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Mit dem Erwerb von APP Pharmaceuticals Inc - einem führenden nordamerikanischen Hersteller von intravenös (I.V.) verabreichten generischen Arzneimitteln mit Sitz in den USA - steige Fresenius Kabi nun auch in den aus Sicht der Analysten wichtigen nordamerikanischen Markt ein. Der US-Markt für generische I.V.-Produkte habe ein geschätztes Volumen von rund 3,6 Mrd. USD und gelte als relativ ertragsstark und sei nach Erachten der Analysten weniger stark umkämpft im Vergleich zum Markt mit oral verabreichten Generika.
APP gehöre mit einem Marktanteil von rund 17% zu den Top-Playern (in den USA Nr. 2 nach Hospira mit 23%) und verfüge über ein Portfolio von mehr als 100 Arzneimitteln für die Onkologie, Intensivmedizin, Anästhesie, Schmerztherapie sowie zur Behandlung von Infektionen. Hinzu komme eine gut gefüllte Pipeline mit weiteren 67 Produkten, von denen 25 kurz vor der Zulassung durch die FDA stünden. Derzeit beschäftige das Unternehmen rund 1.400 Mitarbeiter und verfüge über Produktionsstätten in Illinois, New York und Puerto Rico sowie über eine Vertriebsgesellschaft in Toronto (Kanada).
Der Kaufpreis betrage 3,7 Mrd. USD zuzüglich rund 900 Mio. USD Schulden. Lege man die für 2008 von APP vorgegebene EBITDA-Guidance zugrunde (max. 300 Mio. USD), so entspreche dies einem EV/EBITDA-Multiple von 15,3. Dies entspreche in etwa den zuletzt bei Akquisitionen in dem Marktsegment gesehenen Multiples.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 habe APP Umsätze in Höhe von 647 Mio. USD und ein bereinigtes EBITDA in Höhe von 253 Mio. USD (entspreche einer EBITDA-Marge von rund 39%) generiert. Für das laufende Geschäftsjahr erwarte das Management von APP, Umsätze in Höhe von 730 bis 750 Mio. USD erzielen zu können. Das bereinigte EBITDA solle im Bereich zwischen 285 und 300 Mio. USD liegen. EBITDA CAGR bis 2010 dürfte bei rund 30% liegen. Die EBITDA-Marge dürfte nach Erachten der Analysten auf dem attraktiven Niveau von rund 39 bis 40% zu halten sein.
Finanziert werden solle die Transaktion durch einen Mix aus Eigen- und Fremdkapital (Letzteres dürfte den Großteil ausmachen; Auswirkungen auf das Credit Rating seien nicht auszuschließen). Bis 2010 solle laut Management das Verhältnis Nettoverschuldung zu EBITDA wieder in die Bandbreite zwischen 2,5 und 3,0 zurückgeführt werden.
Aus Sicht der Analysten entscheidend sei der durch die Akquisition gewonnene Zugang zum wichtigen US-Markt, in dem Fresenius Kabi bislang noch nicht präsent gewesen sei. Durch die Übernahme von APP verfüge Fresenius dann auch über eine interessante Vertriebsplattform für die bestehende Produktpalette von Fresenius Kabi. Die Akquisition solle - vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Behörden - bis spätestens Anfang 2009 abgeschlossen sein.
Der Kaufpreis für APP stelle zwar kein Schnäppchen dar, doch würden die Analysten den Preis vor dem Hintergrund der sehr guten Marktstellung von APP als gerechtfertigt ansehen. Die Übernahme würden sie als strategisch richtig sehen. Sie dürfte bei erfolgreichem Abschluss Fresenius Kabi künftig weiteres dynamisches Umsatzwachstum und attraktive Margen bescheren.
Die EPS-Schätzungen der Analysten für 2008 und 2009 würden vorerst unverändert bleiben. Fresenius erwarte, dass sich die Akquisition entsprechend dem Finanzierungsplan im ersten Jahr neutral und ab dem zweiten Jahr deutlich positiv auf das Ergebnis je Aktie auswirken solle. Mit größeren Restrukturierungsaufwendungen würden die Analysten nicht rechnen. Der Fokus dürfte nun auf dem erfolgreichen Abschluss der Akquisition - möglichst bis Jahresende - und der Integration von APP liegen. Daher würden die Analysten bis auf weiteres erst mal nicht von weiteren Akquisitionen bei Fresenius Kabi ausgehen. Sie würden Fresenius SE nach wie vor als attraktives Langzeitinvestment sehen.
Ihr Kursziel von 67 EUR und ihr Anlageurteil "kaufen" für die Fresenius-Aktie behalten die Analysten vom Bankhaus Lampe unverändert bei.
Quelle: www.finanzen.net
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