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Präsidentenwahl und Börse

Transparent
nico am 05.11.2008, 11:44
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von Susanne Schmitt (Investor´s Daybreak)

bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe stand noch nicht fest, wie der neue Präsident in den USA heißen wird. Das tut auch für mein Thema nichts zur Sache, denn die Frage, die mich umtreibt, lautet allgemein: Sind Wahljahr gute Börsenjahre?

Natürlich ist das auch schon untersucht worden, mit dem erstaunlichen Ergebnis, dass sich die Börsen in den USA seit Beginn des 20. Jahrhunderts unter demokratischen Präsidenten immer besser entwickelt haben als unter Republikanern. Sie und ich würden wie die meisten Leute davon ausgehen, dass die Börsenkurse unter den Republikanern grundsätzlich mehr steigen als bei einem Demokraten. Aber die historische Entwicklung beweist deutlich das Gegenteil.

Unter Demokraten stieg der Dow Jones in den ersten 12 Jahren nach der Erstwahl um 9,8%. Nur zweimal, nach dem Amtsantritt von Woodrow Wilson 1912 und dem von Jimmy Carter 1976, waren die Aktienkurse gesunken. Dagegen folgten auf neue Präsidenten aus dem republikanischen Lager insgesamt fünfmal Verlustjahre für den Dow. Im Durchschnitt fielen die Aktienkurse nach der Erstwahl eines Republikaners um 2,5%.

Auch die Mitarbeiter der Investmentbanken an der Wall Street haben auf den Demokraten gesetzt. Zumindest hat Obama mit mehr als 12 Mio. Dollar mehr Geld für seinen Wahlkampf aus der Wertpapierbranche erhalten als McCain, der auf knapp 8 Mio. Dollar kam.

Ob nun bestimmte Aktien nach der Wahl – Obama-Aktien wären etwa Papiere der Pharmaindustrie, weil die Demokraten das Gesundheitssystem ausbauen wollen – sich besser entwickeln als andere (McCain-Aktien kommen eher aus der Rüstungsindustrie – ist schwieriger vorherzusagen. Sicher ist, dass die Wallstreet honorieren wird, dass die Unsicherheit vorbei ist. Auch das hat man nämlich schon erforscht. In den ersten Monaten nach der Wahl geht es in der Regel aufwärts an der Börse:


Tagesausblick: Mittwoch, 5. November

Ungeachtet der US-Wahl geht die Berichtssaison weiter. In Deutschland wird die Deutsche Börse sehr wahrscheinlich gute Zahlen vorlegen. Der Börsenbetreiber profitiert auch von sinkenden Märkten, besonders wenn so hektisch gehandelt wird, wie zurzeit. Darüber hinaus kommen Zahlen von Singulus, HeidelbergCement, Leoni, Loewe in Deutschland und aus den USA Sara Lee, Time Warner, Cisco Systems und News Corp.


Dollarstärke – Dollarschwäche

Eigentlich, sollte man denken, müsste es dem Dollar schlecht gehen. Immerhin sinken Ölnachfrage und damit auch der Ölpreis. Die amerikanische Wirtschaft ist schwach, auch das führt normalerweise zu sinkenden Devisenkursen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Der Kurs des Euro, der schon als neue 2. Weltwährung bejubelt wurde, sinkt und der Dollar wird immer stärker.

Die Erklärung ist gar nicht so schwer. Der Preis auf den Devisenmärkten, also der Kurs einer Währung, wird wie auf allen anderen Märkten durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Ist die Nachfrage nach Dollar hoch, steigt der Kurs und umgekehrt. Wenn der Dollar jetzt steigt, heißt das also, dass mehr Dollar nachgefragt wird.

Das könnte mehrere Ursachen haben. Die Investoren kaufen Dollar, weil sie in Amerika festverzinsliche Wertpapiere (Staatsanleihen etc.) kaufen wollen. Dahinter steckt die Annahme, dass die US-Notenbank am Ende ihres Zinssenkungszyklus angekommen ist und die Zinsen (anders als in Europa) wieder steigen werden. Ein anderer möglicher Grund: Die Investoren benötigen Dollar, weil sie Aktien kaufen wollen. Dahinter steckt die Annahme, dass die Rezession in Amerika weiter fortgeschritten ist als in Europa, folglich auch die Erholung schneller von statten geht als diesseits des Atlantiks.

Das sind die einfachsten (und plausibelsten) Möglichkeiten. Darüber hinaus  gibt es sicher noch andere Gründe, alles auf die Spekulation zu schieben wäre zu einfach. Spekulanten gehen meist nicht entgegen der allgemeinen Marktrichtung vor, sie sind nur (wenn sie gut sind) eher dran.

Eine ruhige Hand bei Ihren Investitionen wünscht Ihnen

Susanne Schmitt
Autorin Investor´s Daybreak

nico am 05.11.2008, 11:44

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