wachstum von 5% ist in Takt. Das sieht man nur, wenn man sich den McDonalds-Umsatz ganz genau anschaut.

 

▲ Trotz des stagnierenden Umsatzes steigt der Gesamtumsatz aller Restaurants um ca. 3,1% langfristig an. Dies ist ein wichtiger Indikator von McDonalds. Diese Restaurants arbeiten auch immer profitabler durch die digitalen Angebote und Optimierungen.

 

▲ McDonalds eröffnet jedes Jahr mehr und mehr Restaurants. Vor allem in Südostasien und in Schwellenländern. Dies zeigt, dass es für Franchisenehmer attraktiv ist ein Restaurant zu eröffnen, die Gewinnmarge ist gut. Eine Win-Win-Situation.

 

Gewinnentwicklung: McDonalds mit stabilem Gewinnwachstum

▲ McDonalds EBIT ist über die letzten 10 Jahre um 2,9% gestiegen. Das Unternehmen konnte immer effizienter und kostensparender operieren.

 

▲ McDonalds hat es geschafft den Gewinn je Aktie konstant zu erhöhen. Auch wenn Corona diesen Trend abbricht ändert dies nichts am langfristigen Trend.

 

▲ McDonalds hat es mit dem profitablen Franchisesystem geschafft die operative Gewinnmarge immer weiter zu erhöhen. Diese liegt nun bei 42%, was sehr respektabel für eine Restaurant-Kette ist.

 

Dividenden: Steigende Dividende seit 1976

▲ Seit 1976 hat McDonalds die Dividenden nur erhöht. Die letzten 10 Jahre um 9,9%. Das macht McDonalds zu einem Dividenden Aristokrat.

 

▲ Auch die Dividendenrendite kann sich sehen lassen: Aktuell 3% für ein richtiges Qualitätsunternehmen ist sehr gut.

 

Bilanzanalyse: McDonalds mit stabiler Bilanz

McDonalds hat Nettoschulden von 33 Mrd. USD. Diesen stehen Immobilienvermögen von mindestens 39 Mrd. USD gegenüber.

Beim aktuellen operativen Gewinn von 9 Mrd. USD könnte McDonalds die gesamten Schulden in 3,8 Jahren komplett abbezahlen. Das ist meiner Meinung nach auf den ersten Blick etwas lange, aber noch in Ordnung.

Da die Schulden sehr günstig finanziert sind (mit ca. 2,5% Zins), gibt es auch in der Zinslast aktuell keine Probleme: 1 Mrd. Zinsausgaben pro Jahr können mit den 9 Mrd. operativen Gewinn leicht abbezahlt werden. Die 2,5% Zins sind global gesehen ein sehr attraktiven Zinssatz — nur in Europa und Japan befinden wir uns dauerhaft in dieser extremen “Niedrigzinsphase”.

Die Verschuldung werde ich hier jedoch genau für euch beobachten und euch bei Änderungen informieren.

Bewertung der Aktie: Derzeit unterbewertet?

1. Bewertung im historischen Vergleich: KGV und Unternehmenswert/EBIT

▲ Das KGV ist in den letzten Jahren auf 25 angestiegen. Trotzdem denke ich, dass dies angesichts der langfristigen Entwicklung akzeptabel ist.

 

 

2. Bewertung im historischen Vergleich: Unternehmenswert/Umsatz

 

▲ McDonalds hat über die letzten 10 Jahre konstant Aktien zurück gekauft. Für uns Aktionäre ist das super. dadurch werden unsere Aktien mehr Wert.

 

 

3. IRR-Modell (Internal Rate of Return-Modell)

Langfristig erreichen wir Aktionäre unsere Rendite aus zwei Faktoren: Der Dividendenrendite und dem Kursanstieg. Die langfristige Renditeerwartung der McDonalds

-Aktie berechne ich anhand des IRR-Modells: Dieses Modell unterstellt eine gleichbleibende Bewertung und eignet sich sehr gut, um die zu erwartende Rendite bei einer sehr langen Haltedauer zu ermitteln.

