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Coinbase Aktie: Kosten laufen aus dem Ruder


Die Aktie von Coinbase hat wie viele andere Technologieaktien in den vergangenen Monaten einen schlimmen Crash hingelegt. Seit den anfänglichen Kursen beim IPO vor gerade mal 13 Monaten hat das führende Unternehmen der Krypto-Industrie mittlerweile weit über 80% an Wert verloren.

,https://aktien.guide/aktien/Coinbase-Global-Inc-US19260Q1076

Ich hatte Coinbase im Sommer letzten Jahres als vermeintlich bessere Alternative zu einem direkten Investment in Bitcoin und Co. ins Depot genommen. Es war beabsichtigt, die Aktie des "Krypto-Schaufelverkäufers" langfristig zu halten. Hier eine kurze Zusammenfassung der Gründe, die mich jetzt dennoch dazu bewegt haben, die Coinbase Aktie mit hohem Verlust zu verkaufen.

Coinbase Zahlen zum Q1 2022

Coinbase hat miserable Zahlen für das 1. Quartal 2022 vorgelegt. Ich hatte ja angesichts der Kursrückgänge bei den Kryptowährungen mit schwachen Zahlen und einem Verlust gerechnet. Aber die Höhe der roten Zahlen und vor allem der Umgang des Managements mit der schwierigen Situation hat mich dann doch erstaunt.

Die Umsatzentwicklung bei Coinbase im Q1 2022 ist mit einem 27% Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal auf $1,165 Mrd. wenig überraschend. Denn 87% der Umsätze kommen (noch) aus dem Handel mit Kryptowährungen. Daher ist klar, dass der Coinbase Gesamtumsatz stark mit den Entwicklungen der wichtigsten Krypto-Kurse korreliert.

,Quelle: Coinbase Shareholder Letter Q1 2022

Was mich hingegen wirklich negativ überrascht hat, das ist die jüngste Kostenentwicklung:

Die operativen Kosten bei Coinbase haben sich in den letzten 12 Monaten mehr als verdoppelt. Sie waren in fast allen Bereichen höher als ich erwartet hätte: Die Transaktionskosten betrugen zuletzt 24% vom Umsatz (Vj 15%), die Kostenquote für Technologie und Entwicklung betrug im Q1 2022 fast 50%. Auch die G+A Kosten (Verwaltungs- und Compliance) sind im letzten Quartal nochmals regelrecht explodiert und haben sich gegenüber Vorjahr mehr als verdreifacht.

,Quelle: Coinbase Shareholder Letter Q1 2022

Alleine im letzten Quartal wurden mehr als 1.200 Mitarbeiter neu eingestellt, die Anzahl der Coinbase Mitarbeiter hat sich in den letzten 12 Monaten damit ebenfalls mehr als verdreifacht.

Diese Daten belegen was der CEO Brian Armstrong auch im Analystencall nochmals bestätigt hat:

“We’re greedy when others are fearful."

Soll heißen: Mit den noch üppigen Cash Reserven von über $6 Mrd. im Rücken (Stand Ende Q1) investiert Coinbase auch weiterhin äußerst aggressiv in zukünftiges Wachstum. Das Management akzeptiert damit, 2022 hohe operative Verluste auszuweisen. Zumindest falls die Schwäche der Krypto-Märkte in einem Umfeld von Inflation, Zinsanstieg und möglicher globaler Rezession weiter anhält.

Im Q1 2022 stand für Coinbase unterm Strich trotz eines marginal positiven Adjusted EBITDA ein Nettoverlust von $430 Mio. Die Cash Reserven verringerten sich innerhalb eines einzigen Quartals um ca. 1 Mrd. USD!

Das laufende 2. Quartal 2022 dürfte sogar noch trüber aussehen, da der Umsatz nochmals sinken könnte und die Ausgaben weiter kräftig gesteigert werden - anstatt auf die Kostenbremse zu treten.

Ein finanzielles Ziel von Coinbase für das Gesamtjahr 2022 ist es, den Adjusted EBITDA Verlust auf $500 Mio. zu begrenzen. Das könnte bei anhaltend miesem Krypto Umfeld dann durchaus auf einen Nettoverlust von $2 Mrd. bei einem Umsatz von ca. $4 Mrd. für 2022 hinauslaufen.

Der CEO Brian Armstrong als Krisenmanager

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Ich bin Diplom-Wirtschaftsmathematiker und investiere seit über 30 Jahren in Aktien. Seit 2017 habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und bin nun Full-Time-Investor.

Auf dem Blog https://www.high-tech-investing.de und in meinem kostenlosen Newsletter veröffentliche ich wöchentlich Kommentare zum High-Tech Stock Picking wikifolio. Hier kannst Du den Newsletter abonnieren: https://www.high-tech-investing.de/newsletter

Für mehr als 20 Jahre war ich in der Softwarebranche zuhause und habe nach vielen Jahren der Selbständigkeit mein eigenes Unternehmen in 2013 an einen US-Softwarehersteller verkauft. Regelmässige Aufenthalte im Silicon Valley haben meinen Einblick in die High-Tech-Szene insbesondere im Software- und Internetsektor wesentlich verbessert. Daher beschäftige ich mich auch intensiv mit den meist an der NASDAQ gehandelten Tech-Werten.

Ich bin kein Trader, sondern möchte vielmehr langfristig beweisen, dass man mit einem unternehmerischen Investment-Ansatz den Gesamtmarkt nachhaltig outperformen kann. Meine fundamental orientierte Anlagestrategie ist vor allem für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet, ich empfehle einen Anlagehorizont von mindestens 5-7 Jahren.


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