DE0007162000
Aktie:

K+S AG


Empfehlungen: Ø Kursziel BUY SELL
Mitglieder Mitglieder (30): Ø 64,82 € Verhältnis Kursziel zum aktuellen Preis - Potential: +102.58%
Analysten Analysten (14): Ø 63,65 € Verhältnis Kursziel zum aktuellen Preis - Potential: +98.92%
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Kurs Ziel Prognostizierte Kursänderung im Verhältnis zum aktuellen Kurs 90,00 €
09.09.2008 Update der Empfehlung
Einstiegskurse bei K+S

Der gegenwärtige Kurseinbruch bei K+S ist im wesentlichen sentimentgetrieben, er korreliert einfach mit dem Einbruch an den Rohstoffmärkten. Fundamental ist das nicht nachvollziehbar:

1. Kali wird nicht an den Terminmärkten gehandelt, daher gibt es weder Spekulationsblasen noch Leerverkäufe. Die Preise sind echt und schwanken kaum.

2. Auch wenn die Preise der Agrarrohstoffe fallen, braucht die Landwirtschaft Kalidünger. Eine steigende Nachfrage gilt aufgrund des Bevölkerungswachstums, des steigenden Fleischkonsums und des Anbaus von Biokraftstoffen als sicher. Experten erwarten bis 2020 annähernd eine Verdopplung. Konjunkturelle Einflüsse spielen dabei kaum eine Rolle.


3. Der Ausbau der Kapazitäten wird mit der steigenden Nachfrage nicht mithalten können, da die Erschließung von Kaliminen langwierig und teuer ist.

4. Der steigende Dollarkurs und der Rückgang des Ölpreises schlagen bei K+S direkt auf die Gewinne durch, da Kali auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird und der Abbau und der Transport sehr energieaufwändig sind.

Es gibt nach meiner Ansicht im Moment keine deutsche Aktie, die ähnlich unterbewertet ist und ein vergleichbar günstiges Chance-Risiko-Profil bietet. Es geht aus charttechnischer Sicht vielleicht noch bis 55 Euro runter, aber danach dürfte die Post abgehen...


Im Handelsblatt gab's übrigens am 1. September ein lesenswertes Interview mit K+S-Chef Norbert Steiner:


K+S: „Die Grenzen nach oben kennt keiner“

von Siegfried Grass, Siegfried Hofmann

K+S dürfte in wenigen Wochen in den Dax aufgenommen werden. Der steigende Kali-Preis kommt Vorstandschef Norbert Steiner dabei sehr zupass. Er prognostiziert einen langen Boom.

Herr Steiner, die K+S AG hat ihren Börsenwert seit Anfang 2007 mehr als vervierfacht und wird in wenigen Wochen wohl in den Dax-30 aufsteigen. Haben Sie den Champagner schon kalt gestellt?

Wir müssen erst einmal die Entscheidung der Deutschen Börse abwarten. Wenn es tatsächlich so kommt, wäre das ein schöner Erfolg für uns - aber auch eine riesige Herausforderung. Wir würden uns dann in einem völlig anderen Umfeld wieder finden und wohl noch stärker beachtet aber auch beobachtet werden.

Nach dem stürmischen Aufstieg in den letzten beiden Jahren dürfte eine der Herausforderungen darin bestehen, die Investoren noch von weiteren Wachstumsperspektiven zu überzeugen.

Wir wollen weiter wachsen, das ist in der Tat eine Herausforderung für uns. Unser Leitmotiv ist ja "Wachstum erleben". Unsere Produkte sind für das Wachstum von Pflanzen und auch viele industrielle Prozesse unverzichtbar. Ich bin zuversichtlich, dass wir weiter wachsen - auch mit Blick auf unser Geschäft und die Bewertung des Unternehmens.

Gewachsen ist K+S in letzter Zeit vor allem dank der Preisexplosion bei Kalidünger. Wie nachhaltig ist diese Entwicklung?

Die Preisentwicklung spielte in den vergangenen beiden Jahren eine zentrale Rolle. Wir gehen wie die meisten Marktbeobachter davon aus, dass sich die Marktsituation nicht grundlegend ändern wird. Die Kali-Nachfrage dürfte in den nächsten Jahren weiterhin um drei bis fünf Prozent pro Jahr wachsen und wird damit wohl die derzeit absehbaren Produktionserweiterungen voll absorbieren.

Die Preise werden also weiter steigen?

Die Ankündigung für Preise von 1 000 Dollar je Tonne Kali kam vielleicht etwas früh, aber zum Jahresende könnte das eine breit etablierte Preisbasis sein, gegenüber 400 Dollar zu Beginn des Jahres und rund 150 Dollar im Jahr 2004. Selbst wenn es danach nicht mehr steil nach oben gehen sollte, läuft das neue Preisniveau darauf hinaus, dass wir 2009 deutlich höhere Durchschnittspreise sehen werden als im laufenden Jahr.

