DE0006275001
Aktie:

ARCANDOR AG


Empfehlungen: Ø Kursziel BUY SELL
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Kurs Ziel Prognostiziertes Kursziel 3,56 €
25.09.2008 Update der Empfehlung
Hopp oder Top ( nur für Zocker)

Nach den jüngsten Nachrichten ist der Kurs von Arcandor nach einer kurzzeitigen Erhohlung erneut eingebrochen. Kurs aktuell 2,85.

Wer das Risko eingeht dass Arcandor zu einer kompletten Null-Nummer werden könnte kann für seinen Mut belohnt werden. Positive News könnten den Kurs kurzfristig hochtreiben.

Sehr riskant und NUR für Zocker

 

Der Handelskonzern Arcandor stellt nun offenbar doch seine Beteiligung an dem Ertragsbringer Thomas Cook zur Disposition. Dabei hatte das Unternehmen noch am Vortag eine Trennung von der Touristiktochter weit von sich gewiesen. Die Anleger reagierten verschnupft und schickten die Aktie des im MDAX notierten Konzerns deutlich auf Talfahrt.

Noch am Mittwoch hatte der Essener Handelskonzern Arcandor positive Nachrichten für die Marktteilnehmer im Gepäck: Mit dem Bankenkonsortium konnte man sich über ein Konzept zur Refinanzierung des Konzern einigen. Damit gelang dem Unternehmen der lang erwartete Befreiungsschlag, nachdem der Kreditversicherer Euler Hermes zuvor die Garantien für Lieferungen an die Töchter Karstadt und Quelle vorübergehend gedeckelt hatte. Infolge der Einigung mit den Banken hatten auch die Kreditversicherer dem Management versprochen, die notwendigen Kreditlinien zur Verfügung stellen zu wollen. Das Weihnachtsgeschäft sei damit gesichert, hieß es von Arcandor-Seite am Mittwoch. Die Verhandlungen mit den Gläubigern hatten sich zuvor angesichts der aktuellen Finanzmarktkrise länger hingezogen, als erwartet.

Zu welchen Konditionen die Refinanzierung gesichert werden konnte, wurde indes nicht bekannt. Pressemeldungen vom Vortag, nach denen das Touristikgeschäft als Sicherheit bei den Kreditverhandlungen eingebracht werden musste, wurden noch massiv dementiert: Die Reisetochter Thomas Cook bleibe unangetastet, hieß es von Konzernseite.

Am Mittwochabend folgte dann die Kehrtwende. Arcandor sah sich "aufgrund unterschiedlicher Informationsstände im Haus" zu einer Klarstellung gezwungen. Nach der Vereinbarung mit den Banken über eine neue Finanzierung wird offenbar die Konzernstruktur auf den Prüfstand gestellt. Man prüfe nun die Struktur einer Holding, hieß es von Seiten der Essener. "Dies kann auch die Reduzierung der Beteiligungen an der Karstadt Warenhaus GmbH und der Thomas Cook Group plc beinhalten", ergänzte der Konzern in einer Pflichtmitteilung.

Damit steht die ertragreiche Touristiktochter offenbar entgegen aller Dementis doch auf dem Prüfstand. Eine Trennung vom Reisegeschäft oder eine Reduzierung der Beteiligung hätte jedoch weitreichende Folgen für den angeschlagenen Handelsriesen. Thomas Cook gilt als einziger nachhaltiger Ertragsbringer im Konzern und sorgt für rund 60 Prozent des Gesamtkonzernumsatzes. Auch einen Großteil des Gewinns steuert das Touristikgeschäft bei, im abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahr war es sogar das einzige Segment, das schwarze Zahlen vorweisen konnte.

Indes laufen die Geschäfte bei der Warenhauskette Karstadt immer schlechter. Konzernchef Thomas Middelhoff hatte der Tochter eine umfangreiche Sanierung verordnet, die bislang jedoch kaum Erfolge hervor gebracht hat. Hohe Kosten sowie die Konsumzurückhaltung der Verbraucher hatten Karstart im letzten Quartal deutlich tiefer ins Minus gedrückt und auch dem Gesamtkonzern rote Zahlen beschert. Eine Senkung der Geschäftsziele für das Gesamtjahr war die logische Folge. Bemühungen um eine Partnerschaft im Ausland, um die Abhängigkeit vom schwächelnden deutschen Markt zu verringern, waren indes bislang nicht von Erfolg gekrönt. Verhandlungen mit der britischen Kaufhauskette Debenhams sind bislang ergebnislos verlaufen, wie das Management vor wenigen Tagen einräumte. Auch ein Verkauf ist angesichts der aktuellen Marktlage kaum durchzusetzen, Arcandor müsste das Geschäft weit unter Wert veräußern. So liegen die Hoffnungen von Middelhoff nun zunächst auf dem Weihnachtsgeschäft. Da hatte die Warenhauskette allerdings bereits im letzten Jahr die Erwartungen enttäuscht.

Dass nun der letzte verbliebene Ertragsbringer, das Reisegeschäft, zur Disposition steht, nahmen die Anleger deutlich verschnupft auf. Sie schickten den Anteilsschein, des im MDAX notierten Konzerns auf Talfahrt, die Aktie rutschte massiv ab. Dabei hatte es am Vortag noch danach ausgesehen, als könnten Arcandor-Titel ihren freien Fall stoppen und zu einem Erholungskurs ansetzen.

 

Quelle: Finanzen.Net

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