Wunschanalyse Fussballaktien
Wunschanalyse Borussia Dortmund
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Wunschanalyse Borussia Dortmund
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Borussia Dortmund laut Sharewise.com:
| Prognositiertes Kursziel | kaufen | halten | verkaufen | |
| 8 Mitglieder | Ø 2,03 € | 8 | - | - |
| 1 Analyst | Ø 1,60 € | - | 1 | - |
Borussia Dortmund GmbH & Co. KGAA (WKN 549 309)
1.) Fundamentale Analyse
Die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGAA sieht sich selbst als "eines der führenden Unternehmen im internationalen Profifussballgeschäft". Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit ist der Profifussball und die wirtschaftliche Nutzung damit verbundener Einnahmepotentiale. In diesem Zusammenhang soll auch die Marke "Borussia Dortmund" so effektiv wie möglich genutzt werden. Neben der in der 1. Fussball Bundesliga spielenden Lizenzspielermannschaft ist die Gesellschaft auch für die Amateurmannschaft sowie die A-Jugend verantwortlich.
Neben dem Kerngeschäft Profifussball engagiert sich Borussia Dortmund in sportnahen Geschäftsfeldern. Hier werden teilweise zusammen mit strategischen Partnern Gemeinschaftsunternehmen gebildet. Von zentraler Bedeutung ist dabei das bei nationalen Spielen 83.000 Zuschauer fassende Dortmunder Westfalenstadion, dessen Eigentümerin die Stadion-Besitzgesellschaft BVB Stadion GmbH (vormals Westfalenstadion Dortmund GmbH & Co. KG) ist. Ihre ehemalige 75%ige Beteiligung an dieser Gesellschaft hatte Borussia Dortmund 2002/2003 bis auf 6% reduziert; dabei war den Angaben zufolge allerdings auch der Nutzungsvertrag für das Stadion geändert worden, und zwar dahingehend, dass Borussia Dortmund "die uneingeschränkte Nutzungsbefugnis des Westfalenstadions für Veranstaltung aller Art und aller hieraus jetzt und zukünftig resultierenden Einnahmen zu 100%" zuflossen - ferner bestehe nach 15 Jahren eine Rückkaufvereinbarung für die 94% an der Gesellschaft, wurde erklärt. Im Rahmen der im Geschäftsjahr 2004/2005 (30. Juni) durchgeführten Sanierungsmaßnahmen wurde der Verkauf der Anteile an der Westfalenstadion Dortmund GmbH & Co. KG rückabgewickelt. Seit dem 1. Dezember 2005 heißt das Stadion SIGNAL IDUNA PARK.
Im Geschäftsjahr 2004/2005 (30. Juni) belastete, dass Borussia Dortmund bereits vorzeitig aus dem UI-Cup ausgeschieden ist. Der Umsatz des Konzerns ermäßigte sich auf 75,28 Mio. Euro (Vorjahr: 98,07 Mio. Euro). Zwar gelang es, aufgrund niedrigerer Spielergehälter, die Personalkosten auf 46,65 Mio. Euro (Vorjahr: 55,92 Mio. Euro) zu reduzieren. Doch dafür erhöhten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 76,23 Mio. Euro auf 85,68 Mio. Euro, was laut Unternehmensangaben auf die Bildung von Drohverlustrückstellungen für voraussichtliche Markenwertrisiken in Höhe von 24 Mio. Euro, sowie einmalige Beratungs- und Platzierungskosten der im Oktober 2004 durchgeführten Kapitalerhöhung sowie Kosten aufgrund von Sanierungsmaßnahmen, zurückzuführen war. Dadurch fiel unter dem Strich ein Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von 79,59 Mio. Euro an. Die ergriffenen Sanierungsmaßnahmen aber sollten nach Unternehmensangaben den Weg zu nachhaltiger Profitabilität ebnen.