Renditeparameter Rendite
1. Nachhaltiges, organisches Gewinnwachstum pro Jahr ca. 5%
2. Free Cash Flow-Rendite (FCF-Rendite) ca. 4,1%
Summe ca. 9,1%

Wie immer möchte ich dir auch hier meine Annahmen erläutern, damit du meine Berechnungen nachvollziehen kannst.

  1. Organische Wachstumsrate: Der Fast-Food-Markt wächst ca. 5% pro Jahr global. In China, Indien, Indonesien und weiteren Schwellenländern aber deutlich stärker mit 9,5% pro Jahr. Außerdem arbeitet McDonalds als “digital first” Unternehmen immer effizienter, auch wenn der Umsatz stagnieren sollte. Ich rechne konservativ mit 5-6% langfristigem Gewinnwachstum pro Jahr.
  2. Free Cash Flow-Rendite: Beim Durchschnittskurs der letzten 12 Monate von 180 USD pro Aktie ergibt sich eine FCF-Rendite von 4,1%. Für McDonalds ist das ein historisch hoher Wert. Der Durchschnitt der letzten 10 Jahre lag bei ca. 3%.

Damit kommen wir in Summe auf eine langfristige, jährliche Renditeerwartung von ca. 10,1%. 

Das ist eine Renditeerwartung, die sich ziemlich genau im langfristigen Durchschnitt des breiten Aktienmarktes befindet (der S&P 500-Index hat in den letzten 100 Jahren exakt 10% pro Jahr zugelegt). Gleichzeitig ist eine Investition in McDonalds mit eher geringen Risiken verbunden (nichtzyklisches Geschäftsmodell, Gewinn auch in Krisen). Mit einem Potential auf starkes Wachstum in Schwellenländern und neuen Trends. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist besser als das einer Investition in den breiten Markt. Daher ist die McDonalds-Aktie für mich auch kaufenswert.

 

5. Renditeerwartung auf Basis des Einstiegskurses

Wie immer gilt auch diesmal: Je günstiger die Aktie gekauft wird, desto höher ist die Renditeerwartung. Ein erster Einstieg bietet sich beim aktuellen Kurs von 180 USD an. Sofern die Aktie nochmals auf 150 USD und 130 USD zurückfallen würde, könnte man über einen Nachkauf nachdenken.

Renditeerwartung Einstandskurs
ca. 7% p.a. 200 USD
ca. 8% p.a. 200 USD
ca. 9% p.a. 180 USD
ca. 10% p.a. 160 USD
ca. 11% p.a. 150 USD
ca. 12% p.a. 140 USD
ca. 13% p.a. 125 USD
ca. 14% p.a. 115 USD
ca. 15% p.a. 105 USD

 

Fazit zur Bewertung: Kaufen. Liegen lassen

McDonalds ist kaufenswert mit einer Renditeerwartung von ca. 9%. Für Dividenden-Investoren ein absolutes Muss, genau wie auch die Unilever Aktie, die ich erst letzte Woche analysiert habe.

Der Fast Food Markt wächst mit ca. 5% pro Jahr. Mit einer klaren Digital-Strategie und einem soliden Franchise-System rechne ich jedoch damit, dass McDonalds leicht über dem Markt wachsen wird.

McDonalds bietet uns Investoren ein sicheres Unternehmen, mit geringer Verschuldung (Immobilienvermögen steht gegenüber), und gleichzeitig ordentlicher Dividendenrendite von ca. 3%.

 

 

3. Risiken von McDonalds: Franchise, Lebensmittelkandal oder Konkurrenz

Ewigkeitsfaktor: Wie wahrscheinlich ist es, dass es dem Unternehmen in 10 Jahren besser geht als heute?

Ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass es McDonalds in 10 Jahren besser geht als heute auf 95% ein. Faktoren sind der wertvolle Immobilienbesitz, das profitable Franchising Netzwerk, die Markenbekanntheit und das digitalisierte Ökosystem.

 

Risiko 1: Lebensmittelsicherheit — Lebensmittelskandal, Krankheiten oder schlechte Zutaten

Risiko: McDonalds steht in der Öffentlichkeit. Fehler, beispielsweise abgelaufenes Fleisch, Ratten in der Filiale oder ein anderes Haar in der Suppe hat das Potential die internationale Presse ins Spiel zu bringen. Wie bereits bei anderen Marken sichtbar, kann dies zu einem Boykott der Firma führen.

