DE0005140008
Aktie:

DEUTSCHE BANK AG NA


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Kurs Ziel Prognostiziertes Kursziel 15,00 €
08.10.2008 Update der Empfehlung
Dunkle Wolken über Deutsche Bank Zentrale

Ich spekuliere darauf dass hier noch was in den Büchern schlummert. Im Prinzip kann man aber nahezu jede europäische und amerikanische Bank zum Verkauf empfehlen, wenn man sich die Prognose des IWF, dass "die Spitze der Kreditausfälle" noch bevorstünde, vergegenwärtigt.

Und auch an der Börse scheint man wohl nicht so ganz an die Wirksamkeit des Rettungspaketes zu glauben, dessen gigantische Summe doch zu gering sein dürfte, um alle noch kommenden Erschütterungen abzufedern.

Hätte man noch im April auf die vermeintliche Weitsicht und die Insiderkenntnisse des Deutsche-Bank-Chefs vertraut müsste man jetzt eigentlich zutiefst verwundert sein, wie sich die Krise ausgeweitet hat (und wenn man aufgrund seiner Prognose Aktien gehalten hat, die man seinerzeit besser schnell verkauft hätte, dürfte man durch seine falsche Lageeinschätzung unnötig Geld verloren haben). Denn er meinte damals: "Ich habe nicht die geringsten Zweifel an der Stabilität des amerikanischen und internationalen Bankensystems".

Das diente wohl nur der Beruhigung der Anleger und insbesondere natürlich der Deutsche-Bank-Aktionäre. Der weitere Gang der Dinge dürfte auch für ihn absehbar gewesen sein.

Man könnte schon auf den Gedanken kommen, dass Herr Ackermann vor einer Woche (bereits zum zweiten Mal nach der gleichen Empfehlung in Richtung Politik von Ende März) nicht ohne an das eigene Institut mit zu denken nach Staatshilfen für in Not geratende Banken ruft Welt Online

Was fest steht ist zum einen dass das Verhältnis der Bilanzsumme zum Eigenkapital gar nicht gut aussieht.

Nach eigener Aussage hat man begonnen die Bilanzsumme abzubauen. Damit könnte man sich jedoch eher weiter schwächen, und durch die Absage an eine Kapitalerhöhung besteht wohl doch die Gefahr, dass man durch Kapitalmangel hilfsbedürftig staatlicher Stützung bedarf.

Und der Geldwirtschaft insgesamt erweist man auch einen Bärendienst, durch die daraus resultierende geringere Kreditvergabe ftd.de.

Und zum anderen hat sich auch die Deutsche Bank in der Vergangenheit in Geschäfte mit minderwertigen Immobilien verstrickt.  Hier wie andernorts haben bei den Bankberatern nicht die Ethik einer möglichst nutzbringenden Beratung des Kunden, sondern die winkenden erklecklichen Profitmargen das Handeln bestimmt. 

Man stellte Anlegern Finanzmittel zur Verfügung, mit denen diese in völlig überteuert angebotene Immobilien investierten.

Und das irgendwann logischerweise folgende Bemühen einiger Geschädigter um einen beiderseitig schadensbegrenzenden Vergleich stiess bei der Deutschen Bank auf die Absicht die Geprellten in die Insolvenz laufen zu lassen. Für beide Beteiligten die schlechteste Lösung und zudem gewissenlos wirtschaftsmagazin.net.

Hier könnte man sich wohl noch weiteren Gerichtsverfahren zu gegenüber sehen.

Das ganze passt auch zum Auftreten Ackermanns seinerzeit im Mannesmann-Prozess: Von Schuldbewusstsein keinerlei Spur, stattdessen halsstarrige Arroganz und Überheblichkeit im nachhinein ("Top-Manager müssen Vorbild sein", "Für gute Arbeit muss es gutes Geld geben"). Hier wurde nicht nur von ihm viel Restvertrauen in staatliche Organe und unsere Führungselite beim Durchschnittsbürger zerstört.

Bedenklich auch, dass die Bank in einem kürzlich veröffentlichten Test eines auf Kreditanalysen spezialisierten Schweizer Dienstleisters sehr schlecht abgeschnitten hat (wegen ihres hohen Bestandes an "indirekten Subprime-Anlagen") capital.de.

Und schliesslich sieht J.P. Morgan in einer am 02.10. veröffentlichten Studie die Deutsche Bank als eine der in der zweiten Jahreshälfte von weiteren Wertberichtigungen am stärksten betroffenen europäischen Banken an boersen-zeitung.de.

Nach der Verlustmeldung von Anfang Mai muss man beim nächsten Bekanntgabetermin wohl wieder mit negativen Zahlen rechnen, und vielleicht gibt´s ja schon vorher was...




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