Auch im Geschäftsjahr 2005/2006 begrenzten die fehlende Teilnahme an internationalen Wettbewerben und das frühe Aus im DFB Pokal das Erlöswachstum. Allerdings konnte man den Umsatz trotzdem um 19,2% auf 89,06 Mio. Euro (Vorjahr: 74,70 Mio. Euro) steigern. Dies war allerdings auch auf die Umstellung der Bilanzierung auf IFRS zurückzuführen, so das Vergleiche mit den Vorjahren nur bedingt möglich waren.
Das Geschäftsjahr 2006/2007 (30. Juni) war unter dem Strich ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr. Mit dazu beigetragen hat dabei auch der Transfer des Spielers David Odonkor zu Real Betis Sevilla, so das Management. Sportlich enttäuschte der Fussballclub hingegen erneut, so das wieder keine Teilnahme an internationalen Wettbewerben heraussprang. Richtungsweisend für 2006/2007 war der Anfang Juni 2006 mit der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley geschlossene Kreditvertrag, der den Borussen Kreditfazilitäten in Höhe von 79,2 Mio. Euro über einen Zeitraum von 15 Jahren zusichert. 57,5 Mio. Euro hiervon nutzte das Unternehmen, um den Kommanditanteil an der Westfalenstadion Dortmund GmbH & Co. KG zurückzukaufen, womit nun 99,7% des SIGNAL IDUNA PARKs sich in den Händen von Borussia Dortmund befinden. Die aus dem Kreditvertrag übrigen 21,7 Mio. Euro nutzte die Gesellschaft, um alte Verbindlichkeiten abzubauen bzw. umzuschulden. Die Restrukturierungen führten dazu, dass die Gläubigervereinbarung vom März 2005 im Juni 2006 wieder aufgehoben werden konnte und somit die Grundlage für eine weitere Kapitalerhöhung gelegt wurde. Im Zuge dieser Kapitalerhöhung stieg das gezeichnete Kapital im August 2006 um 17,55 Mio. Euro auf 61,43 Mio. Euro (vorher: 43,88 Mio. Euro). Morgan Stanley zeichnete hiervon 9,98 Mio. neue Aktien. So verbesserte sich auch die Relation zwischen dem bilanziellen Kapital und den Verbindlichkeiten auf 86,54 Mio. Euro (vorher: 37,62 Mio. Euro) zu 169,68 Mio. Euro (vorher: 238,69 Mio. Euro).
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/2007 erzielt das Unternehmen demnach einen Umsatz von 97,12 Mio. Euro (Vorjahr: 89,06 Mio. Euro), was einer Umsatzsteigerung von 7,6% entspricht. Der Bereich "Sponsoring" war mit 34% dabei der größte Erlösbringer, gefolgt von der TV-Vermarktung mit 23%, dem Ticketing (Einnahmen aus Dauer- und Tageskarten sowie der Teilnahme an Freundschaftsspielen) mit 20%, dem Catering mit 16% und schließlich den Transfererlösen mit 7%. Der Personalaufwand konnte weiter gesenkt werden und fiel so auf 34,3 Mio. Euro (zuvor: 37,3 Mio. Euro). Auch die Abschreibungen fielen erwartungsgemäß auf 13,55 Mio. Euro (zuvor: 14,23 Mio. Euro). Das Beteiligungsergebnis drehte zudem mit +10.000 Euro nach zuvor -3,93 Mio. Euro leicht ins Positive. Allerdings sank das Zinsergebnis weiter auf -8,53 Mio. Euro (vorher: -7,43 Mio. Euro). Trotz allem gelang damit insgesamt der Turnaround und das Ergebnis vor Steuern blieb mit 7,08 Mio. Euro (nach -22,56 Mio. Euro zuvor) deutlich in der Gewinnzone und unter dem Strich stellte sich der Konzernjahresüberschuss nach einem abermaligen Steuerertrag von 3,04 Mio. Euro (zuvor 1,79 Mio. Euro) auf +10,02 Mio. Euro (zuvor -20,80 Mio. Euro).
Das Unternehmen gibt somit ein Ergebnis je Aktie mit 0,17 Euro (nach zuvor -0,09 Euro) an, schüttet aber wie in den Jahren zuvor auch weiterhin keine Dividende aus.