Wo ist denn die Grenze nach oben?

Das weiß keiner. Aber wir gehen davon aus, dass die Nachfrage aus der Landwirtschaft auf absehbare Zeit sehr stark bleiben wird. Sie müssen sehen, dass sich die Erträge im Agrarsektor in den letzten Jahren ebenfalls deutlich verbessert haben, und damit auch die Effizienz des Düngemitteleinsatzes. Die Kosten für Düngemittel in der landwirtschaftlichen Produktion bewegen sich bei etwa 20 Prozent der Gesamtkosten. Die Landwirte können ihre Ertragschancen letztlich nur mit Hilfe einer optimalen Düngung nutzen. Dazu sind Kalidüngemittel unerlässlich.

Der rasante Anstieg lässt vermuten, dass auch spekulative Effekte eine wichtige Rolle spielen.

Für unsere Produkte gibt es keine Warenbörsen und damit auch kaum Möglichkeiten für spekulative Investoren. Der Preis bildet sich allein im Markt, ganz simpel durch Angebot und Nachfrage. International verbreitete Spezialzeitschriften und Informationsdienste zeichnen jede Bewegung auf und sorgen damit für Transparenz. Die Visibilität ist damit in unserem Markt sicherlich größer als in vielen anderen Märkten.

Was hat denn dann die Preisexplosion ausgelöst?

Sie müssen sehen, dass wir aus völlig anderen Marktverhältnissen kommen. In den 90er-Jahren wurden zahlreiche Kaliminen aufgegeben. Und noch vor vier bis fünf Jahren war der Markt von Überkapazitäten geprägt. Das heißt, bis vor kurzem war auch niemand in der Welt bereit, in neue Kapazitäten zu investieren. Daher haben wir in den letzten fünf Jahren weltweit keinen nennenswerten Kapazitätszuwachs gehabt - und werden ihn auch in den gegenwärtigen Anlagen nicht bekommen. Auf der anderen Seite wurde erkannt, wie wichtig Düngemittel sind, um die Weltbevölkerung zu ernähren. Die starke Nachfrage nach Lebensmitteln und Biorohstoffen sorgt für einen deutlich steigenden Bedarf an hochwertigen Düngemitteln.

Bei Produktionskosten von 100 bis 150 Dollar je Tonne besteht theoretisch enormer Anreiz zum Ausbau der Produktion. Müssen Sie nicht über kurz oder lang neue Überkapazitäten fürchten wie in den 90er-Jahren?

Die Produktionskosten sind international sehr unterschiedlich und nur ein Teil der Wahrheit: Die Ware muss ja auch zum Kunden. Da die internationalen Kaliproduzenten keine Angaben machen, will ich mich dazu auch nicht äußern. Allerdings bieten die derzeit aktiven Anlagen praktisch keinen Spielraum mehr für höhere Produktionsmengen. Und ein neues Kali-Bergwerk lässt sich nicht mal so eben aus dem Boden stampfen. Dazu sind umfangreiche Investitionen erforderlich. Wir kennen die Ankündigungen von Kapazitätserhöhungen für die nächsten fünf Jahre und sehen nicht, dass daraus signifikante Überkapazitäten entstehen könnten. Das jährliche mengenmäßige Wachstum liegt derzeit bei etwa vier Prozent. Das entspricht bei einer derzeitigen Weltjahresproduktion von gut 60 Mill. Tonnen zwei bis drei Millionen Tonnen oder einer bis eineinhalb große Minen, die jedes Jahr neu ans Netz gehen müssen. Und das bei der Annahme, dass von den bestehenden Bergwerken keines ausfällt. Das ist eine gewaltige Herausforderung. Wir sind daher davon überzeugt, dass die aktuelle Marktsituation für den überschaubaren Zeitraum von fünf Jahren bestehen bleibt.

Welche Expansions-Möglichkeiten bieten sich in diesem Umfeld für K+S?

Wir haben im Verlauf der letzten zehn bis 15 Jahre unsere Produktion und unser Produktprogramm deutlich erweitert. So etwa durch die Optimierung unserer Kalibergwerke, den Erwerb des Stickstoffdüngemittelgeschäfts der BASF Anfang des Jahrzehnts und die Übernahme des chilenischen Salzproduzenten SPL im Jahr 2006. Im Kali-Bereich haben wir das Ziel, unseren Marktanteil von mehr als zehn Prozent langfristig mindestens zu halten. Kurz: Wir wollen unsere Produktion ausbauen.