Einschätzung: In der Vergangenheit konnte sich McDonalds erstaunlich gut disziplinieren und hat einheitliche Standards vorgewiesen. Das Unternehmen hat es geschafft gut mit Skandalen umzugehen. McDonalds hat es geschafft in 39.000 Filialen klare Vorgaben durchzusetzen und die Manager in einer eigenen Hamburger Universität geschult. All dies soll dafür sorgen, dass Skandale vermieden werden. Denn ein Skandal reicht aus, um das gesamte Image von McDonalds zu beschmieren und damit den Umsatz aller anderen Restaurants beeinflussen. Hier passt McDonalds genau auf. Dies sagt aber noch nicht so viel über die Zukunft aus. Wenn es zum nächsten Skandal kommt, denke ich, dass das Unternehmen kreativ und offen damit umgehen wird und das Schlimmste abwenden kann. Ich denke nicht, dass es zu einer langfristigen Schädigung der Marke kommt, sondern nur kurzfristigen Einfluss hat.

 

Risiko 2: Franchisesystem bricht zusammen 

Risiko: Die Interessen der Franchisenehmer und von McDonalds gehen stark auseinander. Die Franchisenehmer wollen bessere Konditionen, sind nicht zufrieden mit den Änderungen von McDonalds und boykottieren die Kette.

Einschätzung: Bei Subway konnte man ebendies beobachten. Die Vorstellungen der Franchisenehmer und des Unternehmens gingen stark auseinander. Die Folge: knapp 1.000 Rechtsstreite zwischen den Parteien, keine klaren Vorgaben mehr und schlechte Kommunikation. Strarbucks musste unter anderem deshalb mehrere Tausend Filialen schließen. Wie sieht es bei McDonalds aus? Es gab lediglich einen einzigen Streit zwischen McDonalds und Franchisenehmer. Andererseits haben sich innerhalb der letzten Jahre Interessengemeinschaften unter den Franchisenehmern gegründet. Diese vertreten dann die Interessen von mehreren Hundert Franchisenehmern. Ich denke, dass das Risiko gering ist. Bisher hat McDonalds großen Wert auf die Gemeinschaft und Kommunikation mit den Partnern gelegt. Zusätzlich dazu haben auch die Franchisenehmer kein Interesse an einem Boykott, da sie selber davon am stärksten betroffen sind. Es ist jedoch eine sehr wichtige Aufgabe für das Management gute Beziehungen zu den Franchisenehmern aufrecht zu erhalten.

 

Risiko 3: Konkurrenz verdrängt McDonalds vom Fast Food Thron

▲ Der Fast Food Markt ist hart umkämpft. Zu internationalen Ketten gehören Subway, Burger King und Wendy’s. Dazu kommen viele kleine, lokale Restaurants. Kann sich McDonalds langfristig durchsetzen, oder wird es von einem schneller wachsenden Konkurrenten überholt? Bildquelle: Coldwell Banker Commercial

Risiko: Schneller wachsende Konkurrenten treffen den Geschmack der Konsumenten besser. Sie ziehen immer mehr Kunden an, wachsen schneller und verdrängen McDonalds.

Einschätzung: Ich schätze dieses Risiko als gering ein. Da die Konkurrenz nicht nur die großen Ketten sind, sondern auch viele kleine Bürgerläden. Der Markt ist hart umkämpft. Jedoch auch im schlimmsten Fall, wenn eine Kette unerwartet besonders schnell wächst wird sie McDonalds nicht verdrängen können. Denn McDonalds besitzt immer noch die entscheidenden Immobilien an den wichtigsten Standorten der Welt. Diese kann man dem Unternehmen nicht wegnehmen. Ohne diesen Standorten wird es schwierig überhaupt erst eine annähernde Größe wie McDonalds zu erreichen. In einem solchen Szenario müsste McDonalds selber aufhören zu wachsen, der Konkurrent muss enorme Investitionen machen und wie durch ein Wunder eine bekanntere Marke als McDonalds aufbauen. Ich halte dies für relativ unrealistisch.