Die Gesellschaft, die zurückgeht auf den am 19. Dezember 1909 gegründeten Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund, ist der erste deutsche Fussballverein, der nach Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien als Aktie an der Börse gelistet ist. In der kürzlich zu Ende gegangenen Saison 2007/2008 erreichte der von Fans zumeist BVB genannte Verein erstmals wieder einen kleinen sportlichen Erfolg. Zwar schnitt man in der 1. Fussball Bundesliga mit Platz 13 alles andere als überragend ab, weshalb man Trainer Thomas Doll nach Saisonende durch den ehemaligen Mainzer Erfolgscoach Jürgen Klopp ersetzt hat, aber immerhin stand der Verein im DFB Pokal Finale in Berlin. Dort unterlag man zwar dem Deutschen Rekordmeister und Rekordpokalsieger sowie erneuten Doublegewinner (Double = Gewinn von Deutscher Meisterschaft un DFB Pokal in einer Saison), aber da der FC Bayern München natürlich in der lukrativeren UEFA Champions League starten wird ist der BVB somit für den UEFA Pokal (von Franz Beckenbauer einstmal als "Cup der Verlierer bezeichnet) qualifiziert. Durch diese Qualifikation für das internationale Geschäft erschließen sich für den BVB naturgemäß neue Einnahmequellen, zumal man die Heimspiele im UEFA Cup im Gegensatz zur zentral durch die UEFA vermarkteten Champions League in Eigenregie übernehmen darf. Und aufgrund der vielen BVB Fans sollten hier bei halbwegs bekannten Gegnern durchaus hohe Zusatzerlöse für Borussia Dortmund möglich sein.
Daher geht der "Börsenverein" Borussia wie manche Kritiker die Abkürzung BVB verunglimpfen, auch nun wieder ein etwas höheres Risiko und hat bereits einige neue Spieler für die neue Saison verpflichtet, zuletzt immerhin den ehemaligen deutschen Fussballnationalspieler Patrick Owomoyela vom Ligakonkurrenten SV Werder Bremen. Gelingt dem neuen Trainerteam um Jürgen Klopp mit den neuen Spielern eine gute Saison 2008/2009, so könnte sich der Verein auf absehbare Zeit wieder im oberen Drittel der 1. Fussball Bundesliga etablieren, was ihn langfristig dann auch wieder auf solidere finanzielle Beine stellen würde. Die Chancen bietet der Kader dem neuen Trainer Jürgen Klopp auf jeden Fall.
Allerdings darf man auch die Risiken nicht außer Acht lassen. So hat Jürgen Klopp bisher nur den eher provinziellen "Karnevalsverein" Mainz 05 trainiert und noch keinerlei Erfahrung in einem derart großen Verein wie Borussia Dortmund es zweifellos ist. Während man in Mainz in Ruhe, zum Teil ja sogar trotz Abstieg in der zweiten Liga, weiterarbeiten kann, herrscht in Dortmund eine ganz andere Presselandschaft und der Druck ist bei Mißerfolgen ungleich größer. Zwar ist aufgrund der Augenmaßes des heutigen Vorstands, der keine Harakiri Aktionen wie die Vorgänger um Ex-Präsident Dr. Niebaum betreibt und betreiben wird, selbst im Falle von Mißerfolgen die Existenz des Unternehmens wohl nicht gefährdet, aber langsam müssen sportliche Erfolge her. Denn ansonsten läuft man auch Gefahr, dass einem der große Erzrivale Schalke 04, besonders unter den Kindern im Ruhrgebiet, den Rang abläuft und man somit auf Dauer immer weniger Fans haben wird. Und die Fans waren es unter anderem, die mit dazu beigetragen haben das der BVB vor gar nicht allzu langer Zeit gerade noch so an einer Insolvenz vorbeigekommen ist.