Zuletzt war Ihre Kali-Produktion aber leicht rückläufig. Wie weit reichen die Reserven von K+S denn noch?

In unseren Bergwerken ist noch einiges an Vorkommen vorhanden. Die Vorräte dürften im Schnitt noch für 30 bis 40 Jahre reichen.

Und weitere unerschlossene Lagerstätten in Deutschland?

Wir werden in naher Zukunft, wie bereits angekündigt, einen Vorschlag für die ausgeschriebene Lagerstätte des ehemaligen Kalibergwerks Roßleben an der Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt unterbreiten, das 1991 stillgelegt wurde.

Aber Sie wollen doch auch im Ausland expandieren?

Bislang konzentriert sich unsere Wertschöpfung bei Kali praktisch komplett auf Deutschland. Wir sind ein deutsches Unternehmen und wollen auch künftig in Deutschland in unsere Standorte investieren. Aber angesichts der lagerstättenbedingt begrenzten weiteren Möglichkeiten hierzulande hat die Expansion im Ausland hohe Bedeutung. Und wir prüfen im Kali-Bereich eine Reihe von Projekten außerhalb Deutschlands.

Angesichts der heutigen Lieferströme bräuchten sie doch eigentlich eine Kali-Mine in China.

Das wäre im Prinzip ideal, denn China ist der größte Importmarkt für Kali. Bergwerke für eine Kaliproduktion wird es dort aber nicht geben können, denn es gibt dort keine untertägigen Kalivorkommen. Die Kaliproduktion aus salzigen Seen wird sicher limitiert bleiben.

Denken Sie auch an den Einstieg in neue Geschäftsfelder?

Unsere Wurzeln liegen im Bergbau, hieraus haben wir unsere Kernkompetenzen für Düngemittel- und Pflanzenpflegeprodukte sowie Salz entwickelt. Davon wollen wir uns nicht zu weit entfernen, hierauf ist unser Fokus gerichtet. Wir wollen nicht zum Konglomerat werden.

Welche Rolle spielen Akquisitionen für ihre Expansionspläne?

Wir haben ja unser Portfolio um Stickstoffdüngemittel ergänzt und im Bereich Salz einige Aktivitäten zugekauft. Weitere Möglichkeiten werden wir uns sicherlich auch künftig anschauen. Im Kali-Geschäft besteht bereits eine oligopolartige Anbieterstruktur. Größere Übernahmen dürften auf kartellrechtliche Probleme stoßen. Zudem sind bei Förderung und Produktion nur überschaubare Synergieeffekte zu realisieren. Wie gesagt: Wir halten die Augen offen.

Auf der anderen Seite könnte K+S selbst zum Übernahme-Objekt werden, etwa für große Rohstoff-Konzerne oder andere Investoren. Immerhin werden sie relativ zum Gewinn niedriger bewertet als manche Dax-Unternehmen, und Ihre beiden größten Aktionäre halten jeweils nur zehn Prozent.

Das kann man nie völlig ausschließen. Sicherlich sind wir attraktiv. Aber wir sind in dieser Hinsicht nicht nervös. Wir arbeiten daran, das Geschäft so gut wie möglich weiter zu entwickeln, und sind immer offen für Investoren, die von dem Kurs der K+S-Gruppe überzeugt sind. Viele große Fonds waren bei uns schon über Jahremit zum Teil großen Positionen engagiert und haben unsere Strategie stets mitgetragen.

Sie sind also zuversichtlich, dass K+S den Dax langfristig bereichern wird?

Davon gehen wir aus. Wir werden zwar nicht ganz vorne bei den Schwergewichten mitspielen können, wollen aber - wenn es denn zur Aufnahme in den Dax kommt - sicherlich eine solide Position einnehmen. Vor allem hoffen wir, dass mit einem Rohstoff-Konzern wie K+S wieder etwas mehr wahrgenommen wird, was wir in den letzten Jahren in Deutschland schon fast vergessen haben: dass wir industrielle Kerne erhalten und pflegen müssen. Auch die Rohstoff-Förderung in Deutschland hat eine Zukunft, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Ich würde mich freuen, wenn dies durch unseren Aufstieg in den Dax - sollte er denn kommen - wieder stärker ins Bewusstsein gerückt werden würde.

Etwa auch mit Blick auf die Debatten um künftige Salzeinleitung in die Werra?

Solche Fragen sind für die langfristige Zukunft des Kalibergbaus in Deutschland entscheidend. Wir sind zuversichtlich, dass wir für die Abwasser-Entsorgung unserer Produktion im Fulda-Werra-Gebiet noch umweltverträglichere Lösungen finden werden, die gleichzeitig die Sicherung gesunder wirtschaftlicher Strukturen im Auge behalten.

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