 

Risiko 4: McDonald’s verpasst die aktuellen Konsumententrends

▲ McDonalds steht für ungesundes, fettiges Essen. Was wenn das niemand mehr essen will? Kann sich das Unternehmen anpassen und das Image ändern? Bildquelle: Handelsblatt

Risiko: McDonald’s passt sich nicht neuen Trends an und macht keine gesunden Produkte. Die Konsumenten wollen gesundes Essen und gehen deshalb zu Konkurrenten. 

Einschätzung: Dieses Risiko schätze ich als gering ein. McDonalds muss lediglich die Daten auswerten und ihre Produkte dementsprechend anpassen. Dies haben sie bereits in der Vergangenheit bereits gemacht, wenn auch nicht ausreichend. Dazu kommen starke Gewohnheiten der Kunden, die sich nur langsam ändern. Dazu kommt McDonalds Marke und Sichtbarkeit. Das Unternehmen ist an so vielen wichtigen Standorten vertreten, dass die Kunden es nicht ignorieren können.

 

 

4. Fazit zur McDonald’s-Aktienanalyse: Kaufen. Liegen lassen. Dividenden kassieren.

Ich halte McDonald's für kaufenswert

McDonalds ist der größte Fast Food Konzern der Welt. Durch das profitable Franchisesystem werden planbare Cashflows generiert. Die Bilanz ist solide und durch Immobilien abgesichert. Das Unternehmen ist nicht zyklisch, also krisenresistent. Die Dividende wird verlässlich ausgezahlt. Das gefällt mir alles sehr gut.

Die Bewertung ist mit einem KGV von ca. 24 gewohnt hoch, aber absolut akzeptabel. Ich denke sogar, dass die Investoren aktuell den “Corona Crash” immer noch zu stark einpreisen. Man kann aktuell mit einer Rendite von 9% rechnen und einer Dividenden-Rendite von 3%. Für ein “sicheres” Qualitätsunternehmen ein sehr guter Deal. Wo sonst bekommt man in Deutschland “annähernd sichere” 9%?

Das größte Risiko von McDonalds sind potentielle Lebensskandale oder auch ein Streit mit den Franchise-Nehmern. Diese könnten sich zusammenschließen und gemeinsam wie in einer Gewerkschaft verhandeln.

Ich halte McDonalds für langfristige Investoren auch jetzt bereits als kaufenswert (180 USD), und bei Schwäche würde ich sofort nachkaufen (alle -30 USD, also bei 150 USD und 120 USD).

McDonalds ist eine hervorragende Aktie für eine solide Dividendenstrategie, bei der der langfristige Fokus auf Qualität im Vordergrund steht. Gerade bei vermögenden Kunden, die ihr Vermögen schützen und weitergeben wollen, lohnt sich McDonalds mehrfach.

Buy and Hold. Kaufen und halten. Liegen lassen. Sofort nachkaufen, sobald sich die Chance bietet. Einmal gekauft, nicht mehr hergeben.

 

Liebe Grüße,
Michael C. Jakob
AlleAktien Gründer und Geschäftsführer

 

Quellen & Links

Beschreibung
McDonalds Investor Relations Webseite
McDonalds Investor Präsentation Q1 2020
McDonalds Geschäftsbericht 2019
Investopedia: How McDonalds makes money
FourWeekMBA McDonalds Franchise Model In A Nutshell
Marketrealist: Analyzing McDonald’s Franchise Agreement and Structure
Marketscreener: McDonald’s Corporation Financials

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McDonalds Corp. Aktie

192,80 €
-0,60 %
Leicht abwärts geht es heute für die McDonalds Corp. Aktie. Seit gestern notiert das Papier um -0,60 % tiefer.
Des weiteren hat McDonalds Corp. derzeit 9 Buy-Einschätzungen und 1 Sell-Einschätzungen durch unsere Community zu Buche stehen.
Bei einem Kursziel von 201,00 € ergibt sich ein leicht positives Potenzial von 4,25 % im Vergleich zum aktuellen Kurs von 192,80 € für McDonalds Corp..
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