Wie ist die Borussia Dortmund Aktie nun fundamental zu bewerten? Nun, der Verein ist derzeit so gut aufgestellt, wie schon seit langer Zeit nicht mehr. Aber es gilt auch die alte Fussballweisheit, dass Geld keine Tore schießt. Dies kann man ja auch schön am FC Chelsea beobachten, der es trotz massivster Investitionen von Ölmilliardär Roman Abramowitsch noch nicht geschafft hat die Champions League zu gewinnen. Von daher bestehen natürlich jederzeit sportliche Risiken, denn theoretisch ist immer ein Abstieg in die zweite Liga möglich. Aufgrund der bis zum heutigen Tage vorliegenden Informationen gehe ich jedoch davon aus, dass der BVB in der Saison 2008/2009 einen Platz in der oberen Tabellenhälfte belegen kann. Ob es bei Konkurrenten wie dem FC Bayern, dem SV Werder Bremen, dem FC Schalke 04, dem VFB Stuttgart, dem Hamburger SV, Bayer 04 Leverkusen und besonders in der neuen Saison dem VFL Wolfsburg, der mit VW Millionen auf Einkaufstour unterwegs war und ist, wieder zumindest für den UEFA Cup reichen wird, ist schwierig zu prognostitieren. Aber eine einfache Aufgabe wird es für Jürgen Klopp und seine Mannen mit Sicherheit nicht...
Bei dem aktuellen Kurs von 1,60 Euro beträgt die Marktkapitalisierung des Konzerns ca. 98 Mio. Euro. Damit errechnet sich ein KUV von etwa 1 sowie ein KGV von 53. Während das KUV noch in Ordnung ist, würde ein KGV von 53 aber sportliche Erfolge voraussetzen, die zwar möglich, aber eben nicht sicher sind. Somit halte ich die Chancen nach oben für sehr begrenzt, die Risiken nach unten hingegen für durchaus gegeben. Aus fundamentaler Sicht ist die Aktie daher für neutrale potentielle Investoren als Verkauf einzustufen, sprich SELL. Für Fans, die ja nicht nur auf das Geld achten, sondern ihren Verein normalerweise lieben und an Erfolge ihres Vereins glauben, könnte man evtl. noch HALTEN (HOLD) sagen...
2.) Charttechnische Analyse
Borussia Dortmund GmbH & Co. KGAA, Chart, 3 Jahre

Borussia Dortmund GmbH & Co. KGAA, Chart, 1 Jahr

Ich habe Ihnen sowohl den 3-Jahres-Chart als auch den 1-Jahres-Chart der Aktie von Borussia Dortmund mitgebracht und beide bieten dasselbe Bild. Nämlich das die Aktie seit längerer Zeit in einem unverändert intakten Abwärtstrend gefangen ist. Zwar hat sich im 1-Jahres-Chart eine bullishe Keilformation herausgebildet, die auf eine kurzfristige Bodenbildung der Aktie und somit in naher Zukunft leicht steigende Kurse zur Folge haben könnte. Aber der übergeordnete Abwärtstrend wäre erst bei Kursen von deutlich über 2 Euro geknackt. Und auch wenn es damit kurzfristig gar nicht so schlecht aussehen mag, glaube ich zumindest derzeit noch nicht daran das die Aktie nachhaltig über 2 Euro steigen kann. Somit ergibt sich aus charttechnischer Sicht folgendes Bild: Kurzfristig ist die Aktie aus charttechnischer Sicht ein Kauf (BUY) mit Kursziel zwischen 1,90 Euro und 2 Euro maximal. Da jedoch davon auszugehen ist, dass diese kurzfristige Bewegung nur eine Aufwärtskorrektur im unverändert intakten Abwärtstrend werden wird, sieht es mittel- bis langfristig schon deutlich schlechter aus. Die mittel- bis langfristige Empfehlung muss daher auf HOLD lauten, wobei der Stoppkurs marginal unter den aktuellen Kursen zu platzieren wäre. Denn nur wenn sich die Aktie im Bereich 1,50 Euro bis 1,60 Euro behaupten kann, bleibt die mögliche Bodenbildung eine Option. Somit ergeben sich zusammenfassend aus charttechnischer Sicht folgende Empfehlungen: SHORT TERM BUY mit Kursziel 1,95 Euro (ich nehme einfach den arithmetischen Mittelwert von 1,90 Euro und 2,00 Euro) und LONG TERM HOLD ohne Kursziel und mit Stoppkurs bei 1,48 Euro.
3.) Sentimenttechnische Analyse
Die Sentimentanalyse bei der Borussia Dortmund Aktie ist derzeit sehr schwierig. Denn bei ShareWise gibt es, wie Sie der am Anfang stehenden Tabelle entnehmen können, nur eine Analystenempfehlung und diese lautet auf HOLD mit Kursziel 1,60 Euro. Zwar gibt es daneben, wie Sie der Tabelle ebenfalls entnehmen können, auch gleich 8 Empfehlungen von Nutzern und Nutzerinnen von ShareWise, aber diese sind allesamt bullish eingestellt. So gibt es eine STRONG BUY und gleich sieben BUY Empfehlungen. Bei normalen Aktien würde mir das ausreichen, um daraus auf eine zu positive Stimmung zu schließen zumal die Relation zwischen Aktienkursentwicklung und positiver Stimmung nicht passt, was eigentlich ein untrügliches Zeichen für fallende Kurse darstellt. In diesem Fall aber halte ich dies für wenig aussagekräftig, da ich nicht abzuschätzen vermag wieviele dieser 8 Kaufempfehlungen von Fans des Fussballvereins kommen. Denn solche Fans sind für das Sentiment nur bedingt aussagekräftig, da Fans des Vereins zu emotional und eigentlich grundsätzlich positiv gestimmt sind. Daher weise ich an dieser Stelle nur darauf hin, dass die Sentimentanalyse aufgrund der Divergenz zwischen Aktienkursentwicklung und nicht dazu passender sehr optimistischer Stimmung, eher negativ ausfallen würde, beziehe diese Sentimentanalyse aber nicht in mein Fazit mit ein.
4.) Zusammenfassung
Zusammenfassend muss man konstantieren, dass die Entwicklung der Aktie von Borussia Dortmund seit dem IPO mehr als enttäuschend war. Dies hat zwei Gründe. Zum Einen kam die Aktie noch in der Endphase der Bubble des Jahres 2000 an den Markt und war somit mit einem Ausgabepreis von 11 Euro recht teuer. Zum Anderen aber fuhr die ehemalige Führung um Präsident Dr. Niebaum und Manager Michael Meier, sicher auch teils geblendet von den Erfolgen der Jahre zuvor, einen sehr riskanten Kurs und damit den Club beinahe an die Wand. Nur in äußerst schwierigen Verhandlungen konnte der Verein so vor einiger Zeit die Insolvenz abwenden und es war danach eigentlich schon klar, dass der BVB nun erstmal kleinere Brötchen backen muss bis die Geschehnisse verarbeitet sind. Mittlerweile jedoch ist der Verein wirtschaftlich gut aufgestellt, wenngleich natürlich nicht auf Rosen gebettet. Und nun muss man in langer, mühevoller und geduldiger Kleinarbeit den Vorsprung vieler Konkurrenten aufholen. Dabei scheinen Vereine wie Branchenprimus FC Bayern München, aber auch Ruhrpottnachbar FC Schalke 04 derzeit Jahre voraus zu sein. Und mit den gutgeführten Nordklubs Hamburger SV und SV Werder Bremen sowie den Werksvereinen Bayer 04 Leverkusen und besonders VFL Wolfsburg ist die Konkurrenz nicht gerade klein. Es wird daher kurzfristig kaum gelingen, mehrere Jahre in Folge einen internationalen Wettbewerb zu erreichen, was aber die Grundvoraussetzung für neue Phantasie in der Aktie wäre.
Neue Phantasie könnte somit nur in die Aktie kommen, sofern in Deutschland die 50+1 Regel wegfallen würde, die besagt das ein Verein in einer Aktien- oder Kapitalgesellschaft immer 50 Prozent + eine Aktie halten muss, um Herr im eigenen Haus zu bleiben. Durch diese Regelungen sind nämlich in Deutschland Komplettübernahmen unmöglich, wie es Sie in England z.B. bei Manchester United (durch den amerikanischen Investor Glazer) oder dem FC Chelsea (durch den russischen Ölmilliardär Roman Abramowitsch) gegeben hat. Denn bei einem Wegfall dieser Regelung könnten durchaus Investoren Gefallen an Borussia Dortmund finden, zumal der Verein ja ein riesiges Fanpotential aufweist. Wie diese Fans allerdings einer solchen Übernahme gegenüberstehen würden, bliebe offen und sicherlich dann ein Problem.
Doch noch ist es nicht soweit und daher gilt es sich mit dem Ist-Zustand zu befassen. Die fundamentale Analyse hat dabei ergeben, dass die Aktie für Fans ein HOLD und ansonsten eher ein SELL Kandidat ist. Die charttechnische Analyse hingegen sah etwas positiver aus und gesteht der Aktie kurzfristig ein Aufwärtspotential von knapp 20% zu, wobei die langfristigen Perspektiven auch hier nicht berauschend ausgesehen haben (HOLD). Die Sentimentanalyse möchte ich aus den dort genannten Gründen in mein Gesamtfazit nicht einbeziehen, wobei diese eher auch negativ ausgefallen wäre. Alles in allem komme ich daher zu dem Ergebnis die Aktie von Borussia Dortmund auf kurzfristig wie langfristig HOLD einzustufen. Dies tue ich vor dem Hintergrund, dass der BVB mit Jürgen Klopp einen m.E. sehr guten neuen Trainer sowie einige gute neue Spieler verpflichtet hat und ich daher gewisse Chancen, sowohl in der Liga als auch im UEFA Pokal, sehe. Da es jedoch viele Risiken gibt, möchte ich betonen das es sich um eine wirklich riskante und spekulative Aktie handelt, die in erster Linie Fans des Vereins ansprechen sollte...
Über den Autor
Sascha Huber, Jahrgang 1978 und wohnhaft in Trier, ist schon seit Zeiten des damaligen Neuen Marktes als intimer Kenner der Hightechbranche bekannt. Er betrieb in den Jahren 1998 bis 2001 zusammen mit einem Partner eine der damals führenden Börsenhotlines sowie eines der damals führenden Börsenportale und gehörte damit zu den Ersten, die das Potential von Aktien wie Amazon.com, eBay oder Intershop Communications erkannten. Im Gegensatz zu vielen anderen Experten riet er allerdings rechtzeitig im März 2000 zum Ausstieg aus dem Neuen Markt und warnte sehr frühzeitig vor Luftnummern wie ComROAD, Gigabell oder Infomatec. Mittlerweile gehört er zu den aktivsten Sharewise Mitgliedern und zeichnet sich dabei durch exzellentes Börsen Know How aus. Dabei liegt seine Spezialität unverändert im Hightechsektor, den er aufgrund eines Informatikstudiums auch bestens einschätzen kann.
NÄCHSTE WOCHE: GLÜCKSSPIEL- UND SPORTWETTENANBIETER
Nachdem heute die Fussballaktien selbst dran waren, bieten wir Ihnen nächste Woche eine Wunschanalyse von Aktien, die vom Sport direkt abhängen, nämlich den Glücksspiel- und Sportwettenanbietern. Derzeit werden diese Anbieter besonders in Deutschland und Frankreich ja noch durch die Gesetzgeber massivst behindert, aber sollte in diesen Staaten das Glücksspielmonopol fallen, so könnten sich in diesem Segment langfristige Investitionen in Papiere solcher Firmen richtig bezahlt machen.
Stimmen Sie daher ab, welche Aktie eines Glücksspiel- und/oder Sportwettenanbieter ShareWise Experte Sascha Huber für Sie nächste Woche genauestens analysieren soll!
- Bet-at-home.com AG
- Bwin Interactive
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